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Henrik Kristoffersen gewinnt Nachtslalom von Madonna di Campiglio

Dritter Triumph für Henrik Kristoffersen beim Slalom in Madonna di Campiglio

Dritter Triumph für Henrik Kristoffersen beim Slalom in Madonna di Campiglio

Madonna di Campiglio – Lange, sehr lange musste der Norweger Henrik Kristoffersen auf seinen ersten Sieg im WM-Winter 2020/21 warten. Heute war es endlich soweit. Er gewann den Nachtslalomklassiker im norditalienischen Madonna di Campiglio. Auf Platz zwei landete sein Landsmann Sebastian Foss-Solevag, der nach dem ersten Lauf nach führte. Auf Rang drei reihte sich der junge Südtiroler Alex Vinatzer ein.

 

Henrik Kristoffersen: „Ich muss mich bei meinem ganzen Team bedanken. Mit meinem Vater, mit meinen Trainern, mit Rossignol, mit Red Bull. Alle haben nur gesagt, ich muss einfach daran denken, wie gut ich fahren kann. Der erste Lauf war aber irgendwie komisch. Also nicht schlecht, aber nicht schnell. Ich muss sagen, das war heute einer meiner emotionalsten Siege. Ich denke, vor Adelboden müssen wir am Riesentorlauf arbeiten. Im Slalom habe ich schon gedacht, dass ich dabei bin. Gestern war okay. Der erste Lauf heute war aber nur langsam. Und dann so ein zweiter Lauf.“

Sebastian Foss-Solevaag: „Also ich bin mit dem zweiten Platz sehr happy. Insgesamt gesehen bin ich mit meiner Performance sehr glücklich. Natürlich war ich heute auch im Hundertstelglück. Ich habe oben am Monitor schon gesehen, dass sich auch die guten Jungs immer schwerer getan haben. Ich habe alles gegeben und über die ganze Strecke hinweg attackiert.“

Alex Vinatzer: „Gestern waren die Hundertstel nicht auf meiner Seite, heute schon. Es war ein zaches Rennen, die Piste war nicht mehr so gut. Nach der Blinddarm-OP hätte ich es mir noch nicht erwartet, dass es gleich so gut geht. Zwei Rennen, zweimal auf dem Podest, was kann man sich vor Weihnachten mehr wünschen.“

 

Ski Weltcup Daten und Fakten zum 2. Slalom
der Herren 2020/21 in Madonna di Campiglio

FIS-Startliste 1. Durchgang – Start 17.45 Uhr
FIS-Liveticker der Herren 1. Durchgang
FIS Zwischenstand nach dem 1. Durchgang
FIS-Starliste 2. Durchgang – Start 20.45 Uhr
FIS-Liveticker der Herren 2. Durchgang
FIS-Endstand Slalom der Herren in Madonna di Campiglio

Gesamtweltcupstand der Herren 2020/21
Weltcupstand Slalom der Herren 2020/21

Nationencup: Herrenwertung

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Henrik Kristoffersen benötigte für seinen dritten Erfolg auf der 3Tre nach 2015 und 2016 eine Zeit von 1.35,35 Minuten. Zur Halbzeit lag er nur auf Rang zwölf. Sebastian Foss-Solevag hatte 33, Alex Vinatzer 34 Hundertstelsekunden Rückstand. Pech hatte der wiederum stark fahrende Österreicher Manuel Feller (+0,35), der als Vierter hauchdünn an einem Podestplatz vorbeischrammte.

 

Manuel Feller: „Schlussendlich habe ich die Hundertstelsekunde selbst liegengelassen. Ich hatte gleich beim Start einen Fehler. Allgemein war es aber ein gutes Rennen. Aber ich nehme den vierten Platz auch an. Es waren jetzt zwei super Rennen, wenn mir das jemand vor drei Tagen gesagt hätte, dann hätte ich es gerne angenommen.“

 

Der Franzose Clement Noel (+0,44) vergaß seinen schwachen Auftritt auf der Gran Risa und schwang als Fünfter ab. Sein erfahrener Landsmann Jean-Baptiste Grange, vor vielen Jahren Weltmeister im Torlauf, katapultierte sich im Finale von Rang 25 bis auf Platz sechs nach vorne. Er war auf die Hundertstelsekunde gleich schnell wie der Deutsche Linus Straßer und Alexis Pinturault. Das Trio riss einen Rückstand von 0,54 Sekunden auf Kristoffersen auf. Neunter wurde der Österreicher Marco Schwarz (+0,58). Der talentierte Schwede Kristoffer Jakobsen (+0,61) rundete die Top-10 ab.

 

Marco Schwarz: „Natürlich ist es ärgerlich. Aber ich glaube, mit einem 9. Platz kann ich nicht unzufrieden sein. Zwei Zehntel schneller und ich stehe auch wieder am Podest. Aber Hätti-täti-wari gibt es nicht.“

 

Der junge Schweizer Loic Meillard (+0,64) wurde als Bester seines Landes heute auf Platz elf gereiht. Er war um eine Zehntelsekunde schneller als Fabio Gstrein vom ÖSV-Team; letzterer schwang als Zwölfter ab. Alta Badia-Sieger Ramon Zenhäusern (+0,80) verpatzte seinen Finaldurchgang und klassierte sich auf Position 13. Der routinierte Ladiner Manfred Mölgg (+0,81) war als 15 nur zwei Hundertstelsekunden schneller als der Arlberger Michael Matt auf Platz 16.

Adrian Pertl (+0,96) aus Österreich schwang als 17. ab. Kurios waren die Fahrten von Tanguy Nef aus der Schweiz und Christian Hirschbühl vom Team Austria. Beide belegten mit einem Rückstand von 1,01 Sekunden auf Kristoffersen den 18. Platz. Bereits nach dem ersten Lauf teilten sie sich ex aequo den 21. Platz. Die Startnummer 1 brachte Daniel Yule (+1,26) kein Glück. Als Fünfter des ersten Durchgangs spekulierte er mit seinem dritten Madonna di Campiglio-Erfolg en suite, doch ein relativ schwacher zweiter Lauf sorgte dafür, dass der Swiss-Ski-Mann bis auf Rang 22 durchgereicht wurde.

Der wiedergenesene Simon Maurberger (+1,30) aus Südtirol wurde 23. und konnte sich zwei Positionen vor Sebastian Holzmann (+1,43) aus Deutschland einreihen. Es war ein spannendes Rennen, zumal alle 27 Fahrer, die das Ziel sahen, nur 1,81 Sekunden auseinanderlagen.

In der Disziplinenwertung hat Kristoffersen nach zwei Rennen und 140 Punkten die Nase vorn. Feller hat zehn Zähler, Zenhäusern 20, Vinatzer 30 und Kristoffersens Landsmann Foss-Solevag 31 Zähler weniger auf dem Konto. Hinsichtlich des Gesamtweltcups konnte Pinturault, der heute 40 Punkte sammelte, seine Führung auf die heute pausierenden Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen und Marco Odermatt weiter ausbauen. Der nächste Torlauf im Weltcupwinter 2020/21, den die Herren bestreiten, findet am Dreikönigstag 2021 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb/Agram statt.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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