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Ein Blick ins neue Jahr: Nicht nur Marco Odermatt gehört die Zukunft

Ein Blick ins neue Jahr: Nicht nur Marco Odermatt gehört die Zukunft

Ein Blick ins neue Jahr: Nicht nur Marco Odermatt gehört die Zukunft

Oslo – Wenn man die bisherigen Skirennen der Ski Weltcup Saison 2020/21 betrachtet, erkennt man gleich, dass viele junge Athletinnen und Athleten mit erfolgsversprechenden Resultaten nach vorne preschen. So kann man sagen, dass sich eine neue Generation entwickelt, die den etablierten Namen und „alten Hasen“ den Kampf ansagen und Paroli bieten möchte.

Dazu zählt die 22-jährige Norwegerin Kajsa Vickhoff Lee, die in den Abfahrtstrainings einige Akzente setzte. Auch wenn sie noch nie auf einem Podest bei ihrem Weltcuprennen stand, gehört ihr eindeutig die Zukunft. Fünf Top-10-Resultate sind nicht zu verachten, und bei der schwierigen Abfahrt von Val d’Isère schrammte sie knapp an einem Podestplatz vorbei.

Ihr Landsmann Lucas Braathen ist um zwei Jahre jünger. In Sölden verblüffte er alle mit seinem Erfolg. Schon in der letzten Saison trumpfte er am Kitzbühler Ganslernhang auf. Er ist pfeilschnell und besticht durch seine feine Technik. Außerdem fährt der Nordeuropäer so Ski, als ob es kein Morgen gäbe und spult auf höchst forsche Art und Weise seine Durchgänge ab. Es ist kein Fehler, wenn man ihn als Ausnahmetalent beschreiben würde.

Aus der Schweiz kommt Marco Odermatt. 23-jährig, topmotiviert und in fast allen Disziplinen zu einem Sieg fähig. Im Dezember 2019 holte er im Super-G von Beaver Creek seinen ersten Weltcupsieg. Nun mischt er bereits um die große Kristallkugel mit. Wenn er verletzungsfrei bleibt, wird er auch im Riesentorlauf zu den ganz Großen zählen. Dass zudem das Swiss-Ski-Team kompakte Leistungen zeigt, kann ihn zusätzlich beflügeln.

Clement Noel, gleich alt wie Odermatt, hat bereits sechs Slalomsiege eingefahren. Im letzten Winter verpasste er denkbar knapp die kleine Kristallkugel und das rote Trikot in der Disziplinenwertung. Er will auch irgendwann mehr erreichen, dazu müsste er sich in den anderen Disziplinen einen Gang zulegen. Dass ihm das gelingt, ist aufgrund seiner Jugend nicht unrealistisch. Er ist ein sympathischer Zeitgenosse, der aber auch hart arbeiten kann.

2019 wurde der junge Südtiroler Alex Vinatzer Junioren-Weltmeister. Er hat schon in dieser Saison gezeigt, was in ihm steckt. Die Blinddarm-Operation war kein Hindernis. Der Grödner steht kurz vor seinem ersten Weltcupsieg. Im Riesentorlauf möchte der 21-Jährige noch an seinem Feinschliff arbeiten. Auf alle Fälle können sich seine Fans, und das sind mit Sicherheit nicht wenige, in den technischen Disziplinen auf etwas gefasst machen.

Atle Lie McGrath ist der Dritte im Bunde, wenn wir den Wikinger-Nachwuchs unter die Lupe nehmen. Er hat in der abgelaufenen Saison die Europacupwertung überlegen gewonnen und will auch im Ski Weltcup für Furore sorgen. Im Riesentorlauf auf der Gran Risa wurde er Zweiter. Und es ist fürwahr keine Schande, wenn man auf dem wohl schwierigsten Hang eine Handvoll Hundertstelsekunden auf einen erfahrenen Athleten wie Alexis Pinturault einbüßt.

Alice Robinson aus Neuseeland ist 19 Jahre alt und hat im letzten Winter schon zwei Weltcuprennen für sich entschieden. In diesem Winter lief es noch nicht ganz nach ihren Vorstellungen. Doch sie ist auch ein vielversprechendes Talent, das seinen Weg geht und erfolgreich ist. Ein erfreulicher Umstand ist, dass sie auch im Super-G zu Punkten kommt. Der 21. Platz in Val d’Isère ist schon einmal nicht schlecht, und wenn sie weiterhin eifrig und ehrgeizig an ihren Zielen festhält, können wir uns auf viele Errungenschaften des Kiwi-Teenagers freuen.

Marta Bassino kommt aus Italien. Sie ist 24 Jahre jung und hat sich schon in der Riesenslalom-Weltspitze festgekrallt. Außerdem gehört sie neben Federica Brignone und Sofia Goggia zur azurblauen Elite-Gruppe an. Sie gehört aufgrund ihrer feinen und filigranen Fahrt, die dennoch kämpferisch und aggressiv ist, auf den selektiven Pisten zu den Schnellsten. Auch in den Speeddisziplinen zeigt Bassino eindrucksvoll, was in ihr steckt. Und das kann in punkto Gesamtweltcupsieg auch vielleicht einmal etwas mit sich bringen, von dem sie heute noch nicht zu träumen wagt.

Katharina Liensberger aus Österreich ist eine sehr sympathische Zeitgenossin. Im Slalom ist sie die Nummer 3 hinter Mikaela Shiffrin und Petra Vlhová. Bei den beiden Rennen in Levi wurde sie in dieser Saison auch Dritte. Nun stehen die Heimrennen am Semmering an. Der ungute Streit mit dem ÖSV hat ein Ende gefunden, und auch der Rückstand zur früher unerreichbaren Konkurrenz ist kleiner geworden. Im Steilhang kommt das Talent der 23-Jährigen voll zur Geltung, und auch in der zweiten technischen Disziplin will sie für Furore sorgen. Es macht Spaß, der Vorarlbergerin bei der Arbeit zuzuschauen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: sportnews.bz

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