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Elisabeth „Lizz“ Görgl im Skiweltcup.TV-Interview: „Emotionen sind eine sehr individuelle Sache!“

Elisabeth „Lizz“ Görgl im Skiweltcup.TV-Interview: „Emotionen sind eine sehr individuelle Sache!“ (Foto: Barbara Wirl)

Elisabeth „Lizz“ Görgl im Skiweltcup.TV-Interview: „Emotionen sind eine sehr individuelle Sache!“ (Foto: Barbara Wirl)

Innsbruck – Die österreichische Skirennläuferin Elisabeth Görgl hat vor kurzer Zeit ihre sehr erfolgreiche Karriere beendet. Ohne Zweifel waren der Gewinn der zwei WM-Goldmedaillen in den Speeddisziplinen bei der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen die Höhepunkte des sportlichen Daseins der gebürtigen Steirerin.

Im Skiweltcup.TV-Gespräch sprachen wir mit Görgl über einen möglichen Auftritt bei „Dancing Stars“, Gefühle, ihre Frage als mögliche Interviewerin und den etwas anderen Auftakt in Sölden, da sie nicht mehr selbst den Hang hinunterfahren muss.

Skiweltcup.TV: Lizz, wenn man deine Ski-Karriere mit jener deiner einstigen Mannschaftskollegin Niki Hosp vergleicht, erkennen wir erstaunliche Parallelen. So wie die Tirolerin wurdest du auch Weltmeisterin, Gewinnerin einer olympischen Medaille, mehrfach Siegerin eines Weltcuprennens und last but not least von der österreichischen Postverwaltung mit einer schönen, bunten Sonderbriefmarke geehrt. Wirst du eines Tages á la Niki auch bei Dancing Stars das Parkett zum Glühen bringen?

Lizz Görgl: Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne tanze, und das ist seit immer schon der Fall. Wenn ich einen guten „Beat“ höre, kann ich nicht ruhig sitzen… Ich muss mich bewegen. Schon im Mädcheninternat in der Skihauptschule habe ich mit meinen Klassenkameradinnen Tänze einstudiert, mir Choreographien überlegt… Ich kann mir gut vorstellen, bei Dancing Stars mit zu machen.

Lizz Görgl (Foto: Privat)

Lizz Görgl (Foto: Privat)

Als du bei der Pressekonferenz nach der Saison 2016/17 einige Tränen der Rührung vergossen hast, hat man gemerkt, dass hinter der sehr erfolgreichen Skirennläuferin auch ein Mensch mit Gemütsbewegungen ist. Aus welchem Grund ist es für dich immer von enormer Wichtigkeit, Gefühle sowohl in positiven als auch in negativen Momenten zu zeigen?

Ich denke, das ist eine sehr individuell. Manche Menschen tun sich leichter Emotionen zuzulassen und öffentlich auszuleben, manche Menschen, machen das lieber im Stillen.

Angenommen, du wärst in die Rolle der Interviewerin geschlüpft. Gäbe es eine Fragestellung, die du einer Skifahrerin oder den Skifahrer gerne stellen würdest?

Wenn ich eine(n) Sportler(in) interviewen könnte, würde ich fragen: Bist du heute mit deiner Leistung happy? Wie hast du dich gefühlt beim Fahren, wie war es? Mich würde interessieren was die/der Sportler(in) zu sagen hat, und ob er/sie seinem/ihrem Optimum näher gekommen ist.

In Sölden beginnt jahrein jahraus der in der Zwischenzeit zur Tradition gewordene Saisonauftakt am Rettenbachferner im Ötztaler Sölden. Sowohl die Frauen als auch die Herren beginnen ihren Ski-Winter mit einem Riesentorlauf. Wie ist es für dich, wenn du nicht mehr an den Start gehen wirst, und auf wen ruhen – aus der rot-weiß-roten Brille gesehen – die Hoffnungen, wenn Marcel Hirscher und Anna Veith nicht von der Partie sind und aufgrund ihrer Verletzungen bzw. Operationen erst später ins saisonale Renngeschehen einsteigen werden?

Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einschätzen, wie es mir am 28.10 geht, aber mit Sicherheit wird es ein ungewohntes Gefühl sein. Da ich persönlich Vorort bin (ich werde bei beiden Startnummernauslosungen singen)  wird es spannend sein, die gewohnten Gesichter wieder zu sehen. Vermutlich wird es sich ein bisschen wie „Heimkommen“ anfühlen – jedes Jahr habe ich es so wahrgenommen – die Skifamilie kommt nach einer langen Sommervorbereitungsphase wieder zusammen.

Ich denke, es wird schön, und ich glaube, dass ich dieses Mal und ab jetzt immer diesen tollen Event stressfrei wahrnehmen werde. Was Prognosen betrifft, bin ich aktuell nicht informiert, wer schon in Form ist, aber ich hoffe, es sind alle fit und wir können einer schönen, spannenden Saison entgegenblicken.

Was möchtest du abschließend in diesem Interview all deinen zahlreichen Fans und Unterstützern quasi als Dankesworte mitgeben? Und warum ist es mehr als nur bedeutend, sich auf ein gutes und solides Umfeld, das dir den Rücken frei hält und dich unterstützt, zu verlassen, um eventuelle Hürden im Alltag besser zu meistern und offensiver und selbstbewusster durchs Leben zu gehen?

Ja, ich bedanke mich an dieser Stelle, bei all meinen Fans und Förderern und bei meinem nahen Umfeld. Wenn man so intensiv über einen derart langen Zeitraum seine eigenen persönlichen Ziele verfolgt und alles daran setzt,  jene zu erreichen, bedarf es eines sehr toleranten und verständnisvollen Umfeldes.

Als Sportler bekommt man und braucht man im entscheidenden Moment einen Tunnelblick; ohne den kann man keine Höchstleistungen bringen. Abgesehen von der Erleichterung vieler organisatorischer „Kleinigkeiten“ wurde es zwischenzeitlich sogar von großer Bedeutung in manchen Belangen seinen Blickwinkel zu ändern, und das wurde mir durch mein tolles Umfeld immer wieder ermöglicht. Danke dafür und für noch viel mehr!

Da sage ich auch von ganzem Herzen und im Namen von Skiweltcup.TV: Danke, Lizz!

Lizz Görgl in vertrauter Runde (Foto: Privat

Lizz Görgl in vertrauter Runde (Foto: Privat)

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

 

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& Olympische Winterspiele Ski Alpin 2018

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