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Eva-Maria Brem im Skiweltcup.TV Interview: „Ich will dort weitermachen, wo ich aufgehört habe.“

© Kraft Foods  /  Eva-Maria Brem (AUT)

© Kraft Foods / Eva-Maria Brem (AUT)

Münster in Tirol – Die 25-jährige Skirennläuferin Eva-Maria Brem gehört seit 2004 dem ÖSV-Kader an. Bei der Junioren-WM 2006 konnte sie erstmals in Erscheinung treten und freute sich über den dritten Rang im Riesentorlauf. Ein Jahr später holte sie sich sowohl im Super-G als auch im Riesenslalom Platz drei. Auch im Folgejahr konnte sie sich über eine Bronzemedaille freuen, dieses Mal in der Kombination.

Bei den österreichischen Skimeisterschaften holte sich die Tirolerin vier Titel. Und auch im Europacup war sie erfolgreich, zwei Siege im Riesentorlauf in der Saison 2006/07 sprechen dafür. Ihr Weltcupdebüt feierte Brem beim Heim-Slalom in Lienz. Ihre ersten (zwei) Punkte holte sie in der Super-Kombination 2007 in Altenmarkt-Zauchensee. Beim Riesenslalom in Panorama überraschte die ÖSV-Athletin alle mit dem sehr guten fünften Rang. Das war im November 2007.

Bei den Olympischen Winterspielen 2010 im kanadischen Vancouver erreichte Brem im Riesentorlauf den siebten Rang. Kurze Zeit später zog sie sich bei einem Sturz beim freien Skifahren einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und konnte im Folgejahr nur ein reduziertes Rennprogramm absolvieren. Beim Finale der Saison 2011/12 triumphierte sie mit ihren Mannschaftskolleginnen und -kollegen Michi Kirchgasser, Marcel Mathis und Philipp Schörghofer im Teambewerb.

Eva-Maria Brem war bei der Heim-Weltmeisterschaft 2013 in Schladming nicht mit von der Partie. Auch für die Olympischen Spiele in Sotschi wurde sie aufgrund unbefriedigender Leistungen nicht nominiert. Doch unmittelbar nach dem Saisonhöhepunkt in Russland explodierte die Tirolerin förmlich und stieg beim  Riesentorlauf im schwedischen Ǻre mit Position drei erstmals auf das Podium. Kurze Zeit später konnte sie sogar eine Schippe drauflegen und fuhr beim Saisonfinale in Lenzerheide auf den ausgezeichneten zweiten Platz.

Wir haben uns mit der liebenswerten Tirolerin über die letzte Saison, die mentale Stärke, ihre Hobbys abseits der Piste und vieles mehr unterhalten.

© Michael Kirchler / Eva-Maria Brem (AUT)

© Michael Kirchler / Eva-Maria Brem (AUT)

Skiweltcup.TV: „Eva-Maria, bist du nach den Top-Ergebnissen in den letzten Rennen eigentlich traurig, dass der Ski-Winter 2013/14 zu Ende gegangen ist?“

Eva-Maria Brem: „Nein, traurig bin ich nicht. Es ist schön, eine Saison gut und erfolgreich zu beenden. Das macht den Kopf frei und lässt mich besser abschalten. Außerdem hat mich auch dieser Winter sehr viel Kraft und Substanz gekostet, zumal das Wegstecken der Nichtnominierung für die Olympischen Spiele und das sich Herausarbeiten aus einem Tief mit fehlenden Ergebnissen viel Energie gekostet hat. Aber natürlich wäre es cool gewesen, so wie es bei mir am Schluss gelaufen ist, wenn die Saison noch ein bisschen länger gedauert hat.“

Skiweltcup.TV: „Wie erklärst du dir den Umstand, dass dir gerade in den letzten Entscheidungen der ‚sprichwörtliche Knopf‘ aufgegangen ist, oder wolltest du dein großes Talent absichtlich nicht jedem zeigen?“

Eva-Maria Brem: „Ich habe das Gefühl, dass bei den letzten Rennen einfach mal nichts gegen mich gelaufen ist. Ich bin von Oktober bis Dezember nicht schlechter Ski gefahren als zum Schluss, aber in unserem Sport sind eben viele Faktoren ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg. Meine Skifirma Völkl hat mich nach der Nichtnominierung perfekt unterstützt, mit neuem Material versorgt und Trainings- und Testmöglichkeiten organisiert. Außerdem konnte ich in dieser Zeit nur auf mich schauen und mein Training nach meinem Gefühl und meinen Wünschen gestalten, was sicher auch etwas gebracht hat.“

Skiweltcup.TV: „Der Skisport ist ein Kampf gegen die Uhr, Hundertstelsekunden entscheiden über Sieg oder Niederlage. Weshalb spielt in deiner Sportart die mentale Stärke die wichtigste Rolle, und was macht sie so ausschlaggebend?“

Eva-Maria Brem: „Gut Skifahren können, so denke ich, sehr viele. Das Wichtigste in unserem Sport ist, sich nicht draus bringen zu lassen. Das klingt jetzt einfach, ist wahrscheinlich aber das Schwierigste und für viele, so auch für mich, der Knackpunkt. Viele Sachen kann man nicht beeinflussen (Wetter, Startnummer, Verhältnisse, vielleicht auch mal eine falsche Skiwahl), und wenn dann das Ergebnis nicht passt, wird man sofort abgeschrieben, obwohl vielleicht einfach mal durch diverse Gründe nicht mehr möglich war.“

© Michael Kirchler / Eva-Maria Brem (AUT)

© Michael Kirchler / Eva-Maria Brem (AUT)

Skiweltcup.TV: „Weil wir gerade beim Skisport sind. Was hättest du gemacht, wenn du nicht Skirennläuferin geworden wärest? Hättest du dich einer anderen Sportart gewidmet oder einen anderen Weg eingeschlagen?“

Eva-Maria Brem: „Ich habe zwar immer viele verschiedene Sportarten, die mir auch Spaß gemacht haben, betrieben, aber Skifahren war immer meine größte Leidenschaft, und deswegen auch der einzige Weg, den ich einschlagen wollte.“

Skiweltcup.TV: „Mit welcher Begründung könntest du jemanden überzeugen, deinen Sport auszuüben?“

Eva-Maria Brem: „Wenn man jemanden erst überzeugen muss, ist es wahrscheinlich nicht das Richtige. Skifahren erfordert so viel Herzblut und kann zwischendurch so grausam sein und wehtun. Diesen Sport muss man leben und über alles lieben, sonst hält man es nicht durch. Aber was ich daran so schätze ist, dass es nie langweilig wird. Wenn man denkt, man hat alles und ist parat, kommt vielleicht ein Rennen, das alles auf den Kopf stellt, und man beginnt wieder von Null. Aber wenn es dann mal passt und läuft, ist es einfach cool.“

Skiweltcup.TV: „Was machst du, wenn du nicht ans Skifahren, an schöne Schwünge auf dem Schnee, Kippstangen und harte Trainingseinheiten denkst? Gibt es einige spezielle Hobbys, von denen du uns berichten magst?“

Eva-Maria Brem: „Am liebsten verbringe ich dann die Zeit mit meinen Lieben. Was wir dann machen, ist mir egal. Und sonst versuche ich, einfach so viel Sommer wie möglich abzubekommen. Schönes Wetter und raus zum See, das liebe ich. Spezielle Hobbys gibt es eigentlich nicht, so probiere ich gerne neue Sachen und bin gerne in der Natur. Das geht dann über Skitouren bis hin zum Stand up Paddle und Tennis spielen.“

Skiweltcup.TV: „Eva-Maria, was ist deine Lieblingsdisziplin, und welche Strecke hat es dir besonders angetan?“

Eva-Maria Brem: „Eindeutig Riesentorlauf. Slalom liebe ich manchmal, und manchmal könnte ich alles hinschmeißen in dieser Disziplin. Aber das ist eben auch der Reiz daran. Der Super-G ist durchaus auch interessant und ein Thema. Riesentorlauf ist mir zwar das Liebste, aber immer denselben Schwung zu fahren macht auch keinen Spaß. Lieblingsstrecken gibt es ein paar: Aspen, Åre, Lienz,… Ich mag vor allem die natürlichen Hänge mit Wellen und Steilpassagen. Strecken die gleichmäßig in den Wald gehackt und eben sind, gefallen mir nicht und haben wenig Charme.“

© Gerwig Löffelholz  /  Eva Maria Brem (AUT)

© Gerwig Löffelholz / Eva Maria Brem (AUT)

Skiweltcup.TV: „Schauen wir in die Jetztzeit und in die nahe Zukunft: Was gönnst du dir in deinem wohl verdienten Urlaub, und wann stehen die ersten Sommertrainingseinheiten auf dem Programm?“

Eva-Maria Brem: „Ende April fliege ich für zwei Wochen in den Urlaub und Mitte Mai starte ich mit dem Konditionstraining. Ende Juli wird’s wahrscheinlich Zeit. um das erste Mal wieder die Ski anzuschnallen.“

Skiweltcup.TV: „Mit welcher Erwartungshaltung gehst du in die neue Saison, wohl wissend, dass deine letzte optimal aufgehört hat?“

Eva-Maria Brem: „Ich möchte so weitermachen, wie ich aufgehört habe. Die letzten Rennen waren gut, aber noch nicht das Limit. Ich fühle, dass im Riesentorlauf noch mehr geht. Auch im Slalom bin ich auf einem guten Weg, und den möchte ich weitergehen.“

Skiweltcup.TV: „Wie froh wärest du, wenn diese Leistungen weiterhin abgerufen werden können, sodass du bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft in den USA mittendrin anstatt nur dabei bist?“

Eva-Maria Brem: „Das ist natürlich das Ziel. Dass ich ganz vorne mitfahren kann, wenn die Dinge zusammen laufen, habe ich am Ende der letzten Saison gesehen. Also geht es darum, dass die Dinge für mich immer öfter und regelmäßig zusammenpassen.“

skiweltcup.tv: „Bleibt eine abschließende Frage: Wo siehst du dich in zehn Jahren, sportlich wie privat?“

Eva-Maria Brem: „Sportlich hoffentlich so, dass ich sagen kann, dass ich alles gegeben habe und es wunderschön war. Privat hoffentlich mit Ehemann, Kind, Haus und Garten.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner  

 

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