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FIS SKI blickt zurück auf die Ski Weltcup Saison der Herren

Ski Weltcup Gesamtsieger der Saison 2020/21: Alexis Pinturault

Ski Weltcup Gesamtsieger der Saison 2020/21: Alexis Pinturault

Sölden – Die Saison 2020/21 wurde traditionell am Rettenbachferner hoch ober Sölden mit einem Riesentorlauf eröffnet. Aufgrund der Corona Pandemie waren keine Fans zugelassen, das Ganze präsentierte sich zunächst doch etwas surreal. Aber bald verstand jeder, dass man sich coronabedingt an diese Lage anpassen musste. Der norwegische Jungspund Lucas Braathen kam, sah und siegte. Es war sein erster Erfolg. Und alle wussten, dass er nicht nur ein Talent ist.

Eine weitere positive Überraschung war wohl der Slowene Martin Cater, der mit der hohen Startnummer 41 die Abfahrt in Val d’Isère für sich entschied. Noch nie hatte er vorher ein Rennen gewonnen. Seine überzeugende Vorstellung trug dafür Sorge, dass Otmar Striedinger aus Österreich seine Siegerinterviews abrupt beenden musste.

In Gröden wussten die Norweger zu überzeugen. Vor seinem Kreuzbandriss zeigte Aleksander Aamodt Kilde auf der Saslong sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Dass Gröden auch als das Tal der Holzschnitzer bekannt ist, ist mehr als nur eine kuriose Randnotiz.

Der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle bewies mit seinem zweiten Platz in Gröden, dass es auch Athleten von der anderen Seite des Atlantiks gibt, die im Weltcup im Allgemeinen und in den Speedrennen im Besonderen zu überzeugen wissen. In Bormio legte er eine Schippe nach und schwang als Erster ab. Eine blöde wie gleichermaßen schwere Verletzung, die er sich im Rahmen des Kitzbühel-Wochenendes zuzog, sorgte dafür, dass seine Saison vorzeitig zu Ende ging und der Traum von einer etwaigen WM-Medaille in Cortina d’Ampezzo wie eine Seifenblase zerplatzte.

In Adelboden zeigte ein entfesselt fahrender Franzose Alexis Pinturault seine ganze Klasse. Auch wenn zwei Wikinger durch schwere Verletzungen um die WM-Teilnahme gebracht wurden, schauten alle zum triumphierenden Athleten der Equipe Tricolore auf. Er war der erste, dem es gelang, zwei Riesentorläufe hintereinander zu gewinnen, die am Chuenisbärgli über die Bühne gingen.

Nachdem coronabedingt der Slalom in Kitzbühel nach Flachau verlegt wurde, erlebten wir zwei schöne Rennen mit zwei Premierensiegern. Manuel Feller, der lange im Geschäft ist, sicherte sich seinen ersten Weltcupsieg in seiner Karriere. Nach dem Österreicher gelang dies am Folgetag dem Norweger Sebastian Foss-Solevag, der später mit dem Gewinn der WM-Goldmedaille in Cortina d’Ampezzo die Piemontkirsche auf seine persönliche Sahnetorte setzte.

Beat Feuz sicherte sich zum vierten Mal in Folge die kleine Kristallkugel in der Abfahrtswertung. Das gelang vor dem Schweizer nur dem großen österreichischen Abfahrtskaiser Franz Klammer. Die Leistungen des Eidgenossen, der seit jeher durch seine Konstanz zu überzeugen weiß, sind beachtlich. Er schnappte sich in Kitzbühel die goldene Gams gleich zweimal, obwohl seine Karriere aufgrund einer langwierigen Kniegeschichte lange auf der Kippe stand.

Dominik Paris, der nach seinem Kreuzbandriss im Training unmittelbar vor der Abfahrt in Kitzbühel im letzten Jahr, lange auf sein Comeback warten musste, zeigte dennoch, was in ihm steckt. In Garmisch-Partenkirchen bewies der Modelathlet aus dem Ultental, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört und er in den schnellen Disziplinen immer unter den besten Drei landen kann.

Marco Odermatt sorgte mit seinen guten Fahrten dafür, dass der Kampf um die große Kristallkugel lange offen blieb. Er gewann im Super-G von Saalbach-Hinterglemm. Auch war er im Riesentorlauf von Kranjska Gora nicht zu stoppen. Durch seine überzeugenden Leistungen wurde er zum größten Widersacher des erfahrenen Pinturault, auch wenn das Wetter in der Lenzerheide seinen Bemühungen, den Gesamtweltcup in die Schweiz zu holen, jäh unterbrochen und beendet wurden.

Ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag wusste eben Alexis Pinturault zu überzeugen. Der Angehörige der Grand Nation sicherte sich nach unzähligen Kombi-Kristallkugeln auch eine im Riesentorlauf. Und da er meilenweit von einer Midlife-Crisis entfernt ist, gewann er gut ein Vierteljahrhundert nach Luc Alphand die große Kristallkugel. Einfach nur: Chapeau, Alexis!

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: fis-ski.com

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