6 Juni 2022

Für Aleksander Aamodt Kilde käme ein Privatteam nie in Frage

Für Aleksander Aamodt Kilde käme ein Privatteam nie in Frage
Für Aleksander Aamodt Kilde käme ein Privatteam nie in Frage

Lørenskog – Der norwegische Skirennläufer Aleksander Aamodt Kilde hofft, dass die jungen Athleten den Wert einer Nationalmannschaft sehen, respektiert dessen ungeachtet aber die Absonderung von Henrik Kristoffersen in sein privates Team. In der letzten Woche wurde der Sondervertrag zwischen dem norwegischen Skiverband und Kristoffersen verlängert.

Das bedeutet, dass der Slalom-Weltcupsieger seinen individuellen Weg an der Seite der Nationalmannschaft fortsetzen wird. Der 27-Jährige hat sich in Salzburg niedergelassen, unweit von seinem Sponsor Red Bull. Kristoffersen hat bisher drei Kristallkugeln gewonnen und ist der Meinung, dass er noch nicht am Zenit seiner Karriere angekommen ist.

Für den Wikinger, der 2016, 2020 und 2022 die kleine Kristallkugel im Slalom gewonnen hat, denken die Menschen, dass die Situation als ein „Ein-Mann-Team“ unterwegs zu sein besonders angenehm ist. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Wenn man alleine ist und Trainer für sich hat, steht man rund um die Uhr im Mittelpunkt des Geschehens. In der Tat wäre es einfacher und bequemer gewesen, in der Nationalmannschaft zu sein, aber wer bequemer ist, gewinnt nicht mehr Rennen.

Für Kristoffersen ist es wichtig, dass er nach einem Rennen in den Spiegel schaut und sagen kann, dass er alles unternommen hat, um der Beste zu sein. Bislang gibt es kaum Zweifel, dass das Programm, das der Wikinger abspult, erfolgreich ist. Immerhin hat der bald 28 Jahre alt werdende Skirennläufer 28 Weltcuprennen gewonnen. Ferner betont er, dass er ein gutes Verhältnis zu den anderen Athleten in der Nationalmannschaft hat, obgleich er sich dafür entschieden hatte, einen eigenen Weg einzuschlagen.

Aleksander Aamodt Kilde ist sich sicher, dass sich die gegenwärtige Struktur und Aufteilung sowohl für Kristoffersen als auch für den Rest des Teams bewährt hat. Klarerweise gibt es aber auch Meinungsverschiedenheiten. Trotzdem ist es allen Beteiligten gelungen, eine funktionierende Balance zu finden. Der 29-jährige Speedspezialist, der im vergangenen Winter sowohl die Abfahrts- als auch die Super-G-Kristallkugel für sich entschieden hatte, hofft, dass junge Athleten den Vorteil, Teil einer größeren Gruppe zu sein, erkennen. Die Struktur, die man im Verband hat, aber auch das Team und die Werte, für die man steht, sind vorbildlich.

Der Freund von Mikaela Shiffrin führt auch an, dass es für ihn nie relevant war, alleine in einem Team zu kämpfen. Er denkt, dass es besser funktioniert, wenn man ein Teil des Kollektivs ist. Gerade in der norwegischen Mannschaft sieht man, wie man sich gegenseitig motiviert immer besser zu werden. Es sind alles verschiedene Charaktere, doch jeder muss sich an bestimmte Regeln halten und die Seiten des Anderen verstehen.

Die Vereinbarung Kristoffersens mit dem norwegischen Skiverband bedeutet, dass der Verband praktisch und finanziell ein sportangepasstes Programm für den Athleten abseits der Piste gestattet. Die erste Abmachung zwischen beiden Parteien wurde vor drei Jahren unterzeichnet, nachdem das „Kriegsbeil“ nach einem erbitterten Streit begraben wurde. Vor gut sechs Jahren verklagte der Skirennläufer den Verband. Wir erinnern uns, als er seinen Privatsponsor, einen österreichischen Energydrinkhersteller auf den Helm platzieren wollte und somit diesen für ein besseres sportliches Engagement sichtbar zu machen.

Der Verband gewann die Klage 2019 und im selben Jahr einigte man sich auf einen Dreijahresvertrag. Dieses Abkommen wurde in diesem Sommer um zwei weitere Jahre verlängert.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: nettavisen.no

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2022/23  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2022/23  




Verwandte Artikel:

Mikaela Shiffrin stellt ihr Team für die Ski Weltcup Saison 2022/23 vor
Mikaela Shiffrin stellt ihr Team für die Ski Weltcup Saison 2022/23 vor

Vail – Im Team rund um die amtierende Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin gibt es Veränderungen. Der Österreicher Mark Mitter wird als Assistentcoach fungieren. Mike Day wird der US-Lady als Cheftrainer erhalten bleiben. Alex Hödlmoser wechselte zum ÖSV; Jeff Lackie übernimmt den Posten des Damen-Speedtrainers der US-Mannschaft. Burkhard Schaffer, ein weiterer Österreicher, wird Lackie beiseite stehen. Der… Mikaela Shiffrin stellt ihr Team für die Ski Weltcup Saison 2022/23 vor weiterlesen

Ganz Spindlermühle freut sich auf die Ski Weltcup Damenrennen im Januar 2023
Ganz Spindlermühle freut sich auf die Ski Weltcup Damenrennen im Januar 2023

Špindlerův Mlýn – Eine FIS-Delegation um Peter Gerdol überprüfte die Vorbereitungen für den Skiweltcup-Standort Špindlerův Mlýn (dt. Spindlermühle) und zeigte sich zufrieden. Im bevorstehenden WM-Winter wird der tschechische Ort wieder im Kalender aufgenommen. Im Januar 2023 werden ein Slalom und ein Riesentorlauf der Damen ausgetragen. Man sprach lediglich um Verbesserungsvorschläge, aber es scheint alles in… Ganz Spindlermühle freut sich auf die Ski Weltcup Damenrennen im Januar 2023 weiterlesen

Ramon Zenhäusern vertraut auf den ehemaligen Servicemann von Henrik Kristoffersen
Ramon Zenhäusern vertraut auf den ehemaligen Servicemann von Henrik Kristoffersen

Petra Vlhova und Ramon Zenhäusern werden mit neuen Serviceleuten in die WM-Saison 2022/23 starten. Während sich die Slalom-Olympiasiegerin auf die Dienst von Brice Bottollier verlässt, hofft der Schweizer mit Philippe Petitjean wieder in die Erfolgsspur der letzten Jahre zu finden. Der neue Skitechniker von Petra Vlhova arbeitete zuletzt an der Seite der Franzosen Maxence Muzaton… Petra Vlhova und Ramon Zenhäusern starten mit neuen Serviceleuten in die WM-Saison weiterlesen

Rossignol hat Henrik Kristoffersen nur ungerne ziehen lassen.
Rossignol hat Henrik Kristoffersen nur ungerne ziehen lassen.

Isère – Der norwegische Skirennläufer Henrik Kristoffersen, der im vergangenen Winter die kleine Slalom-Weltcupkugel erringen konnte, wechselte, wie bereits berichtet, von Rossignol zu Van Deer, der Marke seines einstigen Konkurrenten Marcel Hirscher. Es liegt auf der Hand, dass Stéphane Mougin, der Leiter der Rennabteilung der französischen Marke enttäuscht ist. Trotzdem schaut er zuversichtlich nach vorne.… Rossignol hat Henrik Kristoffersen nur ungerne ziehen lassen. weiterlesen

Marcel Hirscher sah sich als Leibeigener im Skizirkus
Marcel Hirscher sah sich als Leibeigener im Skizirkus

Annaberg – Marcel Hirscher betonte in einem Interview mit „Red Bulletin“, dass man den Umgang mit Athleten/innen ändern muss. Hirscher lässt auch mit kritischen Aussagen über den Skizirkus aufhorchen: „Ich bin überzeugt, dass ich noch erleben werde, dass man mit Athleten nicht mehr so umgehen kann wie zu meiner Zeit. Das Wort ,selbst‘ wird deutlich… Marcel Hirscher sah sich als Leibeigener im Skizirkus weiterlesen