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Geografischer und skigeschichtlicher Exkurs über Sölden

© skiweltcup.soelden.com /   Geografischer und skigeschichtlicher Exkurs über Sölden

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Sölden – In vier Tagen geht es los. Mit einem Riesentorlauf eröffnen die Damen und Herren die alpine Ski-Saison 2015/16. In dieser Zeit werden Sie viele Nachrichten, Hintergrundberichte und natürlich die Renngeschehen bei uns lesen und verfolgen. Doch wissen Sie genau, wo Sölden liegt?

Sölden liegt mit rund 3.300 Einwohnern im südlichen Teil des Ötztals auf fast 1.400 Metern Seehöhe. Das Dorf ist die flächengrößte Gemeinde Österreichs. Dass dort der Tourismus als größte Erwerbsquelle großgeschrieben wird, liegt auf der Hand. So gibt es 15.000 Gästebetten und gut zwei Millionen Nächtigungen pro Jahr. Dessen ungeachtet hat der Fremdenverkehr seine Schattenseiten; so verlor der Ort seinen Charakter eines Bergdorfes zuungunsten eines alpin-touristischen Baustils. Davon zeugen fast 40 Seilbahnen, rund 150 km Piste, drei Langlaufloipen, eine beleuchtete Rodelbahn, ein beleuchteter Eislaufplatz, viele Skihütten (alles in Sölden) als touristische Infrastruktur.

Das Gemeindegebiet von Sölden umfasst die kleineren Ortschaften Gurgl, Heilkreuz, Vent und Zwieselstein; überdies grenzt der Ort an die Gemeinden Kaunertal, St. Leonhard im Pitztal, Längenfeld, Neustift im Stubaital, Ratschings, Moos in Passeier, Schnals, Mals und Graun im Vinschgau.

Auf dem westlich von Sölden gelegenen Rettenbachferner werden die Riesentorlauf-Entscheidungen ausgetragen. Darunter versteht man einen Gletscher, der durch mehrere Seilbahnanlagen für den Wintersport erschlossen wurde. Vor 22 Jahren wurden erstmals Weltcuprennen ausgetragen. Seit dem Winter 2000/01 findet der Saison Opening jährlich im Ötztal statt. Die Ausnahme bildet das Jahr 2006, damals wurden die Rennen wegen anhaltend warmer Witterung abgesagt. Vor fünf Jahren wurde die Herrenentscheidung wegen dichten Nebels vor dem zweiten Lauf abgebrochen.

Im vergangenen Winter gab es bei den Damen zwei Siegerinnen. Sowohl die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin als auch die Österreicherin Anna Fenninger waren auf die Hundertstelsekunde gleich schnell. Dritte im Bunde wurde die Tirolerin Eva-Maria Brem. Bei den Herren triumphierte am Folgetag Marcel Hirscher. Der Salzburger gewann vor dem DSV-Starter Fritz Dopfer und dem Franzosen Alexis Pinturault. Wenn wir noch ein paar Namen dazugeben, sind die sechs genannten Skistars auch heuer wieder zum ganz großen Favoritenkreis zu zählen, wenn es am steilen Rettenbachferner um Punkte, Hundertstelsekunden und einen gelungenen Saisonauftakt geht.

Zum Streckenprofil. Der Start liegt auf rund 3.050 Metern Seehöhe, das Ziel liegt knapp 370 Meter darunter. Die Strecke weist eine Länge von fast 1.200 Metern auf. Vor vielen, vielen Jahren – Skichronisten schreiben das Jahr 2002 – gab es mit der Österreicherin Niki Hosp, der Slowenin Tina Maze und der Norwegerin Andrine Flemmen einen Dreifachtriumph. Noch ein kleiner Blick in die Statistik: Hermann Maier und Ted Ligety haben jeweils dreimal gewonnen. Sollte der quirlige US-Amerikaner in diesem Jahr gewinnen, ist er Rekordsieger am Rettenbachferner. Das ist durchaus im Rahmen des Möglichen. Bei den Damen stand Maze, die heuer aussetzt, auch dreimal auf dem obersten Treppchen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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