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Hans Grugger hat Karriereende bekannt gegeben

ÖSV Pressekonferenz mit Hans Grugger

ÖSV Pressekonferenz mit Hans Grugger

Hans Grugger hat am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck sein Karriereende bekanntgegeben 

Innsbruck – Bei einer für heute einberufenen Pressekonferenz in Innsbruck hat der Salzburger Super-G- und Abfahrtsläufer Johann „Hans“ Grugger das Ende seiner sportlichen Laufbahn angekündigt. Der charismatische Sportler begann mit drei Jahren mit dem Skilauf. In der Folge wurde er als Jugendlicher in den Kader des Salzburger Landesskiverbandes aufgenommen und bestritt erstmals FIS-Rennen. Sportlich ging es trotz einiger Verletzungen aufwärts, ehe er 2001/2002 im Europa- und ab 2003/2004 im Weltcup im Einsatz war. Das Debüt am 29. November 2003 mit dem siebten Platz in der Abfahrt in Lake Louis war sehr verheißungsvoll. Den Durchbruch zur absoluten Weltspitze gelang ihm ein weiteres Jahr später mit den Siegen auf der selektiven „Stelvio“-Piste in Bormio und in Chamonix.

Der dritte Sieg im Weltpokal gelang dem aufstrebenden Skifahrer aus Bad Hofgastein mit dem Super-G 2005 in Gröden. Wenig später holte ihn wieder das Verletzungspech ein und aufgrund einer Beckenverletzung, die er bei einem Sturz in Bormio erlitten hatte, musste er die Saison vorzeitig beenden. Der vierte Sieg ließ etwas auf sich warten, am 11. März 2007 war es wiederum ein Super-G, dieses Mal im norwegischen Kvitfjell war es soweit.

Der Traum von einem weiteren Sieg blieb neben einigen Top-Resultaten unerfüllt, genauso wie eine Auszeichnung bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Im Januar 2011 kam er im Abfahrtstraining auf der „Streif“ in Kitzbühel schwer zu Sturz und zog sich neben einer Lungenverletzung ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Trotz intensiver und harter Trainingseinheiten warfen Grugger Probleme mit dem rechten Bein immer wieder zurück, so dass es keine Rückkehr in den Spitzensport mehr geben wird.

Mit Hans Grugger verlässt ein bescheidener und großer Sportsmann die internationale Skibühne. Er hat kein Problem mehr, nicht mehr um Zehntelsekunden und interne Qualifikationsrennen kämpfen zu müssen. Der Salzburger Athlet genießt jeden Tag und dankbar, dass er alle wichtigen Bewegungen halbwegs normal machen kann.

Bericht: Andreas Raffeiner für Skiweltcup.TV

Auf www.oesv.at spricht Grugger über die Beweggründe für sein jetziges Karriereende:
Wie schwer war es einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen?

„Dieser Schritt war absolut nicht schmerzhaft für mich. Ich bin heilfroh und dankbar, dass es mir so gut geht. Dass ich in Zukunft keine Rennen mehr bestreiten kann, ist ein relativ kleines Problem. Ich kann immer noch frei Skifahren und eigentlich wieder alles machen.“

Was war der ausschlaggebende Grund für den Rücktritt?

„Mein rechter Fuß wurde in den letzten Monaten einfach nicht besser bzw. es hat sich nichts geändert. Die Chance auf Besserung besteht zwar, aber die Zeit ist nicht voraussehbar. Darum habe ich mich zu diesem Schritt entschieden.“

Welche Momente bleiben dir am meisten in Erinnerung?

„Das waren sicher die vier Weltcupsiege. Es war jedes Mal ein Highlight, vor allem mein erster Sieg in Bormio. Aber auch mein erstes Mal Skifahren nach meinem Sturz. Zwar nicht aus sportlicher, aber aus emotionaler Sicht.“

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

„Was die Zukunft bringt, habe ich mir noch nicht genau überlegt. Bis zuletzt habe ich gehofft, dass das mit dem Skirennsport doch noch was wird. Ich weiß nur, dass ich die Trainerprüfung und den staatlichen Skilehrer in nächster Zeit absolvieren möchte.“

In deiner langen Karriere hattest und hast sehr viele Wegbegleiter. Wem würdest du noch gerne DANKE sagen?

„Natürlich meiner ganzen Familie und meiner Freundin Ingrid, die mich in den letzten Jahren immer unterstützt haben. Dem ganzen Trainerteam rund um Mathias Berthold und Andreas Evers. Vergessen möchte ich auch nicht meiner Partner Head, Carrera, Komperdell und meinen Kopfsponsor Gastein. Es war eine schöne Zeit. Danke.“

www.grugger.at
Steckbrief Hans Grugger
Vom Horrorsturz zurück ins Leben

20. Jänner: Hans Grugger stürzt auf der Streif beim Sprung über die Mausefalle schwer. Es folgt eine mehrstündige Notoperation in der Innsbrucker Uniklinik für Neurochirurgie. Grugger wird künstlich beatmet und in Tiefschlaf versetzt.

21. Jänner: Bei einer Pressekonferenz sprechen die Ärzte über das Ausmaß der Verletzungen: Schweres Schädelhirntrauma mit subtoraler Blutung zwischen Hirn- und Schädelknochen, eingerissene Halsschlagader, zwei Brüche der Halswirbelsäule sowie Rippenbrüche und eine Lungenquetschung.

25. Jänner: Die Aufwachphase wird eingeleitet.

31. Jänner: Grugger atmet selbstständig, reagiert.

1. Februar: Die Aufwachphase ist abgeschlossen. Erste Worte von Grugger.

7. Februar: Grugger kann selbstständig essen. Erste Schritte mit Hilfe der Therapeuten.

15. Februar: Ein Teil der Schädeldecke, der zur Minderung des Gehirndrucks bei der Not-OP entfernt wurde, wird wieder eingesetzt.

18. Februar: Grugger verlässt die Intensivstation und übersiedelt zur Reha nach Hochzirl.

21. Februar: Start der Reha mit Chance auf 100-prozentige Heilung.

18.März: Hans Grugger darf nach Hause.

12. Oktober: Grugger steht in Sölden erstmals wieder auf Ski.

24. April 2012: Hans Grugger gibt in Innsbruck das Ende seiner Karriere bekannt.

Hans Pum: „Ich kenne Hans seit er vor 13 Jahren in den Skiverband gekommen ist. Ich weiß nicht, ob ich heute traurig oder glücklich über diese Entscheidung sein soll. Traurig, weil eines der größten Abfahrtstalente der letzten Jahre seinen Rücktritt erklärt. Glücklich, dass Hans nach seinem Horrorsturz diese Entscheidung frei treffen kann. Wenn man sich an die Momente des Sturzes, vom bangen Warten im Ziel, über die vielen Gespräche mit den Ärzten und dem Zusammenrücken innerhalb des Teams in dieser für alle schwierigen Zeit zurückerinnert, dann muss man heute einfach dankbar sein, dass dieser verhängnisvolle Sturz am Ende so ausgeht“, so der ÖSV-Sportdirektor.

„Ohne seine positive Einstellung, die er bei all seinen vielen Verletzungen an den Tag gelegt hat, wäre ein so beeindruckender Weg zurück in den Alltag auch gar nicht möglich gewesen. Die Geschichte von Hans hat uns auch gezeigt, dass obwohl es bei uns um Hundertstelsekunden geht, am Ende doch die Gesundheit das Wichtigste ist. Wir werden Hans auf alle Fälle auf seinen weiteren Lebensweg unterstützen und hoffen, dass er irgendwann in der Zukunft als Trainer für den Skiverband tätig sein wird“, so Hans Pum bei der heutigen Pressekonferenz.

Mathias Berthold: „Mit Hans Grugger verliert unser Team einen super Sportler und einen ganz tollen Menschen, der nicht nur in der Öffentlichkeit ein aboluter Sympathieträger war. Als Trainer tut es mir sehr leid nicht länger mit so einem Athleten zusammenarbeiten zu können, gleichzeitig bin ich aber froh, dass es Hans heute wieder so gut geht.“

Quelle: www.oesv.at

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460 Tage nach seinem folgenschweren Sturz in Kitzbühel kommt Hans Grugger morgen zur ärztlichen Nachuntersuchung nach Innsbruck, der sowohl der 30-jährige Salzburger als auch die sportliche Leitung des ÖSV mit Interesse entgegen blicken. Im Anschluss spricht Grugger über seinen aktuellen Gesundheitszustand und seine Zukunftspläne.

Die sportliche ÖSV-Führung – Sportdirektor Hans Pum und der sportliche Leiter der Herren, Mathias Berthold – nützen die Gelegenheit, um Sie im Rahmen der Grugger–Info auch über Änderungen und die Vorbereitung auf die kommende Saison zu informieren.

Gesprächspartner sind:
-Hans Grugger
-Hans Pum (ÖSV-Sportdirektor)
-Mathias Berthold  (sportlicher Leiter Herren)      

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