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Hirschers Nachfolger: Wer holt in der Saison 2019/20 die Riesentorlauf-Kugel?

Hirschers Nachfolger: Wer holt in der Saison 2019/20 die Riesentorlauf-Kugel?

Hirschers Nachfolger: Wer holt in der Saison 2019/20 die Riesentorlauf-Kugel?

Sölden – In wenigen Tagen beginnt der Ski Weltcup Winter 2019/20. Die Herren tragen in Sölden einen Riesentorlauf aus. Alle fragen sich, wer die Lücke, die der Österreicher Marcel Hirscher in dieser Disziplin hinterlassen hat, schließen kann. Und viele erwarten sich ein Duell auf Augenhöhe zwischen Henrik Kristoffersen aus Norwegen und Alexis Pinturault aus Frankreich.

Henrik Kristoffersen: In Åre krönte sich der Wikinger mit der Goldmedaille im Riesentorlauf. Der 25-Jährige möchte weiterhin auf der Welle des Erfolgs reiten. Im Dezember 2015 feierte der Norweger seinen ersten Sieg in dieser Disziplin. In der letzten Saison schlug er mit seinen Erfolgen in Bansko und Kranjska Gora gleich zweimal zu. Kristoffersen hat durchaus das Potenzial, neben seiner Lieblingsdisziplin Slalom auch im Riesentorlauf erfolgreich zu sein.

Alexis Pinturault: Der Franzose hat, wenn wir die Kombination auslassen, noch nie eine kleine Kristallkugel gewonnen. Der Athlet der Equipe Tricolore träumt aber von dem Triumph in der Gesamtwertung. Dazu muss er auch im Riesenslalom erfolgreich sein. Nach dem Rücktritt von Thomas Fanara und der Krise von Mathieu Faivre muss man schauen, wer sich von den Ski-Assen der Grand Nation möglichst oft zwischen einem Pinturault und Kristoffersen schieben kann.

Marco Odermatt: Der Schweizer ist ohne Zweifel der Senkrechtstarter der letzten Saison. In seinem ersten Weltcupjahr schaffte er zweimal dem Sprung aufs Podest. Mit dem achten Rang in der Disziplinenwertung will der Eidgenosse seinen Hunger weiterhin stillen. Der am 8. Oktober 22 Jahre alt gewordene, fünffache Junioren-Weltmeister gehört schon der ersten Startgruppe an und will in Sölden zeigen, dass er ein heißes Eisen im Swiss-Ski-Team ist. Selbst Hirscher sagt Odermatt eine große Karriere voraus.

Zan Kranjec: Der Slowene gewann im letzten Winter in Saalbach-Hinterglemm. Der Rennverlauf war vielleicht etwas verrückt, doch am Ende stand ein Athlet auf der höchsten Stufe des Treppchens, der sich den Sieg verdiente. Auch beim Saisonkehraus in Andorra landete er unter den besten Drei. Im Slalom hat sich Kranjec verbessert. Er ist reif für Großtaten und auch das Mentale kann zu seinen Stärken gezählt werden. Es ist davon auszugehen, dass die Stockerlplatzierungen der vergangenen Saison keine Eintagsfliegen sind.

Loic Meillard: Neben Justin Murisier und Marco Odermatt will auch Loic Meillard die Schweiz jubeln lassen. Im Dezember sorgte er mit zwei Fahrten unter die besten Drei für Furore. Er will weiter gut fahren. Ein Sieg ist nur eine Frage der Zeit. Der Swiss-Ski-Athlet ist jung und vor allem topmotiviert. Der Schweizer muss sein Talent niemandem mehr beweisen. Wenn seine Schwester Melanie wieder ganz gesund ist, werden uns diese Skigeschwister ohne Zweifel noch lange viel Freude bereiten.

Stefan Luitz: Der Deutsche war einer der meist diskutierten Skicharaktere der abgelaufenen Saison. Der erste Sieg wurde ihm zuerst genommen und dann wieder gegeben. Die Sauerstoff-Affäre von Beaver Creek dominierte monatelang das Geschehen abseits der Piste. Nach einigen Verletzungen war der Sommer des DSV-Athleten positiv. Er ist sehr schnell und gefährlich. Und vielleicht gewinnt er wieder ein Rennen. Zu wünschen wäre es ihm, denn die Last, die nach dem Rücktritt von Felix Neureuther auf seinen Schultern liegt, kann groß sein.

Matts Olsson: Der Schwede hatte seine Absichten, in den Ski-Ruhestand zu treten, bekanntgeben und kam wieder zurück. Er kletterte in Val d’Isère wenige Tage vor dem Weihnachtsfest des letzten Jahres auf das Podest. Auf diese Weise machte er sich selbst ein Geschenk. Das war auch bei dem Parallelrennen in Alta Badia/Hochabtei – und hier gewann der Mann des Drei-Kronen-Teams – der Fall. Der Skandinavier ist ein sehr charakterstarker Athlet, der talentiert ist. Und Talent ist bekanntlich keine Frage des Alters. Dieser salopp formulierte Satz gilt für den 30-Jährigen besonders.

Weitere Athleten, die unter die besten Fünf in der Disziplinenwertung kommen können, sind der US-Amerikaner Tommy Ford, der Österreicher Manuel Feller und der azurblaue Vertreter Luca  De Aliprandini. Ford kletterte noch nie aufs Podest, doch seine Konstanz, die er bei den Klassikern in Frankreich, Südtirol und in der Schweiz zeigte, war durchaus beeindruckend. Feller, seines Zeichens aus Tirol, muss aus rot-weiß-roter Sicht im Jahr eins nach Marcel Hirscher die Kastanien aus dem Feuer holen. Er wartet auf seinen ersten Sieg. Im Vorjahr belegte er den 14. Platz in der Disziplinenwertung. Doch es kann sein, dass dem angehenden Jungvater der Knopf aufgeht und er bereits in Sölden seine Fans in einen kollektiven Freudentaumel versetzen kann.

Der Italiener hingegen hofft indessen auch auf ein Top-Ergebnis. Seit dem dritten Rang des mittlerweile zurückgetretenen Florian Eisath aus Südtirol, eingefahren vor heimischer Kulisse auf der selektiven Gran Risa-Hang im Jahr 2016, warten die Italiener auf eine Podestplatzierung. De Aliprandini hat das Zeug. Aber es muss schon etwas Glück dabei sein und die Konkurrenz hat ja auch ähnlich gesetzte Ziele.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: neveitalia.it

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