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Kröll – der Name verpflichtet! Ein Interview mit Nachwuchshoffnung Johannes Kröll

Fotorechte: Christan Jansky / Johannes Kröll

Fotorechte: Christan Jansky / Johannes Kröll

Die Frage ist berechtigt: Wann gewannen das letzte Mal ein Onkel und sein Neffe die kleinen Kristallkugeln im Abfahrtsweltcup bzw. Europacup? Richtig, 2012, als Klaus Kröll bei den „Senioren“ gewann und sein Neffe Johannes die gleiche Auszeichnung im Europacup für sich holen konnte.

Fast könnte man meinen, die Geschichte sei wahr, aber halt sie ist nicht ganz richtig. Johannes (21) ist nicht der Neffe von Klaus, aber der Sohn des Cousins von Klaus Kröll und daher kein Neffe im wahrsten Sinne des Wortes. Bei aller verwandtschaftlichen Komplexität bezeichnet Johannes den österreichischen Abfahrtsstar als seinen „coolen Onkel“.

www.fisalpine.com hat die Serie der Interviews mit den aufstrebenden Athleten fortgesetzt und bat das österreichische Speed-Wunderkind Johannes Kröll zum Gespräch.

Johannes, lass uns anfangs über die Familie sprechen. Wie bist du mit Klaus verwandt? Er ist der Cousin deines Vaters?

Ja, er ist der Cousin meines Vaters.

Ich habe eine Geschichte über Klaus und dich in einer österreichischen Tageszeitung gelesen, in der du ihn als „coolen Onkel“ bezeichnest. Ist das wahr?

Ja, in den Medien wurde oft berichtet, dass er mein Onkel sei. So fing ich ihn selbst als Onkel zu bezeichnen.

Und was macht deiner Meinung nach Klaus so „cool“?

Er unterstützt mich immer und überall. Er ist auch immer da, wenn ich ihn brauche. Zudem teilen wir das gleiche Hobby und das macht ihn cool!

In einem Text gab es einen Verweis auf die US-Sitcom „Two and a half men“, wo Charlie Steen den Onkel spielt. Klaus indessen ist eher ein sehr ruhiger Charakter. Hat er keine versteckten Charlie-Steen-Persönlichkeitsmerkmale?

Nein, ich habe keine entdeckt. Er spielt auch nicht. Wenn er eine wilde Seite hat, versteckt er sie gekonnt und gut.

Und bist du selbst ein Fan der genannten Serie?

Ja, mir gefällt die Serie. Sie ist lustig.

Wie würdest du die Beziehung zwischen dir und Klaus beschreiben? Zwei Freunde, zwei Teamkollegen, Onkel und Neffe?

Es ist ein großer Mix aus guten Freunden und Verwandten. Es ist großartig, dass wir Teamkollegen sind. Ich habe mir es immer gewünscht, zusammen in der Weltcupgruppe an den Start zu gehen?

Trefft ihr euch auch bei Partys, Veranstaltungen oder ganz einfachen Familienfeiern?

Sicher.

Lässt du dich auch von Klaus beraten?

Ja, bei der Inspektion. Manchmal frage ich ihn nach den besten Linien. Was technische Hinweise betrifft, bespreche ich das lieber mit meinem Trainer?

Schon sechs Mal bist du auf der Weltcuptour gegen Klaus angetreten. Wie war das?

Wie das Erreichen der Spitze eines Berges, den man immer schon erklimmen wollte.

Du sahst ihn vier von diesen sechs Mal als Sieger. Kommt da Begeisterung auf?

Ja, auf jeden Fall.

Bist du stolz, als Mitglied der Familie Kröll, wenn er erfolgreich ist?

Ich freue mich für ihn und bin glücklich, wenn er ein gutes Rennen absolviert hat?

War Klaus für dich in deiner Jugend ein Skirennidol?

Ich erinnere mich an eine tolle Zeit, als ich vor dem Fernseher saß und ihn beobachtete und die Daumen drückte. Er war immer schon mein Vorbild. Ich habe es immer schwer geglaubt, so einen erfolgreichen „Onkel“ zu haben?

Im letzten Jahr hast du die Abfahrtsgesamtwertung im Europacup gewonnen. Wie fühlt sich das an?

Großartig. Es war ein Ziel, und ich hatte für die Realisierung dieses Zieles lange Zeit. Ein Erfolg sicherlich, aber immer ein tolles Gefühl nach wie vor.

Deine drei Siege im Europacup, deine beiden anderen Podestplatzierungen – allesamt in der Abfahrt … Ist die gerade Linie, den Berg hinunterzufahren, der einzige Weg, für dich Rennen zu bestreiten?

Ja, es scheint so. Es ist definitiv die einfachste Art und Weise.

Würdest du sagen, dass das Talent in der Familie liegt, seitdem sich „Onkel“ Klaus für die schnellen Disziplinen entschieden hat?

Ich habe in meinen ÖSV-Kadern auch Slalom- und Super-G-Ergebnisse verbuchen können, aber meine Ausbildung ging dann in Richtung Abfahrt. Es kann vielleicht sein, dass es etwas mit meinem Familiennamen zu tun hat. Aber sei es, wie es ist: es war eine gute Entscheidung!

Ist die Abfahrt demzufolge deine Lieblingsdisziplin?

Eigentlich habe ich alle Disziplinen gleich gern, doch wenn es bergab geht, gefällt mir die Abfahrt sehr gut. Dort habe ich meine Erfolge eingefahren.

Benni Raich scherzte einmal, dass er schockiert war, als er zusah, als Manuel Osborne-Paradis den Super-G in Lake Louise für sich entschied. Manuels Züge waren ähnlich jener der Queen Mary (berühmter Ozeanriese). Wie würdest du deine Fähigkeiten, Drehungen zu machen, beschreiben?

Lass es uns einfach sagen: Es stört mich nicht, wenn sie abwechselnd ein bisschen länger sind (lacht).

Der italienische Abfahrer Mattia Casse sagte einst, dass die Geschwindigkeit in ihm sei. Des Weiteren sei die Geschwindigkeit für ihn sein Leben, seine Bibel, seine Zukunft. Was bedeutet Geschwindigkeit für dich?

Ganz klar, meine Leidenschaft.

Was war das höchste Tempo, dass bei einer Abfahrt von dir gemessen wurde?

Keine Ahnung.

Du hast dich auf Weltcupabfahrten gewagt. Was ist der Unterschied zwischen einer Europacup- und Weltcupabfahrt?

Weltcuprennen sind länger und anspruchsvoller!

Hast du jemals Angst vor, während oder nach einer Abfahrt?

Angst zu haben ist nicht gut. Aber wenn ich an die schwierigen Strecken wie in Kitzbühel oder Beaver Creek betrachte, durchlebte mein Körper ein gewisses Mehr an Spannung.

Als du beim legendären Hahnenkammrennen an den Start gegangen bist, was dachtest du, als du erstmals das Starttor sahst?

Oh mein Gott!

Was ist der beste Rat, der dir im Laufe deiner bisherigen Skilaufbahn erteilt worden ist? Und wer hat ihn dir erteilt?

Alle Athleten kochen nur mit Wasser! Haha, das ist ein Witz. Mein Trainer im Europacup hat das oft gesagt. Der beste Rat kann aber nicht von jemandem gegeben werden, er kommt immer von den eigenen Erfahrungen.

Hast du einen Rat für junge Rennfahrer?

Setzt euch Ziele, die erreicht werden können. Geht Schritt für Schritt und trainiert immer hart.

Gehst du in dem bevorstehenden Skiwinter ganzjährig im Weltcup an den Start?

Ja.

Was ist dein wichtigstes Ziel für die Saison 2012/2013?

Ich möchte, so oft es geht, Weltcuppunkte sammeln, und mich in den Top-20 etablieren.

Wie war das heurige Sommertraining?

Gut. Wir hatten wirklich eine gute Zeit in Zermatt. Ich hoffe, dass es weiter so geht.

Warst du auch im Urlaub, und hast du etwas Aufregendes erlebt?

Ja, ich war in Kroatien und fuhr auch nach Paris. Da habe ich einiges erlebt.

Hast du abschließend noch ein paar Hobbys oder Sportarten, die man genießen kann, wenn du nicht mit Skiern unterwegs bist?

Ich liebe und genieße Motocross.

Das Interview für www.fisalpine.com führte Michael Mastarciyan

Das Originalinterview lesen Sie unter http://www.fisalpine.com/news/alpine-young-guns-johannes-kroell,1989.html

Übersetzung und Zusammenfassung für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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