5 Dezember 2019

Lara Gut-Behrami will wieder den Gegnerinnen Paroli bieten

Lara Gut-Behrami will wieder den Gegnerinnen Paroli bieten (Foto: © HEAD/Alain GROSCLAUDE/AGENCE ZOOM)
Lara Gut-Behrami will wieder den Gegnerinnen Paroli bieten (Foto: © HEAD/Alain GROSCLAUDE/AGENCE ZOOM)

Sorengo – Die Schweizer Skirennläuferin Lara Gut-Behrami hat nach ihrem Kreuzbandriss, den sie sich bei der Heim-WM 2017 in St. Moritz zugezogen, nie mehr richtig Fuß gefasst. In der Zwischenzeit wird heftig an ihrer Sonderstellung gerüttelt. Trotzdem hat die 28-Jährige den Verband gebeten, gute Bedingungen zu haben, damit sie den Gegnerinnen Paroli bieten kann. Damit das gelingt, benötigt man ein professionelles Team.

Trotzdem verweist sie, dass in der Kooperation zwischen Swiss-Ski und ihr nicht so viel anders ist als vorher. Wenn Gut-Behrami einmal zwei schlechte Tage erlebt, wird schon von einer fehlenden Integration gesprochen. Spielt sie mit allen Karten, ist die Integration perfekt. Und trotzdem hat es die Skirennläuferin nicht leicht. Beim Überseetraining arbeitete sie mit der Mannschaft des Öfteren zusammen. Da es wohl in Vorbereitungsfragen keineswegs große Gegensätze gab, muss sie selber schauen, wie es weiter vorwärts geht.

In Killington war sie seit längerer Zeit ohne ihren Vater Pauli bei einem Rennen im Einsatz. Lara Gut-Behrami sieht den Austausch mit ihm, der auch der Chef im technischen Bereich ist, als wichtig an. Er ist sehr verständnisvoll und gab ihr die nötige Energie, wenn es nicht nach Wunsch verlief. Aber trotzdem betont die 28-Jährige, dass sie auch selbst Entscheidungen treffen kann. Sie schätzt es, wenn Leute mit ihr reden, Vorschläge machen und nicht einfach nach ihrer Pfeife tanzen. Die Beziehung zu Konditionstrainer Alejo Hervas aus Spanien ist gut; und für die Tessinerin eine große Verstärkung für das Team.

Dennoch will sie kein Wort verlieren, was der Verband zahlt und was nicht. Sie möchte überhaupt mit Ergebnissen punkten und für sich die Beste sein. Dass sie nach Mikaela Shiffrin aus den USA die zweitbeste Athletin im Ski Weltcup ist, zeigt, dass Vieles richtig war. Man muss eben eine Professionalität an den Tag legen, sich hinterfragen und immer besser werden. Wer sich allzu früh zufrieden gibt, hat schon verloren.

Physisch gesehen fühlt sich Lara Gut-Behrami wohler. Die Eidgenossin mag auch keine Vergleiche mit anderen Saisonen. Es gibt noch viel zu tun, auch wenn sie hart gearbeitet hat. Und besonders mag sie nicht, wenn halbe Wahrheiten erzählt werden. Diese bittere Erfahrung musste sie erleben, als sie mit dem Fußballer Valon Behrami den Bund der Ehe einging.

Swiss Ski Damencheftrainer Beat Tschuor attestierte der 28-Jährigen jede Menge Motivation. Dazu sagte sie, dass sie immer das Beste aus sich herausholen würde. Wäre die Motivation nicht vorhanden, wäre sie nicht da, wo sie jetzt ist. Und trotzdem denkt sie von Tag zu Tag. Langfristige Pläne sind nicht das ihre. Sie möchte ambitioniert bleiben, und mit Leidenschaft ihren Sport ausüben. Auch wenn sie mit Rückschlägen zu kämpfen hat, ist sie sich sicher, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Auch wenn die Trainingsläufe in Lake Louise noch nicht das Gelbe vom Ei waren, will sie in Kanada den ersten Schritt zurück in die Erfolgsspur gehen. Wenn erst einmal der Knoten geplatzt ist, und das Selbstvertrauen zurückkehrt, kann man der Schweizerin durchaus eine erfolgreiche Saison zutrauen.

Lake Louise (CAN)

– Fr., 06.12.2019, , 20:30 Uhr (MEZ)/12:30 Uhr (LOC): Abfahrt Damen (AF)
– Sa., 07.12.2019, 20:30 Uhr (MEZ)/12:30 Uhr (LOC): Abfahrt Damen (AF)
– So., 08.12.2019, 19:00 Uhr (MEZ)/11:00 Uhr (LOC): Super-G Damen (SG)

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.blick.ch

Verwandte Artikel:

Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt haben die große Kristallkugel im Visier (Foto: © FISI /Pentaphoto /Alessandro Trovati)
Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt haben die große Kristallkugel im Visier (Foto: © FISI /Pentaphoto /Alessandro Trovati)

Sorengo/Buochs – Die beiden Swiss-Ski-Asse Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt kämpften in der letzten Saison lange um die große Kristallkugel. Ein unausgeglichener Disziplinenkalender sorgte am Ende dafür, dass sowohl die Slowakin Petra Vlhová als auch der Franzose Alexis Pinturault die Nase vorne hatten. Nun ist alles fairer; der neue Ski Weltcup Kalender mit je neun… Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt haben die große Kristallkugel im Visier weiterlesen

Fehlende Weißwurstparty im Jahr 2022 soll Vorfreude auf die Kitz-Rennen nicht trüben
Fehlende Weißwurstparty im Jahr 2022 soll Vorfreude auf die Kitz-Rennen nicht trüben

Sölden/Kitzbühel – Wenn man sich den Ski Weltcup Kalender der Herren in der bevorstehenden Saison 2021/22 anschaut, erkennt man, dass im österreichischen Bundesland Tirol zwei Einsatzorte aufscheinen. Neben dem zur Routine gewordenen Auftakt-Riesenslalom Ende Oktober auf dem Rettenbachferner in Sölden darf natürlich die Speedrennen auf der Kitzbüheler Streif nicht fehlen. Die österreichische Bundesregierung tüftelt an… Fehlende Weißwurstparty im Jahr 2022 soll Vorfreude auf die Kitz-Rennen nicht trüben weiterlesen

Alpin-Direktor Walter Reusser: "Nichts ist selbstverständlich" (Foto: © Swiss-Ski.ch)
Alpin-Direktor Walter Reusser: "Nichts ist selbstverständlich" (Foto: © Swiss-Ski.ch)

In einem Monat erfolgt mit dem Ski Weltcup in Sölden der Auftakt zur Alpin-Saison 2021/22. Im Interview erläutert Walter Reusser, der Alpin-Direktor von Swiss-Ski, wie es um die Vorbereitung des Schweizer Teams steht, was die Strukturanpassung im Nachwuchsbereich bewirkt und welche Herausforderungen mit den Olympischen Winterspielen in Peking verbunden sind. In etwas mehr als einem… Ski Weltcup Saison 2021/22: Swiss-Ski Interview mit Alpin-Direktor Walter Reusser weiterlesen

Die ÖSV-Gesamtweltcupkandidaten heißen Vincent Kriechmayr, Marco Schwarz und Matthias Mayer
Die ÖSV-Gesamtweltcupkandidaten heißen Vincent Kriechmayr, Marco Schwarz und Matthias Mayer

Sölden – In gut einem Monat wird die Ski Weltcup Saison 2021/22 in Sölden eingeläutet. Die Veranstalter hoffen auf viele Fans. Auf dem Rettenbachferner werden die Frauen und die Herren je einen Riesenslalom bestreiten. Vor allem die Herren sind nach einem sehr guten Winter heiß, denn sie wollen die Leistungen mehr als nur bestätigen, ehe… Die ÖSV-Gesamtweltcupkandidaten heißen Vincent Kriechmayr, Marco Schwarz und Matthias Mayer weiterlesen

FIS reagierte auf die Proteste von Lara Gut-Behrami
FIS reagierte auf die Proteste von Lara Gut-Behrami

Oberhofen am Thunersee – Noch am Ende der letzten Saison kritisierte die eidgenössische Ski Weltcup Rennläuferin Lara Gut-Behrami den Weltskiverband. Die Schweizerin meinte, dass die Speedspezialistinnen und -spezialisten zu wenige Chancen hätten, die großen Kristallkugeln zu gewinnen. Nun wurde der Kalender angepasst. Die 30-Jährige, die im vergangenen Winter die Super-G-Kristallkugel gewann, hatte 13 Speedrennen zu… FIS reagierte auf die Proteste von Lara Gut-Behrami weiterlesen

Banner TV-Sport.de