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Linus Straßer träumt von Kristallkugel und Medaille

Linus Straßer träumt von Kristallkugel und Medaille

Linus Straßer träumt von Kristallkugel und Medaille

München – Der deutsche DSV-Techniker Linus Straßer stand kürzlich den Kollegen der FAZ für ein längeres Interview Rede und Antwort. So erzählte er, dass der Wikinger Kjetil André Aamodt sein Vorbild war. Nun – mit 24 Jahren – schaut er noch, wie die anderen fahren, doch ein fixes Idol gibt es nicht mehr. Auf die Frage, wie sehr man als Sportler träumen darf, meinte der Bayer, dass es falsch ist, wenn man glaubt, dass nur das Talent reicht, um nach vorne zu kommen. Ohne hartes Training und eisernen Willen geht nichts. Wer in der warmen Jahreszeit gemütlich dahinvegetiert, wird im Winter bestraft.

Und trotzdem darf man träumen. So ist Straßer mehr als nur bereit für seinen ersten Sieg in einem „normalen Rennen“. Im Parallelslalom in Stockholm war er ja schon ganz vorne. Das Leben geht weiter, und da er sich nun sehr viel zutraut, kann und soll der Erfolg in Schweden keine Eintagsfliege sein. Mehr noch: Eine Medaille oder eine Kristallkugel wäre nicht schlecht, weiß der Deutsche zu berichten. Dabei reflektiert er sich selbst und schätzt seine Lagen gut ein. Wenn man diese Situationen kennt, weiß er, dass alles im Bereich des Denkbaren ist.

Für den Skirennläufer ist es bedeutsam, nicht nur mit dem Team zu trainieren. Individuell abgestimmte Einheiten sind auch wichtig. Man muss mehr auf sein Gefühl hören, und wer nur Trainings nach Plan verrichtet, verliert am Ende die Selbstverantwortung für das eigene Handeln oder gar das Selbstwertgefühl.

Auch schwierige Phasen sind in der Entwicklung wichtig. Wenn Rückschläge den Weg nach oben stoppen, ist es wichtig weiter zu kämpfen. Man muss das Problem analysieren, aufarbeiten und wieder in den Griff bekommen. Straßer weiß auch, dass Rennen und Trainings zwei verschiedene Paare Schuhe sind. Alles ist Kopfsache. Kurzum kann man auch sagen, dass das ein Prozess ist, der keineswegs abgeschlossen ist. Wer lockerer ist, verkrampft nicht so leicht, wenn es darum geht, rote und blaue Stangen zu umfahren.

In den Trainings gibt der Deutsche so oft es geht Vollgas. Er will den Wettkampf im Idealfall simulieren. Wenn der Druck, den man sich selbst auferlegt, zu hoch ist, kann man leicht verkrampfen.  Man muss eben emotional, cool und sensibel bis rational fahren. Marcel Hirscher aus Österreich zieht da wohl einsame Kreise, weil er es wie kein anderer versteht, jahrelanges Training auf höchstem Level im Rennen umzusetzen. Das nennt man Perfektion. Trotzdem darf man nicht zu viel nachdenken, und der Spaß muss die Hauptsache bei der Ausübung des Sports sein.

Die Leidenschaft für diese Disziplin und die Opferbereitschaft lassen einen in so eine Sache hineinwachsen. Das war und ist bei Straßer nicht anders. Selbst wenn jeder Tag unterschiedlich ist und es nicht perfekte Tage gibt, handelt die bayerische Frohnatur nach einem inneren Antrieb. Der DSV-Athlet weiß, dass man aber immer an sich arbeiten muss, damit alles gut wird und die Intuition als Grundelement eines guten Slalomfahrers in Ordnung ist. Und die Intuition, die innere Stimme sozusagen, sorgt dafür, dass man nicht darüber nachdenken muss, was in der Situation „xy“ nun das Richtige oder das Falsche ist.

Straßer will wieder in die erste Startgruppe kommen. Jedes Rennen ist dafür wichtig. Dann kann man sehen, was am Ende des Olympiawinters herausschaut. Er will am Ende einer Saison oder eines Rennens immer auf die Leistung stolz sein. Ein 16. Rang kann auch besser sein als ein dritter. Es geht immer darum, das bestmöglichste an einem bestimmten Tag aus sich herausgeholt zu haben. Sozusagen kann der Deutsche gespannt sein, was auf ihn zukommt. Und, Hand aufs Herz, wir sind es auch.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.faz.net

 

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