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LIVE: 3. Abfahrtstraining der Herren in Wengen 2018 – Vorbericht, Startliste und Liveticker

LIVE: 3. Abfahrtstraining der Herren in Wengen 2018 - Vorbericht, Startliste und Liveticker

LIVE: 3. Abfahrtstraining der Herren in Wengen 2018 – Vorbericht, Startliste und Liveticker

Nachdem die erste Trainingseinheit am Dienstag abgesagt werden musste, konnte am Mittwoch ein Abfahrtstraining durchgeführt werden. Die schweren Sturmschäden, die in der Nacht von Montag auf Dienstag angerichtet wurden, konnten vom Pistenkommando beseitigt werden. Den Athleten konnte eine rennfertige Piste präsentiert werden, wo nur noch an den Sprüngen nachgebessert werden muss. Am Donnerstag um 12.30 Uhr steht das Abschlusstraining, für die am Samstag stattfindende Lauberhornabfahrt auf dem Programm. Die offizielle FIS Startliste und den Liveticker finden Sie im Menü oben !!

Mit viel Routine erzielte der 37-Jährige Hannes Reichelt aus Österreich, auf der längsten Abfahrtsstrecke im Skiweltcup, bei der Trainingsabfahrt am Mittwoch die Tages-Bestzeit. Rang zwei ging an den Südtiroler Peter Fill, gefolgt vom Schweizer Beat Feuz. Der norwegische Mitfavorit Axel Lund Svindal reihte sich hinter Christof Innerhofer (ITA) und Vincent Kriechmayr (AUT) auf dem sechsten Rang ein. Einen ausführlichen Bericht zum zweiten Abfahrtstraining finden sie hier.

Eingebettet in einem bezaubernden Bergpanorama im Berner Oberland ist die Lauberhornabfahrt mehr als nur eine klassische Abfahrt. Die über 4,4 Kilometer lange Strecke zieht alle in ihren Bann, einerlei ob es nun Fans oder Abfahrtsgrößen vergangener Zeiten und der Gegenwart sind. Bereits seit 1930 ist sie Schauplatz eines Rennens und war schon 1967 bei der Einführung des Weltcups dabei.

Die längste Abfahrt im alpinen Skirennsport weist auch die höchste Spitzengeschwindigkeit aller Abfahrten auf. Bei knapp 160 km/h bleibt dem Fan im wahrsten Sinne die Spucke weg, und auch für den geschulten Rennläufer ist der Ritt auf der Piste mehr als nur Nervenkitzel, Adrenalinschub und Herzklopfen. Wer die Lauberhornabfahrt ohne Fehler meistert, die selektive Piste schafft und wenig Zeit auf die Führenden verliert, ist mit Sicherheit bei den Besten dabei. Den inneren Schweinehund hat man sowieso schon längst besiegt.

Blicken wir ins Starthaus der Piste, die ein Höchstgefälle von 93 (!) Prozent und ein Durchschnittsgefälle von 33 Prozent ihr Eigen nennt. Wenn die Abfahrt aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse nicht verkürzt wird, tummelt sich die Abfahrtselite auf 2.315 Höhenmeter. Der obere Streckenteil, auf dem Axel Lund Svindal, Beat Feuz & Co. nahezu eine Minute unterwegs ist, ist flach und verfügt über ein paar Gleitpassagen und langen Kurven. Der Russisprung ist schon etwas Besonderes, liegt er ja inmitten des ersten Abschnitts. Nach dem berühmten Traversenschuss und einer S-Kurve wird das Tempo etwas gedrosselt, ehe der Sprung über den Hundschopf zwischen blanken und schroff hervorstehendem Felsgestein allen Zuschauern den Atem stocken lässt.

Doch die Skirennläufer kennen keine Scheu. Angst ist der falsche Begleiter, und schon kommt es zur Minsch-Kante und zum Canadian Corner. Fast alle Streckenteile haben eine eigene Geschichte. Doch diese anzuführen würde den ganzen Text um ein Vielfaches sprengen. Ausruhen können sich die Abfahrtsgrößen keineswegs, denn schon steht eine Gleitpassage, der Alpweg auf dem Programm. Das Kernen-S, eine enge Kombination einer Doppelkurve, wobei letztere auf eine kurze Brücke führt, ist auch eine Schlüsselstelle des Rennens. Die Rennfahrer kommen nun zur Brücke zu einem Tunnel und einem weiteren Gleitstück, das Langentrejen genannt wird.

Wer nun denkt, das ist alles, hat entweder keine Ahnung vom Skirennsport oder hat die Abfahrt von Wengen noch nie gesehen. Der Hannegschuss lässt Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 150 km/h zu. In der Formel 1 würde man sagen, dass sich die Touren im tief dunkelroten Bereich befinden würden.

Es geht weiter mit dem Seilersboden, gespickt mit flachen Kurven. Diese verlangen von den mittlerweile müden Rennfahrern vollste Konzentration und jede Menge Fingerspitzengefühl. Seit nunmehr zehn Jahren folgt der Silberhornsprung. Die wohl letzte Schlüsselstelle der Strecke, die kaum unter 2:30 Minuten gemeistert wird, ist das Ziel-S, das in den Zielschuss mit einer Neigung von 42 Grad den steilsten Streckenabschnitt leitet. Hier verunglückte im fernen Jahr 1991 das aufstrebende ÖSV-Talent Gernot Reinstadler, Sohn der einstigen österreichischen Skifahrerin Traudl Eder, gerade einmal 20-jährig, tödlich.

 

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