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Lizz Görgl im Skiweltcup.TV Interview: „Mein Lebensmotto lautet: Anschauen, beobachten, erkennen!“

© Gerwig Löffelholz  /  Elisabeth Görgl

© Gerwig Löffelholz / Elisabeth Görgl

Innsbruck – Die sympathische und gut gelaunte Elisabeth „Lizz“ Görgl wurde am 20. Februar 1981 in Bruck an der Mur geboren. Als Allrounderin im rot-weiß-roten Skiteam konnte sie bereits 35 Mal in allen Weltcup-Disziplinen auf das Siegerpodest steigen. Das Skifahren liegt ihr im Blut, denn ihre Mutter Traudl Hecher war bereits in den 1960er-Jahren eine sehr erfolgreiche Skriennläuferin. Auch Lizz‘ Bruder Stephan war als ÖSV-Skifahrer aktiv. Im März 2000 gab Lizz Görgl im Torlauf im norditalienischen Sestriere ihr Debüt im Weltcup. Bei der WM 2011 erreichte sie die Goldmedaille im Super-G und in der Abfahrt. Dieser Doppelsieg kann durchaus als das Karrierehighlight angesehen werden. Im Gespräch mit skiweltcup.tv sprach die Steirerin, die in Innsbruck lebt, über die vergangene Saison, die Emotionen im Sport, die Musik als große Leidenschaft und über die Olympiastrecke in Sotschi.

skiweltcup.tv: Lizz, die WM-Saison 2012/13 mit dem Höhepunkt in Schladming ging vor etwas mehr als zwei Monaten zu Ende. Welche Lehren ziehst du ganz persönlich aus der vergangenen auf die bevorstehende Saison, die wiederum mit einem Höhepunkt, nämlich den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, aufhorchen lässt? Gibt es etwas, was du unbedingt verbessern möchtest, oder gab es auch Sachen, die im Großen und Ganzen zu deiner Zufriedenheit ausgefallen sind?

Lizz Görgl: In der letzten Saison habe ich gelernt, noch mehr auf mich und meine Gesundheit zu hören. Meine persönliche Zufriedenheit, in welcher Form auch immer, ist mir das Wichtigste. Und manchmal muss man Misserfolg ertragen, ihn akzeptieren, erkennen und weitermachen.

skiweltcup.tv: Jede Sportart, so auch der alpine Skisport, ist reich an Emotionen positiver wie negativer Art. Oft entscheiden Sekundenbruchteile, auch nur eine Hundertstelsekunde zwischen Sieg und Niederlage, Medaille oder Blech, Qualifikation für den zweiten Durchgang oder Koffer packen und Abhaken des Rennens. Wann hast du das letzte Mal richtig geweint, einerlei, ob es nun Tränen der Rührung oder der Enttäuschung waren?

Lizz Görgl: Wann ich das letzte Mal geweint habe, weiß ich nicht mehr. Fest steht, dass dieses Leben sehr emotional, intensiv und erfüllend ist.

© Gerwig Löffelholz  /  Elisabeth Görgl

© Gerwig Löffelholz / Elisabeth Görgl

skiweltcup.tv: Wenn wir noch einmal die Saison Revue passieren lassen, haben wir zum einen eine Über alle Maße erfolgreiche Tina Maze, welche in einer atemberaubenden Manier fuhr, Rekorde am Fließband sammelte, am Ende fast alle Kristallkugeln ihr Eigen nennen konnte und die Gesamtwertung mit wohl kaum mehr zu übertreffenden 2414 Punkten gewann. Auf der anderen Seite haben wir die bösen Stürze von Denise Karbon, Klaus Kröll oder auch Lindsey Vonn. Wie würdest du mit eigenen Worten die Plus- und Tiefpunkte des letzten Winters beschreiben?

Lizz Görgl: Der Erfolg von Tina Maze war großartig, die Stürze wie immer ernüchternd und die Pisten- bzw. Wetterverhältnisse extrem.

skiweltcup.tv: Sie stehen sich bei, sind füreinander da, durchleben zusammen schwere Zeiten und Phasen, sprechen ferner auch mal Klartext. So definiert man wahre Freunde. Mit ihnen verbindet man Ehrlichkeit, Vertrauen und viele Gemeinsamkeiten. Auch wenn Skirennläufer oft Individualisten sind, gibt es im Weltcupzirkus eine Freundin, mit der sich abseits der Skipiste gut verstehen? Gibt es dazu eine erzählenswerte Anekdote, die die Freundschaft betont und euch beiden immer noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert?

Lizz Görgl: Ich habe gute Kolleginnen, und ich verstehe mich zum Beispiel mit Tina Maze sehr gut. Ich empfinde gegenseitige Wertschätzung und eine gemeinsame Leidenschaft, die und alle miteinander verbindet. Aber eine intensive, tiefe Freundschaft habe ich mit keiner meiner Kolleginnen. Dazu fehlt meiner Meinung nach auch die Zeit.

skiweltcup.tv: Neben deiner ausgezeichneten Beherrschung zweier Bretter, die für dich und anderen
Skirennläuferinnen und -rennläufer die Welt bedeuten, bestichst du durch ein weiteres Talent, ja einer Fähigkeit, die nicht jeder hat: dem Gesang. Was bedeutet für dich persönlich der Gesang? Ist es mehr als eine Begleitung quer durch alle Lebenssituationen und eine vorzugsweise und spezielle Form des Sich Mitteilens?

Lizz Görgl: Was das Singen betrifft, ich tue es einfach gerne. Es macht mich frei, und ich kann meine Emotionen ausdrücken.

© Gerwig Löffelholz  /  Elisabeth Görgl

© Gerwig Löffelholz / Elisabeth Görgl

skiweltcup.tv: Das Sommertraining steht nun für alle Skirennläuferinnen an. Auch für dich. Auf welche Arten des Trainings wirst du den Fokus legen, und was magst du besonders? Anders gefragt: Nehmen in deinen abzuspulenden Einheiten Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer und Kraft einen großen Zeitanteil ein, und was kann man alles machen, um die eigene Körperbeherrschung ans maximale Limit zu bringen?

Lizz Görgl: Die Kernpunkte bleiben dieselben. Es ist wichtig, auf den momentanen Ist-Zustand zu reagieren und individuelle Anpassungen zu machen. Es gilt immer wieder, neue Reize zu schaffen und die persönlichen Grenzen zu erkennen.

skiweltcup.tv: Offiziell giltst du als Allrounderin, d.h. du bist neben den schnellen Bewerben Abfahrt und im Super-G auch in den technischen Disziplinen Torlauf und Riesenslalom, aber auch in der Kombination unterwegs. Bisher konntest du in allen Disziplinen mindestens einen Stockerlplatz einfahren, insgesamt 35 Mal auf das Podium klettern. Gibt es dessen ungeachtet eine Lieblingsdisziplin, die du besonders gerne ausübst und dir seit deinem Weltcupdebüt im Jahr 2000 immer aufs Neue Spaß macht?

Lizz Görgl: Mir macht die Abwechslung Spaß und aus diesem Grund fahre ich alles zum gegebenen Zeitpunkt sehr gerne.

skiweltcup.tv: Wenn man ein wenig im Internet über dich recherchiert, findet man heraus, dass du vor gut einem Jahr von der französischen Sportakademie (Académie française des Sports) in Paris mit dem Prix Monique-Berlioux geehrt worden bist. Wie kam es dazu, wie bist du davon in Kenntnis gesetzt worden, und welchen Stellenwert hat diese „etwas andere“ Auszeichnung für dich persönlich?

Lizz Görgl: Die Akademie hat mich kontaktiert und über meinen Preis in Kenntnis gesetzt. Es war mir eine
große Ehre, und ich habe mich sehr über diese Auszeichnung gefreut.

skiweltcup.tv: Lizz, viele meiner Interviewpartnerinnen und -partner haben ein Motto, das sie geprägt oder in schweren und teils kniffligen Situationen einen sicheren Halt gegeben hat. Konntest du uns bitte auch deinen Leitsatz sagen, egal, ob er von einem Trainer vergangener Tage oder einem Familienmitglied stammt? Wer hat ihn zu dir bei welcher Gelegenheit gesagt, und aus welchem Grund ist dieser Gedanke immer wieder eine neue Motivationsspritze?

Lizz Görgl: Mein Lebensmotto lautet: Anschauen, beobachten, erkennen!

skiweltcup.tv: Kommen wir zur nahen Zukunft. Bei der Olympiageneralprobe auf der Abfahrtsstrecke in Sotschi im Februar des letzten Jahres wurdest du ausgezeichnete Zweite hinter Maria Höfl-Riesch. Was zeichnet die russische Piste im Gegensatz zur Kanadhar-Strecke von Garmisch-Partenkirchen aus, auf welcher du 2011 zweifache Weltmeisterin wurdest, und welche Tücken weit sie auf?

Lizz Görgl: Wenn ich die Piste in Sotschi betrachte, sind Passagen drin, bei denen der Mut, aber auch das Gefühl, die Entschlossenheit und das Locker sein gefragt sind. Natürlich wird die Präparation der Piste eine große Rolle spielen.

Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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