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Lucas Braathen sagt nicht nur Henrik Kristoffersen den Kampf an

Lucas Braathen sagt nicht nur Henrik Kristoffersen den Kampf an

Lucas Braathen sagt nicht nur Henrik Kristoffersen den Kampf an

Sölden – Wenige Tage nach seinem Überraschungserfolg beim Ski Weltcup Riesenslalom von Sölden hat der junge norwegische Skirennläufer Lucas Braathen seine Trainingsarbeit wieder aufgenommen. Der 20-jährige Athlet zeigte vor allem im Finaldurchgang eine sehr gute Leistung. Dadurch entriss er dem zur Halbzeit führenden Schweizer Gino Caviezel noch den Tagessieg.

Dabei dachte der 2000 geborene Wikinger, dass er nach einem groben Fehler im Finallauf den möglichen Sieg bereits vorzeitig verschenkt hat. Aber zum Glück konnte er nach seinem Schnitzer noch einmal richtig Tempo aufnehmen, und schwang am Ende mit der grünen Eins im Ziel ab. Sein Teamkollege und Riesenslalom-Weltmeister Henrik Kristoffersen musste sich mit dem fünften Rang begnügen.

Kristoffersen bescheinigte seinem jungen Landsmann eine starke Fahrt auf einem richtig schweren Hang. „Es kommen jedes Jahr neue, bessere Athleten. Lucas ist für 20 Jahre wirklich top fit und athletisch. Ich war mit 20 noch nicht so stark. Ich kann ihm nur gratulieren.“

Trotzdem betonte Kristoffersen, dass die Bäume für Braathen nicht gleich in den Himmel wachsen werden. „Der erste Sieg im Ski Weltcup ist eine Befreiung, denn niemand hat dies von ihm erwartet. Doch in den folgenden Rennen ist die Erwartungshaltung größer. Mit diesem Druck muss man umgehen können. Die nächsten Monate werden zeigen wie Braathen die Situation meistert.“

Angesichts der Aussage, dass der erste Sieg der einfachste ist, antwortet Braathen: „Das ist mir egal. Für mich ist es ein Wahnsinn dass ich in Sölden gewinnen konnte, und dass ich erst 20 bin, finde ich einfach cool. Henrik kann sagen was er will, ich bin über diesen Tag in Sölden einfach happy. Alle Jungs gratulierten mir mit einem „High Five“ und die ganze Familie ist sehr glücklich, also war das fantastisch.“ Er hat keine Antwort darauf, wie viele Siege er während seiner Karriere einfahren wird, hat aber keine Angst, mit Henrik Kristoffersen verglichen zu werden.

Lucas Braathen: „Das Ziel ist nicht eine so fantastische Karriere wie Henrik zu haben, sondern eine bessere. Ich gehe nicht an den Start um Zweiter zu werden, ich gehe ins Rennen um der Beste zu sein.“

An Selbstvertrauen fehlt es dem 20-Jährigen also nicht. Die Norweger haben wieder einmal einen guten Athleten hervorgebracht, der noch wachsen wird und uns viel Freude bereiten kann. Auch wenn Braathen ab und zu große Sprüche klopft, will man ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen. Es ist wichtig dass er mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt, gab der am Ende als Achter abschwingende Leif Kristian Nestvold-Haugen zu Protokoll, und fügte hinzu, dass sein Teamkollege ein wirklich ehrgeiziger, aber auch sehr feiner Mensch ist.

Im fernen Jahr 2007 sorgte Aksel Lund Svindal für den letzten Triumph eines Norwegers in Sölden. Die NRK- und TV 2-Expertin Nina Haver-Løseth, auch eine ehemalige Skirennläuferin, geht davon aus, dass der Erfolg ihres Landsmannes am Sonntag nur der Anfang einer großen Karriere ist. Nach eigenen Angaben bekommt sie eine Gänsehaut, wenn sie Braathen fahren sieht. Sie, aber nicht nur sie, war am Ende sprachlos.

Bericht für skiweltcup.tv: Andras Raffeiner

Quelle: nrk.no

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