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Manni Pranger im Skiweltcup.TV Interview: „Ich bin sehr dankbar, was ich im Sport erlebt habe.“

© Kraft Foods / Manfred Pranger (AUT)

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Gschnitz – Manfred „Manni“ Pranger wurde 1978 geboren und beendete im Mai 2014 seine lange Skikarriere. Er wurde 2009 in Val d’Isère Slalom-Weltmeister und konnte in seiner Paradedisziplin drei Weltcupsiege (u.a. in Kitzbühel) gewinnen.

In der fernen Saison 2000/01 holte er die Slalomwertung im Europacup für sich und erreichte sein erstes Top-10-Ergebnis im Weltcup beim Slalom von Kranjska Gora 2001. Bei seinen ersten Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City schied er im ersten Lauf aus. Im Weltcup reichte es für viele gute Plätze. Seinen ersten Sieg erreichte er in Kitzbühel im Jahr 2005, zwei Tage später fuhr er beim Nachtslalom auf der Planai just an seinem 27. Geburtstag der Konkurrenz auf und davon.

Prangers Karriere war auch durch einige Verletzungen unterbrochen. So erlitt der mehrmalige österreichische Meister einen Kreuzband-, einen Meniskusriss und musste sich auch einer Bandscheiben-Operation unterziehen. Den dritten Weltcupsieg holte sich der Tiroler 2009 beim Slalom am Lauberhorn. In der Summe holte der Gschnitztaler neun weitere Podestplätze. Auch acht Europacup- und elf FIS-Rennsiege gehen auf das Konto Prangers.

Wir haben uns mit dem sympathischen Neo-Skipensionisten Manni über einige Themen unterhalten. Dabei kamen die Emotionen, die guten und schlechten Seiten der Laufbahn, die Disziplin, das Lebensmotto und vieles anderes zur Aussprache.

skiweltcup.tv: „Manni, wie geht es dir heute, wenige Monate nach der offiziellen Bekanntgabe des Endes deiner sportlichen Laufbahn?“

Manni Pranger: „Danke! Mir geht’s sehr gut! Zurzeit genieße ich sehr die gemeinsame Zeit mit meiner Familie. Für sie und mich ist es etwas Besonderes, dass ich nicht mehr so viel reisen muss.“

skiweltcup.tv: „Zwischen 2005 und 2009 hast du in der Summe drei Weltcupslaloms gewonnen, die allesamt als Klassiker gelten. Welches ist dein emotionalster Sieg?“

M. P. „Für mich sind alle Siege etwas Besonderes, da ich sie mir sehr hart erarbeitet habe. Es bedeutet mir sehr viel, die drei Slalomklassiker gewonnen zu haben.“

skiweltcup.tv: „Dein größter Erfolg war zweifelsohne im Jahr 2009, als du Weltmeister im Torlauf geworden bist. Schon im ersten Lauf warst du vorne. Kannst du bitte noch einmal deine Gedanken in der Halbzeit des Rennens beschreiben?

M. P.: „Es war ein sehr schönes Gefühl, ganz vorne zu sein. Aber der Druck war sehr groß. Bei den vorherigen Weltmeisterschaften war ich im ersten Durchgang auch immer unter den besten Drei und lag auf Medaillenkurs. Ich hatte jedoch nie Edelmetall geholt, und wollte dies nun unbedingt holen.“

skiweltcup.tv: „In deiner Zeit beim Bundesheer hast du die Disziplin gelernt, die es für den Spitzensport braucht. Warum wurdest du erst so spät in einen ÖSV-Kader aufgenommen?“

M. P.: „Zu dieser Zeit war die Konkurrenz sehr groß, und ich stach nicht als Übertalent heraus. Ich konnte zwar mit den Besten mithalten, aber ganz vorne war ich nicht. Das war in dieser Zeit zu wenig, um schon früher in den Kader aufgenommen zu werden.“

skiweltcup.tv: „Du hast das Ende deiner sportlichen Laufbahn mit Emotionen bekanntgegeben. Wie wichtig sind für einen normalen Menschen im Allgemeinen und für einen Leistungssportler Gemütsbewegungen im Besonderen?“

M. P.: „Emotionen sind sehr wichtig, und ich bin froh, solche Gefühle in mir zu haben. Ich sehe keinen Grund, warum jemand nicht seine Emotionen zeigen sollte.“

skiweltcup.tv: „Auch hast du davon gesprochen, dass der Körper nicht mehr mitgespielt hat. Überwogen nach deinem Schritt, die Karriere zu beenden, im ersten Moment eher Traurigkeit oder Erleichterung und Dankbarkeit?“

M. P.: „Im ersten Moment war eine gewisse Traurigkeit in mir da, da ich das Skifahren wegen meiner Verletzungen beenden musste. Ich habe eingesehen, dass man nur mit einem gesunden Körper vorne mitmischen kann. Dennoch bin ich sehr dankbar, was ich im Sport erlebt habe.“

© Kraft Foods / Manfred Pranger (AUT)

© Kraft Foods / Manfred Pranger (AUT)

skiweltcup.tv: „ÖSV-Sportdirektor Hans Pum lobte deine Leistungen und unterstrich, dass du dem rot-weiß-roten Team wegen deiner freundlichen und lustigen Art fehlen wirst. Wer von deinen ehemaligen Mannschaftskollegen verfügt auch über diese Eigenschaften und kann deiner Meinung nach diese ‚Lücke‘ schließen?“

M. P.: „In der Slalomgruppe haben alle Läufer diese Eigenschaft. Deshalb hatten wir auch so viel Spaß.“

skiweltcup.tv: „Welches sind der schönste Moment und der bitterste Augenblick im Verlauf deiner langen Ski-Karriere, über die du uns ein wenig erzählen magst?“

M. P.: „Der schönste Moment war der Weltmeistertitel 2009. Es gab in meiner Karriere eigentlich einige schlimme Momente. Beispielsweise wurde ich nicht für den ÖSV-Kader berücksichtigt, oder ich musste 2006  bei den Olympischen Winterspielen in Turin in die interne Quali. Auch meine drei schweren Operationen zählen zu den bitteren Momenten meiner Laufbahn.“

skiweltcup.tv: „Und dürfen wir auch dein Lebensmotto von dir in Erfahrung bringen? Wer hat diesen Spruch das erste Mal zu dir gesagt, so dass er dein weiteres Leben als aktiver und erfolgreicher Sportler und als Mensch bis in die Gegenwart nachhaltig geprägt hat?“

M. P.: „Wer hart arbeitet, wird dafür belohnt. Diesen Spruch habe ich mir jeden Tag vorgesagt, und das gilt auch für die Zukunft.“

skiweltcup.tv: „In den Zeiten, als du noch als Skirennläufer die Slalomhänge auf dem weiten Erdenrund hinuntergecarvt bist, kamen sicherlich deine Kinder und deine Frau zu kurz. Wie wichtig ist es für dich, immer einen familiären Rückhalt zu haben und wem möchtest du über die Jahre hinweg deinen größten Dank aussprechen?“

M. P.: „Ich habe das Glück, dass die Familie zu 100 Prozent hinter mir gestanden ist. Wir haben es dadurch auch geschafft, unsere begrenzte Zeit gut zu nützen. Der größten Dank gilt meiner Familie und meinen Eltern.“

skiweltcup.tv: „Wo werden wir Manni Pranger im nächsten Ski-Winter sehen? Hast du schon Nägel mit Köpfen gemacht, oder lässt du alles auf dich zukommen?“

M. P.: „Ich bin zur Zeit noch beim Abwägen, in welche Richtung es bei mir gehen soll. Ich möchte aber gerne im Skisport tätig sein, zumal er eine sehr große Leidenschaft von mir ist.“

skiweltcup.tv. „Marcel Hirscher fährt von Gesamtweltcupsieg zu Gesamtweltcupsieg. Alte Haudegen wie Mario Matt, Reinfried Herbst und Benjamin Raich wollen es noch einmal wissen. Ein junger, wilder Tiroler namens Manuel Feller möchte sich in der Weltcupelite etablieren. Wie beurteilst du mittel- bis langfristig die Situation im ÖSV-Slalomteam?“

M. P.: „Das österreichische Slalomteam ist sehr stark, und es gibt in Österreich genug junge Läufer, die in Zukunft die alten Haudegen gut ersetzen werden.“

© Kraft Foods / Manfred Pranger (AUT)

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Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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