10 November 2010

Marcel Hirscher: „Berthold ist ein absolut geiler Chef“

Die medaillenlose Olympiasaison 2010 ist verarbeitet. An diesem Wochenende wollen die ÖSV Slalomstars in Levi ihre Weltklasse unter Beweis stellen. 

Reinfried Herbst geht mit dem „Roten Leiberl“ des Titelverteidigers im Slalomweltcup an den Start und konnte bereits im Vorjahr das Slalomauftaktrennen in Levi für sich entscheiden. Kein Wunder dass er als großer Favorit an den Start gehen wird. 

Den Sprung auf das „Stockerl“ kann man auch dem größten ÖSV Talent Marcel Hirscher zutrauen. Der 21-jährige überzeugte bereits beim Riesenslalomauftakt in Sölden. Er lag nach dem ersten Durchgang auf Platz 5 in Schlagdistanz nach ganz vorne. „Es wäre extrem spannend geworden“, war Hirscher etwas enttäuscht, dass der 2. Durchgang wegen Nebel nicht mehr gestartet werden konnte. 

Bei den Olympischen Spielen in Vancouver war er mit Platz 4 bester ÖSV Fahrer und auf einer eisigen Piste in Levi kann man Hirscher einiges zutrauen. „Ich lasse mich nicht unter Druck setzen“, sagt er. „Die Erwartungen sind wie immer hoch, aber wir sind nicht allein auf der Piste. Vielleicht sollten wir in Österreich auch einmal froh sein, wenn Top-10-Platzierungen erreicht werden. Das kann eine sehr gute Leistung sein. Ich habe mir vorgenommen, meine Leistungen zu bestätigen.“ 

Auch wenn er Druck vermeiden möchte, kennt Hirscher die Erwartungshaltung in seiner Heimat: „Ich lasse alles auf mich zukommen. Andere waren im Training schneller als ich – schau ma mal. Ich kündige nichts an, sonst bist du in Österreich als Fünfter der Depp der Nation!“ 

Der dreifache Junioren-Weltmeister fühlt sich unter Neu Trainer Matthias Berthold richtig wohl: „Er ist ein absolut geiler Chef. Er weiß einfach, wie’s geht.“ Der Kontakt mit Berthold sei wesentlich besser als wie mit Vorgänger Anton Giger: „Er war eher ein Kommandant!“ 

Berthold kennt die Stärken von Hirscher und will diese auch nicht beschneiden: „Ich gehöre nun einmal zu der Sorte, die in einem Rennen das letzte Hemd riskieren“, erklärt Hirscher. 

Die richtige Einstellung, vor allem wenn man für die „Skination Österreich“ an den Start geht. Nur wer alles riskiert kann alles gewinnen und wie sagte Hirscher so treffend: „In Österreich bist Du als Fünfter der Depp der Nation.“