10 Januar 2021

Marco Schwarz entscheidet Slalom von Adelboden für sich

Marco Schwarz gewinnt Slalom von Adelboden
Marco Schwarz gewinnt Slalom von Adelboden

Adelboden – Marco Schwarz hat es geschafft. Der Österreicher gewann den heutigen Slalom auf dem Chuenisbärgli in Adelboden in einer Zeit von 1.52,69 Minuten. Es war eine sehr spannende Angelegenheit, denn die besten Zehn lagen nur eine halbe Sekunde auseinander. Auf Position zwei schwang der Deutsche Linus Straßer (+0,14) ab, der nach dem ersten Lauf auf Rang zwölf lag und vor einigen Tagen den Torlauf auf dem Bärenberg vor den Toren der kroatischen Hauptstadt Zagreb für sich entschied. Der Brite Dave Ryding (+0,15) reihte sich auf Platz drei ein und verpasste um Haaresbreite die Egalisierung seiner bislang besten Platzierung im Weltcup.

 

Marco Schwarz: „Richtig, richtig cool. Ich war schon ein paar Mal in Führung, habe es nicht runtergebracht. Heute habe ich mir gedacht: Das Skifahren passt, das Material passt! Und wir haben extrem hart gearbeitet im Sommer. Es Im Slalom war es ein richtig großer Traum, dass das aufgegangen ist ist volle geil. Wenn man oben steht und führt, dann will man es heimfahren. Heute war es vielleicht ein bisschen leichter, vom Vierten vor zu fahren. Aber man muss alles geben, um nach vor zu fahren.“

Linus Strasser: „Es ist absolut in Ordnung so. Marco hat es sich verdient, er ist heute richtig gut gefahren. Auch schon in Zagreb, da war das Hundertstelglück auf meiner Seite. Heute hat es für Marco gepasst und Österreichs Ehre ist wieder gerettet. Ich habe in Zagreb gemerkt: He, es ist absolut etwas menschliches, ein Rennen zu gewinnen. Es ist absolut nicht unmöglich.“

 

Ski Weltcup Daten und Fakten zum 4. Slalom
der Herren 2020/21 in Adelboden

FIS-Startliste 1. Durchgang – Start 10.30 Uhr
FIS-Liveticker der Herren 1. Durchgang
FIS Zwischenstand nach dem 1. Durchgang***
FIS-Starliste 2. Durchgang – Start 13.30 Uhr
FIS-Liveticker der Herren 2. Durchgang
FIS-Endstand Slalom der Herren in Adelboden

Gesamtweltcupstand der Herren 2020/21
Weltcupstand Slalom der Herren 2020/21

Nationencup: Gesamtwertung
Nationencup: Herrenwertung

Alle Daten werden sofort nach Eintreffen aktualisiert

 

Michael Matt (+0,17) verpasste als Vierter nur um zwei Hundertstelsekunden den Sprung aufs Podest. Loic Meillard (+0,19) aus der Schweiz klassierte sich hinter dem Österreicher auf Position fünf und erlebte ein Déjà-vu des Vortages. Auch beim gestrigen Riesenslalom lag er nach dem ersten Durchgang auf einem Podestrang, ehe ein etwas schwächerer Finallauf ihm um die Früchte des (denkbaren) Erfolgs brachte. Hinter Meillard klassierten sich zwei weitere Eidgenossen, in persona Tanguy Nef (+0,23) und Daniel Yule (+0,29) auf den Rängen sechs und sieben. Clement Noel (+0,38) brachte seine Halbzeitführung nicht ins Ziel; der Franzose rutschte bis auf Platz acht zurück. Zu Yule und Noel ist zu sagen, dass sie aktuell noch nicht richtig in Form gekommen sind. Vielleicht geht es ihnen am kommenden Sonntag in Wengen etwas besser.

 

Michael Matt: „Der zweit Lauf war besser, vor allem habe ich mich beim Fahren besser gefühlt. Ich konnte mehr attackiert, leider war ich beim Schwungansatz noch immer zu gerade. Schade, weil da heute mit einer richtig guten Fahrt ein Podium drin gewesen wäre.“

 

Der in dieser Saison sehr konstant fahrende Norweger Sebastian Foss-Solevag (+0,41) und der wiedererstarkte Athlet Alexander Khoroshilov (+0,51) aus dem osteuropäischen Riesenreich Russland vervollständigten als Neunte bzw. Zehnte die Top-10 des zweiten Slaloms des Kalenderjahres 2021. Die beiden ÖSV-Vertreter Adrian Pertl (+0,71) und Christian Hirschbühl (+0,82) zeigten eine vielversprechende Leistung und reihten sich auf den Plätzen elf und zwölf ein. Ramon Zenhäusern (+0,89) vom Swiss-Ski-Team und der erfahrene Südtiroler Manfred Mölgg (+0,96) beendeten ihren Arbeitstag auf dem Chuenisbärgli auf den Positionen 13 und 14.

 

Adrian Pertl: „Mit meinem 2. Durchgang bin ich sehr zufrieden. Ich habe mehr attackiert. Mit meiner Platzierung bin ich sehr zufrieden, vor allem weil ich weiß, dass es noch besser geht.“

 

Der Südtiroler Simon Maurberger (+1,32) belegte den 18. Platz. Er war nur um vier Hundertstelsekunden langsamer als Alexis Pinturault aus Frankreich, der gestern und vorgestern die Riesentorläufe nach Belieben dominierte und heute 17. wurde. Hinter den Telljüngern Luca Aerni (+1,61) und Marc Rochat (+1,90) – sie landeten auf den Rängen 20 und 21 – kam Johannes Strolz aus Österreich, der sich als 30. gerade noch für den zweiten Durchgang qualifizieren konnte, auf Platz 22. Sein Rückstand auf seinen Teamkollegen Schwarz betrug 2,19 Sekunden. Riccardo Tonetti aus Südtirol leistete sich im Finallauf einen groben Schnitzer und kam mit einem Rückstand von über elf (!) Sekunden auf Platz 25; doch der Abstand war zeitlich zu groß, um – wenn auch wenige – Punkte zu erhalten.

In der Disziplinenwertung haben Marco Schwarz bzw. Linus Straßer mit seinen 100 bzw. 80 Punkten von heute dem heute ohne Zähler die Heimreise antretenden Manuel Feller das rote Trikot des Führenden entrissen. Summa summarum kommen Schwarz auf 239, Strasser auf 233 und Feller auf 210 Zähler. Der nächste Torlauf im Weltcup der Herren findet heute in einer Woche – wenn alles nach Plan läuft – ebenfalls im Berner Oberland statt. Schauplatz des Geschehens ist Wengen. Der Lauberhorn-Klassiker geht im Dreigestirn von Mönch, Eiger und Jungfrau über die Bühne.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Verwandte Artikel:

Felix Neureuther wäre für einen Olympiaboykott zu haben
Felix Neureuther wäre für einen Olympiaboykott zu haben

Garmisch-Partenkirchen – Der ehemalige DSV-Athlet Felix Neureuther ist ein kritischer Zeitgenosse. Für ihn bleibt die Vergabe der Olympischen Winterspiele nach Peking ein Rätsel. China, mit seinen Eingriffen in die Natur und der ungelösten Menschenrechtsfrage, hätte für den 37-Jährigen keine Vergabe erhalten. Für Neureuther, der im Slalom und Riesentorlauf erfolgreich war, sollte etwa der Deutsche Olympische… Felix Neureuther wäre für einen Olympiaboykott zu haben weiterlesen

Corinne Suter präsentiert sich „tierisch gut“
Corinne Suter präsentiert sich „tierisch gut“

Schwyz – Es ist wohl jedem bekannt, dass die Schweizerin Corinne Suter für den Skirennsport brennt. Aber auch die Tiere und der Tierschutz liegen ihr am Herzen. Die Ski Weltcup Rennläuferin hat 2.000 Euro gewonnen, als sie von der Zeitung „Blick“ zur Schweizer Sportlerin des Jahres 2020 gekürt wurde. Die Swiss-Ski-Dame spendete das Preisgeld zu… Corinne Suter präsentiert sich „tierisch gut“ weiterlesen

Lara Della Mea ist bereit für ihr Comeback (Foto: © Archivo FISI/Giovanni Auletta/Pentaphoto)
Lara Della Mea ist bereit für ihr Comeback (Foto: © Archivo FISI/Giovanni Auletta/Pentaphoto)

Saas Fee/Hintertux – Von morgen bis zum 24. September arbeiten die Mädels von Devid Salvadori auf dem Gletscher von Saas Fee. Die azurblauen C-Kader-Athletinnen sind auf dem Hintertuxer Gletscher im Zillertal im Einsatz. Lara Della Mea, die sich beim WM-Team Event in Cortina d‘Ampezzo schwer verletzte und eine lange Phase der Rehabilitation durchwanderte, ist bereit… Lara Della Mea ist bereit für ihr Comeback weiterlesen

Werner Heel schlüpft in einem Film über Franz Klammer in die Rolle von Widersacher Bernhard Russi
Werner Heel schlüpft in einem Film über Franz Klammer in die Rolle von Widersacher Bernhard Russi

St. Vigil in Enneberg – Ohne Zweifel ist Franz Klammer eine Skilegende, fast schon ein Mythos der 1970er-/1980er-Jahre. Der Kärntner war der Kaiser schlechthin. 25 Siege, 41 Top-3-Platzierungen und fünf Kristallkugeln sprechen mehr als nur Bände. In der Saison 1974/75 stand er, erst 21-Jährig, in neun Rennen achtmal auf der obersten Stufe des Podests. Val… Werner Heel schlüpft in einem Film über Franz Klammer in die Rolle von Widersacher Bernhard Russi weiterlesen

Elisabeth Reisinger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ (Foto: © Elisabeth Reisinger / Instagram)
Elisabeth Reisinger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ (Foto: © Elisabeth Reisinger / Instagram)

Peilstein – Die 25-jährige österreichische Skirennläuferin Elisabeth Reisinger kommt nach einer Knieverletzung wieder zurück. Im Skiweltcup.TV-Interview berichtet sie, dass die Rehabilitation länger gedauert hat, als zu Beginn angenommen. Dennoch ist sie motiviert. Da sie auch fit ist, steht einer Rückkehr nichts mehr im Wege. Trotzdem will sie behutsam einen Schritt nach dem anderen setzen. Dann… Elisabeth Reisinger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ weiterlesen

Banner TV-Sport.de