7 März 2018

Michaela Kirchgasser sagt in Ofterschwang „Servus“

Michaela Kirchgasser (Foto: Skiweltcup.TV / Walter Schmid)
Michaela Kirchgasser (Foto: Skiweltcup.TV / Walter Schmid)

Beim Slalom der Damen, am kommenden Samstag in Ofterschwang, wird Michaela Kirchgasser ihre Abschiedsvorstellung im Skiweltcup geben. Acht Tage vor ihrem 33. Geburtstag beendet Michi Kirchgasser ihre aktive Karriere und sagt am Ofterschwanger Horn „Servus“.

Für die Slalom- und Riesentorlaufspezialistin, die auch bei den Super-Kombis an den Start ging ein Abschied mit vielen Emotionen. Unvergessen bleiben unter anderem ihre drei WM-Goldmedaillen im Teambewerb (2007, 2013 und 2015).

Kirchgasser feierte ihre ersten Errungenschaften in der Saison 1999/2000. In diesem Winter triumphierte sie in den Riesentorlaufen des Trofeo Topolino und des Whistler Cups. Bei den österreichischen Schülermeisterschaften siegte sie sowohl im Riesenslalom als auch in der Kombination. Beim Parallelslalom in Voukatti 2001 gewann sie die Silbermedaille. In dieser Ortschaft wurde das European Youth Olympic Festival ausgetragen. Im Dezember 2001 kam die Österreicherin zu ihrem ersten Weltcupeinsatz. Mit der hohen Startnummer 77 belegte sie im Torlauf von Sestriere den 17. Rang, kurze Zeit später belegte sie bei ihrem zweiten Einsatz sogar den 14. Platz.

In der Folge gewann sie im Jahr 2003 den WM-Titel im Juniorenbereich im Slalom und schob sich bereits einmal unter die Top-10 bei einem Weltcuprennen. In der Folge wurde sie immer besser und zeichnete sich durch die Ränge fünf bzw. sechs im Torlauf bzw. in der Kombination im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin aus. Durch diese guten Resultate stieg sie in die ÖSV-Nationalmannschaft auf.

Im November 2006 gastierten die Riesentorläuferinnen im US-amerikanischen Aspen. Kirchgasser zeigte ihre ganze Klasse und belegte den dritten Rang. Diese herausragende Leistung bestätigte sie in der Super-Kombination auf der Reiteralm. Hier wurde sie sogar Zweite. Bei der alpinen Ski-WM 2007 in Ǻre belegte die sympathische Sportlerin die Goldmedaille im Teambewerb. Dazu gesellten sich ein vierter Rang im Riesentorlauf und Position neun im Slalom. Kurze Zeit später siegte sie beim Weltcup-Riesentorlauf in der Sierra Nevada. Am Ende reichte es für Platz acht im Gesamtweltcup. In den Disziplinen reichte es für die Ränge drei und vier im Riesentorlauf und der Kombination.

Danach fiel Kirchgasser für eine Saison in ein kleines Loch. Sie belegte nur zweimal den siebten Rang.  Doch bereits in der Folgesaison kam sie gut zurück und erreichte gute Platzierungen wie etwa den zweiten Platz beim Riesentorlauf in Cortina d’Ampezzo. Bei der WM 2009 im französischen Val d’Isère schrammte sie als Fünfte knapp am Riesentorlauf-Edelmetall vorbei. Beim Probelauf zur Abfahrt in Tarvis stürzte „Kirchi“ schwer und musste aufgrund einer Knorpelimpressionsfraktur im linken Oberschenkel die Saison 2008/09 vorzeitig beenden.

Der Skiwinter 2009/10 war in Bezug auf die Super-Kombination eine der besten für Kirchgasser. In Val d’Isère wurde sie Vierte und in St. Moritz Zweite. In der Summe war das der dritte Platz in der Disziplinenwertung. Bei den Olympischen Winterspielen belegte sie Rang neun in der Kombination bzw. Position 15 doch ansprechende Ergebnisse. In der Folge wurde die Kombination zu ihrer besten Disziplin. Bei der WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 reichte es für die Silbermedaille im Teambewerb.

Im Winter 2011/12 erreichte sie in Zagreb den dritten Platz im Slalom. In Kranjska Gora gewann sie den Torlauf und erzielte in beiden Durchgängen Laufbestzeiten. Im City Event von Moskau belegte  sie den zweiten Rang nach Erfolgen gegen Anna Fenninger, Tina Maze und Maria Höfl-Riesch. Erst im großen Finale unterlag sie der US-Amerikanerin Julia Mancuso. In Schladming gewann sie zum Saisonkehraus wieder im Torlauf und belegte hinter Teamkollegin Marlies Schild den zweiten Rang in der Slalomwertung. Beim Teambewerb hatte sie auch die Nase vorn. Nach diesem Winter unterzog sich die Athletin einer Knieoperation.

Bei der Heim-WM in Schladming 2013 erreichte Kirchgasser bloß „Blech“ in der Super-Kombination. Im Slalom reichte es für Silber, im Teambewerb gab es Gold. Während des Winters 2012/13 gab es zwei dritte Ränge und sechs Ausfälle im Slalom. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 fuhr die ÖSV-Athletin mit den Rängen sieben in der Super-Kombination und zwölf im Riesentorlauf relativ deutlich an den avisierten Medaillen vorbei.

Bei der WM 2015 reichte es für Bronze in der Super-Kombination. In Vail/Beaver Creek stand die Österreicherin jedoch auf der höchsten Stufe des Podiums, denn sie siegte erneut im Mannschaftsbewerb. Bei der folgenden WM 2017 in St. Moritz gewann sie erneut Bronze in der Kombination.

Michael Kirchgasser gewann überdies sieben Rennen im Europacup und stand in der gleichen Rennserie 14 Mal auf dem Podest. In der Saison 2004/05 gewann sie die Riesentorlaufwertung und belegte in der Gesamtwertung den zweiten Rang. Abgerundet wird ihr Profil mit fünf österreichischen Staatsmeisterschaften, einem Platz unter den besten Drei im Nor-Am-Cup, fünf Siegen in FIS-Rennen und dem Erhalt des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.

Seit dem 7. Mai 2016 ist Michaela Kirchgasser mit Sebastian Kirchgasser (Er trägt, ohne mit ihr verwandt zu sein, denselben Familiennamen) verheiratet.

Wir von skiweltcup.tv wünschen „Kirchi“ alles Gute für die berufliche und private Zukunft

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner 

 

Skiweltcup Kalender / Termine der Damen Saison 2017/18
& Olympische Winterspiele Ski Alpin 2018

Skiweltcup Kalender / Termine der Herren Saison 2017/18
& Olympische Winterspiele Ski Alpin 2018

Verwandte Artikel:

Für Livio Magoni beginnt in Slowenien das Jahr eins nach Petra Vlhová
Für Livio Magoni beginnt in Slowenien das Jahr eins nach Petra Vlhová

Ljubljana/Laibach – In Ljubljana gab der slowenische Verband die Ski-Kaderzusammensetzungen für die Olympiasaison 2021/22 an. Im Team der Damen sehen wir mit Livio Magoni einen erfahrenen Trainer, der in den letzten fünf Jahren mit der Slowakin Petra Vlhová zusammengearbeitet hat. Er will das Projekt „Magoni International Team“ in die Wege leiten und auch die junge… Für Livio Magoni beginnt in Slowenien das Jahr eins nach Petra Vlhová weiterlesen

FISI entlässt Damentechniktrainer Matteo Guadagini (Foto: © fisi.org)
FISI entlässt Damentechniktrainer Matteo Guadagini (Foto: © fisi.org)

Predazzo – Der italienische Wintersportverband setzt den Trainer Matteo Guadagnini vor die Tür. Die Ankündigung wurde am Dienstag dem Technikcoach mitgeteilt. Es ist ein Abschied mit einem bitteren Nachgeschmack im Mund, der an die Vergangenheit rund um Claudio Ravetto und Jacques Theolier erinnert. In einem Interview mit den Kollegen des Onlineportals Sciare erklärte der Trainer,… FISI entlässt Damentechniktrainer Matteo Guadagini weiterlesen

Über den emotionalen Abschied von Jean-Baptiste Grange
Über den emotionalen Abschied von Jean-Baptiste Grange

Les Gets – Dieses Mal ist es endgültig vorbei. Der französische Skirennläufer Jean-Baptiste Grange, seines Zeichens zweimaliger Slalom-Weltmeister, beendete am Wochenend im Rahmen der nationalen Meisterschaften seine Karriere. Um ihn im Zielraum inmitten der dreifarbigen und roten Anoraks der ganzen Leute zu finden, musste man nur aufblasbaren Luftballons und zwei großen silberfarbenen Buchstaben „JB“ folgen.… Über den emotionalen Abschied von Jean-Baptiste Grange weiterlesen

Irene Curtoni sagt zum Abschluss ihrer Karriere „Ciao a tutti!“
Irene Curtoni sagt zum Abschluss ihrer Karriere „Ciao a tutti!“

Lenzerheide – Die italienische Skirennläuferin Irene Curtoni hat bereits vor einiger Zeit ihre Absicht angekündigt, ihre sportliche Karriere zu beenden. Am Ende hielt sie alles vor der Öffentlichkeit verborgen; sie wollte das letzte Ski Weltcup Rennen ihrer langen Laufbahn bis zum letzten Moment genießen. Auch wenn sie kein brauchbares Resultat beim heutigen Slalom zuwege brachte,… Irene Curtoni sagt zum Abschluss ihrer Karriere „Ciao a tutti!“ weiterlesen

LIVE: Nationen Team Event beim Weltcup Finale in Lenzerheide 2021, Vorbericht, Startliste und Liveticker – Startzeit: 12.00 Uhr
LIVE: Nationen Team Event beim Weltcup Finale in Lenzerheide 2021, Vorbericht, Startliste und Liveticker – Startzeit: 12.00 Uhr

Am Freitag steht beim Weltcup-Finale in Lenzerheide der Nationen Team Event auf dem Programm. Ab 12.00 Uhr kämpfen 9 Teams um den Sieg. Dabei trifft im Viertelfinale Österreich auf Slowenien, die Schweiz auf den Sieger Schweden/Großbritannien, und Deutschland hat mit Italien einen mehr als starken Gegner vor der Brust. Das offizielle FIS Teamraster für den… LIVE: Nationen Team Event beim Weltcup Finale in Lenzerheide 2021, Vorbericht, Startliste und Liveticker – Startzeit: 12.00 Uhr weiterlesen

Banner TV-Sport.de