29 Dezember 2020

Michelle Gisin triumphiert im heutigen Semmeringer Nachtslalom

Michelle Gisin gewinnt Nachtslalom auf dem Semmering
Michelle Gisin gewinnt Nachtslalom auf dem Semmering

Semmering – Am heutigen Dienstag ging auf dem Semmeringer Zauberberg vor den Toren Wiens der letzte Slalom der Damen im Kalenderjahr 2021 über die Bühne. Dabei gewann die Schweizerin Michelle Gisin aus der Schweiz in einer Zeit von 1.42,05 Minuten. Sie beendete mit ihrem ersten Hunderter im Slalom die 28 Rennen andauernde Torlauf-Siegesserie von Mikaela Shiffrin (19) und Petra Vlhová (9 Erfolge). Außerdem wurde das leidvolle Swiss-Ski-Kapitel beendet; seit 19 Jahren gelang den Eidgenossinnen kein Sieg mehr in dieser Disziplin. Auf Position zwei schwang die Österreicherin Katharina Liensberger (+0,11) ab. Mikaela Shiffrin (+0,57) aus den USA beendete ihren Arbeitstag auf dem dritten Platz, nachdem sie zur Halbzeit noch in Führung lag und nach ihrem 44. Slalomsieg griff.

 

Michelle Gisin: „Es ist einfach unglaublich. Es war ein perfekter Tag, viel mehr kann ich im Augenblick auch nicht sagen. Eigentlich dachte ich, der Lauf passt so nicht und ich habe mich gezwungen, dass ich weiter pushe. Im Ziel kam Wendy zu mir und sagte, dass die Kathi Liensberger schon sehr gut gefahren ist, und es zum Sieg reichen könnte. Und hat es wirklich funktioniert. Nach 8 Jahren mein erster Weltcupsieg, hier am Semmering, und dann noch im Slalom, das ist total verrückt.“

Katharina Liensberger: „Es ist zwar kein Sieg, aber es fühlt sich so an. Ich bin so happy mit dem 2. Durchgang. Es hat sich super angefühlt, auch wenn es wegen der Spuren nicht einfach war. Man musste voll ans Limit gehen. Michelle hat dann eine super Fahrt gezeigt. Ich denke, die Leute an der Spitze haben alle eine super Leistung gezeigt. Ich bin superhappy. Ich denke, die Entwicklung geht immer weiter, auch im Skisport. Es hört nie auf und ich werde weiterarbeiten.“

Michelle Gisin: „Es war ein langer und aufregender Tag heute. Es hat sich für mich heute so lange angefühlt, bis wir in den Finaldurchgang gestartet sind. Ich freue mich sehr für Michelle, selbstverständlich hätte ich auch gerne gewonnen. Ich habe versucht Gas zu geben, aber manchmal geht es auf, manchmal nicht. Aber ich freue mich wirklich für Michelle, sie hat sehr lange darauf gewartet.“

 

Daten und Fakten zum Ski Weltcup 2020/21
3. Slalom der Damen am Semmering

Offizielle FIS-Startliste 1. Durchgang – Start 15.15 Uhr
Offizieller FIS-Liveticker der Damen 1. Durchgang **
FIS Zwischenstand nach dem 1. Durchgang
Offizielle FIS-Starliste 2. Durchgang – Start 18.30 Uhr
Offizieller FIS-Liveticker der Damen 2. Durchgang **
Offizieller FIS-Endstand Slalom Semmering

Gesamtweltcupstand der Damen 2020/21
Weltcupstand Slalom der Damen 2020/21

Nationencup: Damenwertung
Nationencup: Gesamtwertung

Alle Daten werden sofort nach Eintreffen aktualisiert

 

Die Slowakin Petra Vlhová, die die ersten beiden Torläufe in Levi für sich entschied und noch in der Disziplinen- und Gesamtwertung die Nase vorn hat, belegte heute den vierten Rang; ihr Rückstand auf Gisin war relativ groß. Er betrug sage und schreibe 1,36 Sekunden.

Zweitbeste Eidgenossin wurde Wendy Holdener (+1,43), die trotz weniger Skitage auf Platz fünf abschwang. Katharina Truppe (+1,56) zeigte zwei konstante Läufe und klassierte sich auf Platz sechs. Die Norwegerinnen Kristin Lysdahl (+2,40) und Maria Therese Tviberg (+2,57) beendeten ihren Slalom auf niederösterreichischem Schnee hinter der ÖSV-Dame auf den Positionen sieben und acht. Shiffrins Mannschaftskollegin Nina O‘Brien (9.; +3,06) und Katharina Huber (10.; +3,14) vom Team Austria konnten sich im Finallauf verbessern und vervollständigten die besten Zehn.

Die Tirolerin Chiara Mair (+3,26) fiel nach der 21. Laufzeit im zweiten Durchgang noch aus den Top-10 und schwang als Zwölfte ab. Die Deutsche Lena Dürr (+3,30), nach dem ersten Lauf noch gute Achte, reihte sich auf Platz 13 ein. Die junge und talentierte Swiss-Ski-Vertreterin Melanie Meillard (+3,68) ergatterte als 20. des Abends einige Weltcupzähler. Katharina Gallhuber (+5.04) verpatzte den zweiten Durchgang und wurde vom zwölften bis auf den 26. Platz durchgereicht. Die Lokalmatadorin hatte sich das Finale ihres Heimrennens, wenngleich ohne Anfeuerung des ansonsten lautstarken Publikums, gewiss anders vorgestellt.

Im zweiten Lauf schieden u. a. die Deutsche Andrea Filser und die Österreicherin Franziska Gritsch aus. Letztere konnte aus dem hervorragenden siebten Zwischenplatz kein Kapital schlagen und war nach dem heutigen Auftritt sicherlich untröstlich, zumal ein Spitzenresultat beim Heimrennen in greifbarer Nähe war.

Der nächste Slalom der Damen findet am 3. Januar 2021 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb/Agram statt.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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