13 Oktober 2021

Nicht nur Federica Brignone ist heiß auf den Saisonauftakt in Sölden

Nicht nur Federica Brignone ist heiß auf den Saisonauftakt in Sölden(Foto: © Archivio FISI/Gabriele Facciotti/Pentaphoto)
Nicht nur Federica Brignone ist heiß auf den Saisonauftakt in Sölden(Foto: © Archivio FISI/Gabriele Facciotti/Pentaphoto)

Mailand/Sölden – Gestern fand das FISI-Opening in Mailand statt. Zu Gast waren unter anderem die italienischen Ski-Asse Marta Bassino, Sofia Goggia, Federica Brignone und Luca De Aliprandini. Goggia, die als aktuelle Olympiasiegerin in den Olympiawinter 2021/22 startet, will in der neuen Saison nach Konstanz suchen, die sie nach eigenen Angaben noch nie haben konnte. Sie weiß, dass sie sich immer verbessern kann. Im Riesentorlauf will sie ihre kämpferischen Eigenschaften nach außen projizieren und auch persönlich wachsen. Sie betonte, dass man, je mehr man seiner Stärken bewusst wird, auch die Schwächen kennt. Ihr Kindheitswunsch, eine olympische Goldmedaille zu gewinnen, ist vor gut vier Jahren in Pyeongchang in Erfüllung gegangen. Aber der Wunsch (nach einem weiteren Edelmetall) ist immer da.

Marta Bassino konzentrierte sich in ihren Ausführungen auf das wie gewohnt verlaufende Sommertraining. Neben Rad-, Lauf-, Leichtathletik- und Tenniseinheiten war alles dabei. Die Olympiamedaille ist ein ferner Gedanke, jedoch sind in ihren Augen die Spiele im Februar der Fokus des Winters. Sie möchte in kleinen Schritten hinkommen, von Rennen zu Rennen denken. Jetzt gilt die ganze Konzentration dem Saisonauftakt in Sölden. In China werden die Italienerin und ihre Konkurrentinnen eine Strecke vorfinden, die keiner kennt. Eine Generalprobe gab es nicht, man wird sich aber einleben und trainieren. Auch wenn Bassino sich bewusst ist, im vergangenen Winter gute Dinge getan zu haben, ist eine neue Saison einem Neuanfang gleichzusetzen.

Federica Brignone, die in der vorletzten Saison die große Kristallkugel gewonnen und auf diese Weise italienische Skisportgeschichte geschrieben hat, blickte ebenfalls auf eine gute Arbeit im Sommer zurück. Auch wenn sie oft alleine war, ist sie mitunter mit der azurblauen Mehrzweckgruppe der Damen oder bei der Riesenslalomeinheit unterwegs. Sie weiß, dass es in Sölden immer besonders ist zu fahren. Man muss eine gewisse Aggressivität an den Tag legen; nur gut Ski fahren nutzt nichts. Des Weiteren hat die Athletin aus dem Aostatal nicht viel über die Gegnerinnen nachgedacht und wie sie auf den Brettern unterwegs sein werden.

Ohne Frage war die WM-Silbermedaille für Luca De Aliprandini eine schöne Auszeichnung. Sie steht für Beharrlichkeit; der Mann aus dem Trentino, der erfahrungsgemäß im Riesentorlauf aufhorchen lässt, möchte einen Schritt weiter gehen und im Ski Weltcup und bei den Olympischen Winterspielen in Peking aufs Podest klettern. Das weltmeisterliche Edelmetall hat sein Leben nicht verändert; er bekam lediglich mehr Rückmeldungen von den Fans und mehr Anfragen von den Medien. In diesem Sommer wollte er sich erholen und im Training sein Bestes geben. Doch die Einheiten verliefen wegen Knieschmerzen und einer Entzündung der Patellasehne, die er seit dem letzten Winter mit sich schleppt, keineswegs reibungslos. Der Freund von Michelle Gisin unterbrach die Trainingssessions für beinahe einen Monat. Natürlich gingen einige Skitage verloren, doch mit viel Physiotherapie hofft er, alles in den Griff zu bekommen. Jetzt hat er keine Schmerzen mehr; das gibt De Aliprandini Hoffnung. Er ist sich seines Niveaus bewusst und weiß, dass es viele und starke Gegner geben wird, die ihm im Olympiawinter Paroli bieten wollen. Trotzdem schaut er zuversichtlich auf den Saisonauftakt in Sölden; er wünscht sich, dass das azurblaue Team gut in den Winter startet.

Nun weiß man auch, wer die italienischen Farben beim ersten Rennen der Saison 2021/22 vertritt. Seit 20 Jahren ist Sölden die erste Etappe des Skiweltcupwinters. Es ist klar, dass die drei besten Damen Bassino, Brignone und Goggia, die im vergangenen Jahr im Ötztal dominierten, an den Start gehen werden. Elena Curtoni ist die vierte Dame, die mit von der Partie ist. Sie arbeitet in der Mehrzweckgruppe mit Laura Pirovano, Roberta Melesi und Karoline Pichler. Für die zuletzt angeführten Damen wäre eine Qualifikation für das Finale der besten 30 schon ein kleiner Erfolg. Aus der Slalom-Mannschaft stößt Roberta Midali zum Team. Sie hat im letzten Winter drei Riesenslaloms bestritten und konnte zweimal Punkte sammeln. Auch Ilaria Ghisalberti, die vor einem Jahr am Rettenbachferner ihr Debüt im Konzert der Großen gab, will erfolgreich sein.

Bei den Herren werden acht Athleten dabei sein. Vizeweltmeister De Aliprandini wird sich mit einer der ersten sieben Startnummern aus dem Starthaus abschwingen. Giovanni Borsotti und Riccardo Tonetti sind auch vor Ort. Hannes Zingerle hat im Sommer immer mit der Riesenslalomgruppe hart gearbeitet. Zudem wird Simon Maurberger sein lang ersehntes Comeback feiern. Nach der schweren Knieverletzung im Februar 2020 will er wieder angreifen. Zu wünschen wäre ihm ein sehr gutes Ergebnis. Ob es der 15. Platz wie beim Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen eine Woche vor seinem Sturz in Chamonix wird, bleibt abzuwarten.

In Sölden werden wir auch den Routinier Manfred Mölgg sehen, der sich von den im September angedeuteten Beschwerden erholt hat. Auch die junge Delegation um Giovanni Franzoni und Filippo Della Vite, der zweifelsohne die Zukunft gehört, wird am Rettenbachferner starten. Della Vite zeigte mit dem 16. Rang in Bansko seine fahrerische Klasse im Verlauf des letzten Winters. Dahinter sehen wir die Slalomspezialisten Alex Vinatzer, Tommaso Sala und Tobias Kastlunger. Die Veteranen außerhalb der nationalen Kader wie unter anderem Roberto Nani werden dann vereinzelt im Weltcup zu sehen sein. Ihr Einsatz wird wohl hauptsächlich von ihren erzielten Ergebnissen im Europacup abhängig sein.

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quellen: neveitalia.it, fantaski.it

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