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Nicole Hosp tritt vom aktiven Rennsport zurück

© Gerwig Löffelholz / Niki Hosp

© Gerwig Löffelholz / Niki Hosp

Die Tiroler Skirennläuferin Nicole Hosp hat am heutigen Montag (01.06.2015) ihren Rücktritt erklärt. Mit Nicole „Niki“ Hosp verlässt eine Allrounderin die internationale Skibühne. Auch wenn die Außerfernerin keine Abfahrt im Weltcup für sich entscheiden konnte, sprechen insgesamt 57 Podestplätze (davon 12 Siege: 1x Super-G, 5x Riesentorlauf, 5x Slalom, 1x Super-Kombination) eine mehr als deutliche Sprache.

Die Tirolerin, die das Skigymnasium Stams besuchte und im Jahr 1999 ihre ersten FIS-Rennen bestritt, zeigte sie bereits im Jugendbereich ihre fahrerische Klasse. So holte sie bei der Junioren-WM 2002 im italienischen Tarvis die Bronzemedaille in der Abfahrt. Schon kurze Zeit später setzte sich im Europacup durch. Im März des gleichen Jahres stand sie nach dem Riesentorlauf von Le Grand-Bornand auf dem höchsten Treppchen. Ihr Weltcupdebüt feierte die Tirolerin im Februar 2001 im Slalom von Garmisch-Partenkirchen. Doch sie konnte sich nicht für den Finaldurchgang der besten 30 qualifizieren.

Zu Beginn der Saison 2002/03 sorgte Hosp in Sölden für Furore. Als Elfte des ersten Laufs knallte sie im zweiten Durchgang eine Bestzeit in den Schnee, die nur von Tina Maze und Andrine Flemmen egalisiert werden konnte. So gab es drei Siegerinnen; dieser überraschende Zielleinlauf wurde bis heute nie mehr erreicht. Bei ihrer ersten kompletten Saison fuhr sie fünf Mal aufs Podest. Bei der Ski-WM 2003 in St. Moritz stand sie zweimal auf dem „Stockerl“ und schied als Halbzeitvierte im Riesenslalom aus. Von da an wusste man, dass Hosp ein Potential hat, um über kurz oder lang in der Weltspitze mitzufahren.

Im Folgejahr siegte sie im Slalom von Madonna di Campiglio und beim Riesentorlauf von Lienz. Eine Sprunggelenkfraktur, ausgelöst durch einen umgeknickten Fuß beim Joggen, stoppte die aufstrebende Athletin jäh. Bei der Ski-WM 2005 in Bormio holte sie mit ihren ÖSV-Kolleginnen und –Kollegen die Silbermedaille im Teambewerb. Im Slalom reichte es mit Platz fünf knapp nicht für eine Medaille. Am Ende des Ski-Winters 2004/05 belegte sie den ersten Rang im Riesentorlauf im Rahmen der österreichischen Staatsmeisterschaften.

Die nächste Saison zeigte, welche Allrounderqualitäten in Hosp steckten. So debütierte sie in den schnellen Disziplinen und fuhr auf Anhieb unter die besten Zehn. Bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 freute sich die Tirolerin über den zweiten Platz im Slalom. Im Riesentorlauf und in der Kombination schrammte sie knapp am Edelmetall vorbei. Im Ski-Winter 2006/07 fuhr sie zwölf Mal aufs Podest und siegte viermal. Besonders spannend verlief der Kampf um die große Kristallkugel. Drei Rennen vor Schluss lag sie 70 Punkte hinter ihrer Teamkollegin Marlies Schild, die am Ende verhältnismäßig deutlich das Nachsehen hatte.

Im gleichen Jahr belegte die Außerfernerin bei der Ski-WM in Schweden den dritten Platz in der Abfahrt. Im Riesentorlauf stand sie auf dem obersten Treppchen und lauschte gespannt den Klängen der österreichischen Bundeshymne zu. Im  Oktober 2007 wurde sie in Österreich zur Sportlerin des Jahres gewählt.  In den Folgewintern war Hosps Karriere teils durchwachsen, teils von Verletzungen geprägt. Trotzdem erreichte sie den zweiten Rang im Gesamtweltcup. Das war im Ski-Jahr 2007/08.

Was die Verletzungen betrifft, hatte die ÖSV-Dame oft Pech. So zog sich Niki Hosp beim Riesentorlauf von Aspen 2008 eine Kniezerrung zu. Außerdem erlitt sie beim Einfahren für den Weltcupslalom in der kroatischen Hauptstadt Agram/Zagreb einen Riss des inneren Seitenbandes, einen Einriss des Kreuzbandes und einen Bruch des Schienbeinkopfes. Die Tirolerin biss die Zähne zusammen und belegte als Titelverteidigerin im Rahmen des WM-Riesentorlaufs 2009 nur den 23. Rang. Nach einem trotzdem passablen Genesungsverlauf setzte die Außerfernerin alles auf eine Karte, doch ein Sturz im Rahmen des Weltcupauftaktrennens am Rettenbachferner in Sölden machte alles zunichte. Die Diagnose Kreuzbandriss im rechten Knie war für die Vorbildathletin keineswegs erfreulich.

Nachdem die Tirolerin die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancuover verpasste, kehrte sie mit Beginn der Saison 2010/11 in den Weltcup zurück. Bei der Ski-WM 2011 landete sie dreimal unter den besten 18, ein Top-10-Ergebnis sollte jedoch nicht herausschauen. Im Folgejahr waren die Resultate auch nicht sehr gut, und in ihrer einst stärksten Disziplin, dem Riesentorlauf reichte es für keine Weltcuppunkte.

Trotzdem wurde sie für die Heim-Ski-WM 2013 in Schladming nominiert. Die Tirolerin fuhr im Rahmen der Super-Kombination entfesselt auf und zeigte mit Platz drei ihre Fähigkeiten. Beim Teambewerb holte sie sich die Goldmedaille.  Von nun an ging es wieder aufwärts. Bei den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi holte sie erneut zwei Medaillen. In der Super-Kombination gewann Hosp die Silbermedaille hinter Maria Höfl-Riesch aus Deutschland. Im Super-G reichte es für die Außerfernerin zu Rang drei. Außerdem konnte sie wieder einmal in einer Abfahrt voll zufrieden sein. Beim Saisonkehraus 2015 im französischen Méribel raste die heute 31-Jährige auf den sensationellen dritten Schlussplatz und egalisierte ihre Leistung von Ǻre acht Jahre zuvor.

Mit Niki Hosp verliert der Weltcup nicht nur eine charismatische Fahrerin, sondern auch eine, die stets fair und bedächtig unterwegs war. Schwere Verletzungen, aber auch zahlreihe Erfolge runden ihr Profil ab und hielten sich die Waage. Wir von skiweltcup.tv wollen uns im Namen aller Fans und Ski-Freunde bei der Tirolerin für die schöne Zeit bedanken und hoffen, sie eines Tages – vielleicht im Trainersektor oder als charismatische Expertin hinter der Kamera im Stile ihrer Landsfrau Alexandra Meissnitzer wieder zu sehen.

Bericht für Skiweltcup.TV:  Andreas Raffeiner

 

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