5 Juni 2018

Nicole „Nici“ Schmidhofer im Skiweltcup.TV-Interview: „Mein Ziel ist der Sieg bei einem Weltcuprennen!“

„Nici“ Schmidhofer im Skiweltcup.TV-Interview: „Mein Ziel ist der Sieg bei einem Weltcuprennen!“
„Nici“ Schmidhofer im Skiweltcup.TV-Interview: „Mein Ziel ist der Sieg bei einem Weltcuprennen!“

Schönberg-Lachtal – Die steirische Skirennläuferin Nicole „Nici“ Schmidhofer schaut im Skiweltcup.TV-Interview auf ihren letzten Winter zurück. Für die 29-Jährige lief die Saison, wie sie selbst sagt, ansatzweise gut. Ferner blickt sie auf die Lieblingsstrecke und die Sommertrainingseinheiten. Außerdem erzählt uns die sympathische Steirerin, was sie gerne noch an sich verbessern möchte. Dabei verrät sie auch ihr persönliches Ziel.

Skiweltcup.TV: Nici, die Saison 2017/18 ist zu Ende. Welche Note würdest du dem abgelaufenen Winter persönlich geben, und freust du jetzt schon auf die WM-Saison 2018/19? Immerhin wirst du bei den alpinen Welttitelkämpfen im schwedischen Ǻre als Titelverteidigerin im Super-G gehen…

Nicole Schmidhofer: Von der Note her würde ich mir ein 2– geben Die letzte Saison hat mit einem Podestplatz sehr gut angefangen. Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen, nachdem ich in der letzten Saison einige vierte Plätze erzielt habe und immer knapp dran war. Ich war schon sehr erleichtert. Bis Cortina war die Form sehr gut und ich hatte starke Rennen. Im Hinblick auf Olympia bin ich dann – von den Leistungen her – etwas eingebrochen. Das war dann auch sehr enttäuschend, genau beim Höhepunkt der Saison nicht in voll Form zu sein. Vor allem im Super-G ging bei den Olympischen Spielen nichts.

Natürlich steht jetzt die Vorbereitung auf die neue Saison und viel Arbeit an. Dabei geht es um das Weiterentwickeln des Materials. Es ist eine Erleichterung, dass ich in Ǻre als Titelverteidigerin gesetzt bin und keinen Qualifikationsdruck habe.

Du bestreitest auf der ganzen Welt Skirennen. Gibt es so etwas wie eine Lieblingsstrecke, auf der du dich besonders wohlfühlst, und was können wir über deinen Lieblingsschnee in Erfahrung bringen?

Meine Lieblingsstrecke ist Zauchensee in Österreich. Seit dem Erfolg bei der Junioren-WM ist es für mich immer ein Highlight dort zu fahren. Die Strecke taugt mir sehr und ist sehr anspruchsvoll. Sie hat alles, was eine Abfahrt braucht: Sprünge, Flachstücke und auch Kurven, die man meistern muss. Die Strecke befindet sich immer in einem sehr guten Zustand. Mir taugt es eher, wenn der Schnee kompakt und aggressiv ist. So ist es in Nordamerika oder Kanada, aber auch in St. Moritz der Fall.

Natürlich fühle ich mich auch in Cortina mit dem Tofanaschuss wohl. Es ist ein besonderes Ambiente dort, und ich habe hier den Großteil meiner Stockerlplätze herausgefahren. Es ist ein eigener Schnee dort, und auch eine tolle Piste, die technischer anspruchsvoll ist und meiner Körpergröße und meinem Können entgegenkommt.

Nicole „Nici“ Schmidhofer (Foto / privat)
Nicole „Nici“ Schmidhofer (Foto / privat)

Jede Athletin hat Trainings, die sie sehr bzw. nicht so gerne hat. wie sieht es bei dir aus? Kannst du uns etwas über deine sommerlichen Übungseinheiten berichten, ehe du die Skier aus dem Keller holst und mit dem Schneetraining anfängst…

Es ist eine Mischung aus Ausdauer, Kraft, Koordination, Schnelligkeit. Es ist nicht jeden Sommer gleich. Am liebsten gehe ich aber in die Kraftkammer Ich bin aber auch sehr gerne in die Berge. Ein Ziel von mir ist es mal auf den Großglockner zu gehen. Als Österreicherin oder Österreicher sollte man da schon einmal oben gewesen sein!

Der Südtiroler Speedspezialist Peter Fill hat einmal in einem Interview gesagt, dass es bedeutend ist, nie aufzugeben und immer Ziele zu verfolgen. Wieso könnte diese Aussage von dir stammen und demzufolge auf dein Leben – auch abseits der Skipiste – umgeschrieben werden?

Ja, ich denke das habe ich gezeigt, als ich in einer Saison bzw in einem Sommer nicht im Kader war. Und gerade in dieser Saison habe ich meine ersten Podestplätze herausgefahren. Auch nach meiner Verletzung 2016 war dies der Fall. Ein Jahr und 2 Wochen später habe ich im Februar 2017 den WM-Titel im Super-G geholt. Das „Niemals aufgeben“ habe ich so zu sagen auch ein bisschen in mir drinnen. Ich möchte mir nicht vorwerfen müssen nicht alles probiert zu haben.

Es gibt immer wieder Momente im Leben, in denen man sich fragt, warum man sich das antut. Dann denke ich an die schönen Momente und Augenblicke die ich schon erleben durfte und die es dann etwas leichter machen sich zu „quälen“.

Was würdest du – obwohl Weltmeisterin im Super-G – noch gerne an dir verbessern?

Es gibt immer etwas zu verbessern. So möchte ich konstanter werden, was die Ergebnisse in einer Saison betrifft. Auch möchte ich mich in den Flachstücken verbessern. Der technische Bereich, in dem ich mich bewege, ist okay. Aber da ist natürlich auch mehr drinnen. Ich kann mich nicht auf eine einzelne Sache beschränken, denn es gibt im Skifahren immer etwas, woran man feilen kann. Das große Ziel ist natürlich der Weltcupsieg, denn der fehlt mir noch.

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

Schmidhofer schaffte es in Lake Louise und in Cortina d’Ampezzo jeweils als Dritte auf das Weltcup-Podest (Foto: gepa-pictures/ Fischer)
Schmidhofer schaffte es in der Saison 2017/18 in Lake Louise und in Cortina d’Ampezzo jeweils als Dritte auf das Weltcup-Podest (Foto: gepa-pictures/ Fischer)

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