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Obereggen ist für Europacupslalom am 19. Dezember gut gerüstet

35. Europacup-Slalom von Obereggen: Die Maierl ruft (Foto: Paolo Codeluppi)

35. Europacup-Slalom von Obereggen: Die Maierl ruft (Foto: Paolo Codeluppi)

Fünf Tage vor Weihnachten, am Mittwoch, 19. Dezember, erwartet Obereggen einen Großteil der Slalom-Weltelite. Zwischen den beiden Weltcupstationen Alta Badia und Madonna di Campiglio richtet Obereggen seinen prestigeträchtigen Europacupslalom aus. Marcel Hirscher und viele andere Weltmeister, Olympiasieger und Weltcupsieger haben in Obereggen bereits auf dem Siegespodest gestanden, was aus Obereggen alljährlich ein besonderes Europacuprennen macht.

Obereggen gilt als „Kitzbühel des Europacups“ – erstens, weil die Besetzung traditionsgemäß weltcupwürdig ist, zweitens weil das Rennen mit seiner mittlerweile 35-jährigen Geschichte der älteste Europacup überhaupt ist. Die Maierlpiste mit ihrer maximalen Neigung von 55 Prozent ist selbst für die besten Slalomläufer der Welt eine Herausforderung.

Obereggen ist ein Veranstaltungsort mit Renngarantie, denn seit der ersten Ausgabe 1983 fiel das Rennen nur zwei Mal witterungsbedingt aus, das letzte Mal vor nunmehr 18 Jahren (2000). Eine solche Serie sucht im Welt- und Europacup ihresgleichen.

Der Termin

Dass beim Europacup in Obereggen alljährlich mehr Weltcupstars als bei den meisten anderen Europacuprennen am Start sind, ist – neben den fähigen Organisatoren – dem frühen Termin zu Beginn der Weltcupsaison geschuldet. Für die Athleten kommt Obereggen auf der Suche nach Wettkampfpraxis gerade recht. Auch heuer bietet sich der Europacupslalom am 19. Dezember den Weltcupstars als Zwischenstation an – zwei Tage nach dem Alta Badia-Weltcupwochenende und drei Tage vor dem Weltcupslalom von Madonna di Campiglio.

Vor Obereggen stehen in diesem Rennwinter 2018/19 – gleichzeitig ein WM-Winter – lediglich zwei Weltcupslaloms auf dem Programm: jener von Mitte November in Levi und jener vom 9. Dezember in Val d’Isere. Auch im Europacup sind die Slaloms zu Beginn der Saison dünn gesät: Vor Obereggen gibt es Ende November zwei Slaloms in Levi – das war’s.

Selbstvertrauen für die WM

Saisonen mit olympischen Winterspielen oder – wie heuer – Weltmeisterschaften sind für Obereggen immer etwas ganz Besonderes. Des Öfteren nämlich haben sich Slalomstars in Obereggen das notwendige Selbstvertrauen für Olympia oder die WM geholt – und für den Weltcup sowieso.

Mit Blick auf die anstehende WM im schwedischen Are muss der Name des Norwegers Leif Kristian Haugen genannt werden: Er fuhr im Dezember 2016 in Obereggen auf Rang vier – wenige Wochen später holte er in St. Moritz WM-Bronze im Riesentorlauf. Im vergangenen Jahr belegte der Schweizer Ramon Zenhäusern Rang vier in Obereggen – und wenige Wochen später holte er in Südkorea Olympiasilber.

Giuliano Razzoli gewann im Dezember 2009 in Obereggen – und wenige Wochen später war er Olympiasieger. Der Obereggen-Zweite von 2008 Manfred Pranger fuhr wenige Wochen danach zum Weltmeistertitel.

Überhaupt ist die Liste von Weltcupsiegern, Weltmeistern und Olympiasiegern, die beim Europacup in Obereggen bereits auf dem Podest standen, ellenlang. Obereggen-Seriensieger Andre Myhrer (Sieger 2004, 2005, 2007, 2010) holte sich 2012 den Slalomweltcup – und 2018 den Olympiasieg. Der siebenfache Gesamtweltcupsieger, zweifache Olympiasieger und sechsfache Weltmeister Marcel Hirscher landete 2007 als 18-Jähriger in Obereggen auf dem dritten Rang.

Ted Ligety, Mario Matt, die erwähnten Giuliano Razzoli und Manfred Pranger, Alberto Tomba, Benjamin Raich, Stephan Eberharter, Reinfried Herbst, Kristian Ghedina, Luc Alphand, Tomas Fogdoe, Rudi Nierlich, Armin Bittner, Peter Müller und viele andere lachten in Obereggen ebenfalls bereits vom Stockerl.

Die Organisatoren und drei unvergessene Männer

Dass Obereggen im Skizirkus einen so guten Ruf genießt, ist der akribischen Arbeit der Organisatoren zu verdanken. Der SC Rosengarten, der SC Eggen, die Skischule Obereggen und die Obereggen AG leisten Jahr für Jahr ganze Arbeit.

Rennleiter und OK-Präsident ist Eduard „Edi“ Pichler, sein Vize ist Marco Zendron. Seinen Beitrag leistet seit jeher auch Siegfried Pichler, der Direktor der Obereggen AG.

Gewidmet ist der Europacup in Obereggen seit seiner Geburt den beiden Eggentaler Brüdern Karl und Peter Pichler. Beide lebten für den Skisport und beide kamen auf tragische Weise ums Leben, als sie für „ihren“ Sport unterwegs waren – Peter 1977 bei einem Lawinenunglück am Jochgrimm, Karl 1982 bei einem Verkehrsunfall in Neuseeland, wo er sich als Trainer der italienischen Nationalmannschaft aufhielt.

Eng verbunden ist der Europacup von Obereggen noch mit einem weiteren Namen: Mitbegründer Bruno Fusmini war von 1983 bis 1999 Rennleiter.

Das war Obereggen 2017

Der 24-jährige Kroate Matej Vidovic gewann im Dezember den traditionsreichen Europacupslalom von Obereggen – und danach die Europacup-Slalomwertung. Er verwies den Österreicher Marc Digruber und den erst 20-jährigen Franzosen Noel Clement auf die Plätze zwei und drei.

Die souveräne Laufbestzeit im zweiten Durchgang erzielte der 22-jährige Azzurro Federico Liberatore, der nach Rang 30 im ersten Durchgang die Startnummer 1 bestens nutzte und sich auf Rang 8 vorkämpfte. Er war damit der beste der italienischen Nationalmannschaft. Der zweitbeste Azzurro war auf Rang 12 – sozusagen auf seiner „Heimpiste“ – der Bozner Riccardo Tonetti, der in Obereggen das Skifahren gelernt hat.

Die Maierlpiste war gemessen an den Wetterkapriolen der vorangegangenen Tage mit Regen bis auf 2.000 Meter Meereshöhe in hervorragendem Zustand. So fuhr Riccardo Tonetti mit Startnummer 49 auf Rang 12 und der Österreicher Simon Rüland mit Startnummer 53 auf 14.

Medienkontakt:
Christian Pfeifer
E-Mail christian.pfeifer@rolmail.net

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