27 November 2019

Obereggen macht Sieger: Traditionsreicher Europacupslalom am Mittwoch, 18. Dezember

Der Kroate Istok Rodes gewann 2018, vor Giuliano Razzoli aus Italien und seinem Teamkollegen Elias Kolega auf der anspruchsvollen Maierl Piste in Obereggen (Foto: Matteo Groppo)
Der Kroate Istok Rodes gewann 2018, vor Giuliano Razzoli aus Italien und seinem Teamkollegen Elias Kolega auf der anspruchsvollen Maierl Piste in Obereggen (Foto: Matteo Groppo)

2018 gewann der Kroate Istok Rodes den Europacupslalom von Obereggen – und danach die Europacup-Slalomwertung. 2017 gewann in Obereggen sein Landsmann Matej Vidovic – auch er sicherte sich danach die Europacup-Slalomwertung. In Obereggen werden offensichtlich Sieger gemacht. Der Eggentaler Skiort erwartet am Mittwoch, 18. Dezember, wieder einen großen Teil der Slalom-Weltelite, obwohl es sich „nur“ um ein Europacuprennen handelt – allerdings um ein besonderes Europacuprennen.

Alljährlich ist der älteste Europacup überhaupt wegen seines günstigen Termins zu Saisonbeginn topbesetzt. In Obereggen auf das Siegespodest zu fahren, hat Prestige, denn dort standen seit der ersten Ausgabe 1983 schon Ausnahmekönner wie der achtmalige Weltcuptriumphator Marcel Hirscher, der amtierende Slalom-Olympiasieger Andre Myhrer, der mit vier Triumphen „Mister Obereggen“ ist, sowie viele andere Olympiasieger, Weltmeister und Weltcupsieger, darunter Giuliano Razzoli, Reinfried Herbst, Manfred Pranger, Alberto Tomba, Benjamin Raich, Stephan Eberharter, Kristian Ghedina, Luc Alphand, Tomas Fogdoe, Rudi Nierlich, Armin Bittner und Peter Müller. Der Obereggen-Dritte von 2017, Clement Noel, war im vergangenen Weltcupwinter die Nummer 2 im Slalom hinter dem „Außerirdischen“ Marcel Hirscher.

Der Termin zwischen den Weltcups

Drei Tage nach dem Weltcupslalom von Val d’Isere bietet sich der Europacupslalom von Obereggen am 18. Dezember den Weltcupläufern als Zwischenstation auf dem Weg zum Weltcup-Riesentorlauf in Alta Badia an. Die anspruchsvolle Maierlpiste mit ihrer maximalen Neigung von 55 Prozent ist selbst für die besten Slalomläufer der Welt eine Herausforderung, weshalb sich das Rennen dazu eignet, Wettkampfpraxis in der noch jungen Saison zu sammeln. Gerade für die Slalomspezialisten vergehen zwischen den Weltcupslaloms in Val d’Isere (15. Dezember) und Zagreb (5. Jänner) nämlich lange drei Wochen. Val d’Isere ist überhaupt erst der zweite Weltcupslalom der Saison nach Levi (24. November). Daher darf Obereggen auch heuer mit einem weltcupwürdigen Teilnehmerfeld rechnen.

Das war es in den vergangenen Jahren immer, wobei in Obereggen große Namen nicht nur auf dem Siegespodest standen, sondern auch scheiterten. Zum Beispiel die zwei meistgenannten Anwärter auf die Hirscher-Nachfolge im Weltcup: Alexis Pinturault sah bei drei Obereggen-Versuchen (2008, 2009, 2010) nie das Ziel, und für Henrik Kristoffersen war der elfte Platz 2012 das höchste der Gefühle.

Die Organisatoren und drei unvergessene Männer

Obereggen ist ein Veranstaltungsort mit Renngarantie, denn seit der ersten Ausgabe 1983 fiel das Rennen nur zwei Mal witterungsbedingt aus, das letzte Mal vor nunmehr 19 Jahren (2000). Eine solche Serie sucht im Welt- und Europacup Ihresgleichen.

Dass Obereggen im Skizirkus einen so guten Ruf genießt, ist der akribischen Arbeit der Organisatoren zu verdanken. Der SC Rosengarten, der SC Eggen, die Skischule Obereggen und die Obereggen AG leisten Jahr für Jahr ganze Arbeit.

Rennleiter und OK-Präsident ist Eduard „Edi“ Pichler, sein Vize ist Marco Zendron. Seinen Beitrag leistet seit jeher auch Siegfried Pichler, der Direktor der Obereggen AG.

Gewidmet ist der Europacup in Obereggen seit seiner Geburt den beiden Eggentaler Brüdern Karl und Peter Pichler. Beide lebten für den Skisport und beide kamen auf tragische Weise ums Leben, als sie für „ihren“ Sport unterwegs waren – Peter 1977 bei einem Lawinenunglück am Jochgrimm, Karl 1982 bei einem Verkehrsunfall in Neuseeland, wo er sich als Trainer der italienischen Nationalmannschaft aufhielt.

Eng verbunden ist der Europacup von Obereggen noch mit einem weiteren Namen: Mitbegründer Bruno Fusmini war von 1983 bis 1999 Rennleiter.

Das war Obereggen 2018

Kroatische Festspiele erlebte Obereggen im vergangenen Jahr: Der Kroate Istok Rodes folgte als Obereggen-Sieger seinem Landsmann Matej Vidovic nach. Die Kroaten platzierten neben Rodes auch noch Elias Kolega (3.) und Titelverteidiger Matej Vidovic (5.) unter den Top 5.

Rodes vermasselte Ex-Olympiasieger Giuliano Razzoli einen Tag nach dessen 34. Geburtstag das nachträgliche Geburtstagsgeschenk und verwies ihn auf Rang 2. Razzoli hatte nach dem ersten Durchgang geführt. Doch im zweiten Lauf nahm ihm Istok Rodes mit der zweitbesten Laufzeit gewaltige 1,19 Sekunden ab und schob sich vom sechsten auf den ersten Platz.

Der Russe Alexander Khoroshilov, der 2015 den Nacht-Weltcupslalom von Schladming gewonnen hatte, wurde 7.

Pech hatten die Lokalmatadoren Alex Vinatzer und Fabian Bacher. Beide lagen nach dem ersten Durchgang in den Top 10 und schieden im zweiten Lauf nach überlegener Zwischenbestzeit aus.

Verwandte Artikel:

LIVE: 1. Abfahrtstraining der Herren in Kitzbühel 2022, Vorbericht, Startliste und Liveticker - Startzeit: 11.30 Uhr
LIVE: 1. Abfahrtstraining der Herren in Kitzbühel 2022, Vorbericht, Startliste und Liveticker - Startzeit: 11.30 Uhr

Im Ski Weltcup geht es nun Schlag auf Schlag. Nach den Lauberhornrennen in Wengen, steht in Kitzbühel das Hahnenkamm-Wochenende auf dem Programm. Am Mittwoch bestreiten dabei die Speed-Spezialisten ihr erstes Abfahrtstraining auf der berühmt, berüchtigten Streif. Der Start für die 1. Trainingseinheit ist für 11.30 Uhr angesetzt. Die offizielle FIS Startliste für das 1. Abfahrtstraining… LIVE: 1. Abfahrtstraining der Herren in Kitzbühel 2022, Vorbericht, Startliste und Liveticker – Startzeit: 11.30 Uhr weiterlesen

Nicole Schmidhofer beendet die Saison 2021/22 vorzeitig
Nicole Schmidhofer beendet die Saison 2021/22 vorzeitig

Nicole Schmidhofer beendet frühzeitig die Olympia-Saison. Die letzten Wochen und Tage sind nicht nach Wunsch der Steirerin verlaufen und ihr Körper gibt klare Signale für eine Pause. Der Fokus der 32-Jährigen wird nun auf die kommende Saison gelegt, wo das Highlight die Weltmeisterschaft in Courchevel und Meribel (FRA) sein wird. In den letzten 13 Monaten… Nicole Schmidhofer beendet die Saison 2021/22 vorzeitig weiterlesen

Mikaela Shiffrin und ihr Langzeittrainer gehen getrennte Wege
Mikaela Shiffrin und ihr Langzeittrainer gehen getrennte Wege

Vail – Wenige Wochen vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking trennte sich die US-amerikanische Skirennläuferin Mikaela Shiffrin von ihrem langjährigen Trainer Jeff Lackie. Er wird durch Coley Oliver ersetzt. So endet die sechs Jahre andauernde Kooperation zwischen dem Betreuer und der sehr erfolgreichen Athletin. Lackie betonte, dass es wichtig ist, dass Mika ein… Mikaela Shiffrin und ihr Langzeittrainer gehen getrennte Wege weiterlesen

Olympia 2022: Kälteeinbruch und Stopp des Kartenvorkaufs in Peking
Olympia 2022: Kälteeinbruch und Stopp des Kartenvorkaufs in Peking

Peking – Bislang plante man, dass Menschen mit Wohnsitz in China Tickets für die Olympischen Winterspiele kaufen und die Veranstaltungen bei den Olympischen Winterspielen besuchen können. Ausländische Fans wurde der Zutritt zu den olympischen Stätten bereits im Vorfeld verwehrt. Da die Corona-Pandemie immer noch komplex und schwierig ist und mehrere Städte letzthin mit Virusausbrüchen zu… Olympia 2022: Kälteeinbruch und Stopp des Kartenvorkaufs in Peking weiterlesen

Mirjam Puchner hat ihr Olympiaticket schon sicher in der Tasche
Mirjam Puchner hat ihr Olympiaticket schon sicher in der Tasche

Innsbruck – Auch wenn die ÖSV-Skirennläuferinnen in der gegenwärtigen Weltcupsaison 2021/22 noch keinen Sieg eingefahren haben, können wir uns langsam, aber sicher Gedanken machen, wer das Team Austria bei den Spielen im Zeichen der fünf Ringe vertreten wird. Chiara Mair aus Tirol brachte sich mit dem vierten Rang beim Nachtslalom auf der Planai ins Spiel.… Olympia 2022: Das Olympiaaufgebot der alpinen ÖSV-Damen nimmt Konturen an weiterlesen