14 März 2020

ÖSV News: Andreas Puelacher im Interview

ÖSV News: Andreas Puelacher im Interview
ÖSV News: Andreas Puelacher im Interview

Nach der Absage der letzten Rennen in Kranjska Gora (SLO) ist die Weltcupsaison der Herren vorzeitig beendet. Der sportliche Leiter der ÖSV-Herren, Andreas Puelacher, blickt zurück.

Nachdem schon das Weltcupfinale in Cortina (ITA) aufgrund des Corona-Viruses abgesagt werden musste, wurden am Donnerstag auch die Rennen im slowenischen Kranjska Gora abgesagt. Die Weltcupsaison der Herren war somit, wie auch jene der Damen, vorzeitig beendet. Für den ÖSV war es eine Ski Weltcup Saison mit vielen Höhen und Tiefen. Ski Austria hat mit dem sportlichen Leiter, Andreas Puelacher, über die Highlights, Nationencup und Pläne für die kommende Saison gesprochen.

Andreas, die Absage der Rennen in Kranjska Gora hat doch etwas länger gedauert. War es für dich nachvollziehbar?

„Die Absage war klar nachvollziehbar. Wenn man sich die Entwicklungen rund herum anschaut ist es eine dramatische Geschichte. Wir waren bis zuletzt voll auf Fokus und haben uns vorbereitet wie auf jedes Weltcuprennen. Für mich und auch für die Athleten war es die richtige Entscheidung.“

Der Sieg im Gesamtweltcup geht an Aleksandar Aamodt Kilde aus Norwegen. Was sagst du dazu?

„Ein verdienter Gesamtweltcupsieger, er hat über vier Disziplinen immer wieder sehr gut gepunktet und ist ein hohes Niveau gefahren. Ich finde es auch gut, dass es ein Abfahrer geworden ist. Das zeigt, dass man auch als Speed-Fahrer einen Gesamtweltcup gewinnen kann. Matthias Mayer war lange vorne mit dabei, leider ist ihm dann die Krankheit im Weg gestanden. Er ist dennoch eine sehr gute und konstante Saison gefahren.“

Marco Schwarz ist nach seiner Kreuzbandverletzung sehr gut zurückgekommen. Wie schätzt du seine Leistungen ein?

„Marco war für mich ein richtiges Highlight, weil er richtig schnell zurück gekehrt ist in den Weltcup und auch gleich Podiums eingefahren ist. Wir sind die Sache mit ihm sehr vorsichtig angegangen und es hat sich als richtig herausgestellt. Für die Zukunft ist Marco sicher wieder einer, der Podiums und Siege einfahren kann.“

Wie zufrieden warst du allgemein mit der Saison?

„Man muss es individuell betrachten. Mit den Top-Leuten im Speedbereich, wie Mayer und Kriechmayr, war ich sehr zufrieden. Da sind Siege und Podeste eingefahren worden. Marco Schwarz ist auch eine sehr gute Saison gefahren. Leider haben wir auch einige Leute gehabt, die nicht ihre normale Form erreicht haben. Man muss jetzt schauen woran das gelegen ist.“

Hat man schon Gründe gefunden, warum es beim Einen oder Anderen nicht so geklappt hat?

„Zum einen waren Verletzungen das Problem, wie zum Beispiel bei Manuel Feller. Andere sind einfach nicht in Form gekommen oder haben beim Material oft nicht das Richtige gewählt. Mit diesen Leuten muss man das Ganze jetzt genau analysieren und in der neuen Vorbereitung darauf reagieren.“

Was waren deine Highlights in dieser Saison?

„Ganz klar die Heimrennen in Kitzbühel und Hinterstoder. In Kitz waren wir vier Mal am Podest und dazu der Abfahrtssieg von Matthias. Der Sieg von Vinc in Hinterstoder natürlich auch. Das sind die großen Highlights unserer Saison gewesen.“

Was ist dir sonst noch positiv aufgefallen?

„Einige Leute haben positiv überrascht, da ist Adrian Pertl besonders hervorzuheben. Er ist vom Europacup gekommen, hat sich mit hohen Startnummern sehr schnell im Weltcup etabliert und ist jetzt unter den Top-30. Genau so erfreulich ist die Entwicklung von Fabio Gstrein, der sehr gute Leistungen gebracht hat. Natürlich darf man auch Raphael Haaser nicht vergessen, der gleich bei seinem ersten Weltcuprennen gepunktet hat. Wir haben einige junge Leute, die nach vorne stoßen.“

Wo Licht, da auch Schatten. Der ÖSV hat heuer keine Kristallkugel geholt. Wo siehst du die Gründe?

„Leider sind wir im Super-G ganz knapp gescheitert. Wir waren gut, aber leider zu inkonstant. Ein paar Aussetzer haben uns im Speed-Bereich die Kugeln gekostet. Im technischen Bereich sind wir einfach noch nicht soweit, damit wir um die Kugel mitkämpfen können. Das wollen wir nächstes Jahr hinbekommen.“

Ist die Nationenwertung ein Thema?

„Klar ist das ein Thema. Wir sind heuer nur Vierter bei den Herren, das ist nicht zufriedenstellend. Von den Podestplätzen her sind wir gleich wie letztes Jahr, wenn man Marcel wegrechnet, aber die zweite Garde hätte mehr Punkte machen müssen. Das ist uns leider nicht gelungen. Gratulation aber an die Schweiz, die haben das gut gemacht.“

Für dich beginnt schon die Vorbereitung auf die neue Saison. Wie sieht der Plan aus?

„Durch die Absage sämtlicher Rennen haben wir mehr Zeit zur Vorbereitung und die müssen wir jetzt nützen. Es beginnt mit Analysen und Skitests. Wir wollen den Winter in Österreich noch nützen und müssen Skigebiete finden wo wir einerseits gute Bedingungen vorfinden und andererseits sicher sind aufgrund des Corona-Virus.“

Danke für das Gespräch.

Quelle: OESV.at

Verwandte Artikel:

Felix Neureuther wäre für einen Olympiaboykott zu haben
Felix Neureuther wäre für einen Olympiaboykott zu haben

Garmisch-Partenkirchen – Der ehemalige DSV-Athlet Felix Neureuther ist ein kritischer Zeitgenosse. Für ihn bleibt die Vergabe der Olympischen Winterspiele nach Peking ein Rätsel. China, mit seinen Eingriffen in die Natur und der ungelösten Menschenrechtsfrage, hätte für den 37-Jährigen keine Vergabe erhalten. Für Neureuther, der im Slalom und Riesentorlauf erfolgreich war, sollte etwa der Deutsche Olympische… Felix Neureuther wäre für einen Olympiaboykott zu haben weiterlesen

Corinne Suter präsentiert sich „tierisch gut“
Corinne Suter präsentiert sich „tierisch gut“

Schwyz – Es ist wohl jedem bekannt, dass die Schweizerin Corinne Suter für den Skirennsport brennt. Aber auch die Tiere und der Tierschutz liegen ihr am Herzen. Die Ski Weltcup Rennläuferin hat 2.000 Euro gewonnen, als sie von der Zeitung „Blick“ zur Schweizer Sportlerin des Jahres 2020 gekürt wurde. Die Swiss-Ski-Dame spendete das Preisgeld zu… Corinne Suter präsentiert sich „tierisch gut“ weiterlesen

Lara Della Mea ist bereit für ihr Comeback (Foto: © Archivo FISI/Giovanni Auletta/Pentaphoto)
Lara Della Mea ist bereit für ihr Comeback (Foto: © Archivo FISI/Giovanni Auletta/Pentaphoto)

Saas Fee/Hintertux – Von morgen bis zum 24. September arbeiten die Mädels von Devid Salvadori auf dem Gletscher von Saas Fee. Die azurblauen C-Kader-Athletinnen sind auf dem Hintertuxer Gletscher im Zillertal im Einsatz. Lara Della Mea, die sich beim WM-Team Event in Cortina d‘Ampezzo schwer verletzte und eine lange Phase der Rehabilitation durchwanderte, ist bereit… Lara Della Mea ist bereit für ihr Comeback weiterlesen

Werner Heel schlüpft in einem Film über Franz Klammer in die Rolle von Widersacher Bernhard Russi
Werner Heel schlüpft in einem Film über Franz Klammer in die Rolle von Widersacher Bernhard Russi

St. Vigil in Enneberg – Ohne Zweifel ist Franz Klammer eine Skilegende, fast schon ein Mythos der 1970er-/1980er-Jahre. Der Kärntner war der Kaiser schlechthin. 25 Siege, 41 Top-3-Platzierungen und fünf Kristallkugeln sprechen mehr als nur Bände. In der Saison 1974/75 stand er, erst 21-Jährig, in neun Rennen achtmal auf der obersten Stufe des Podests. Val… Werner Heel schlüpft in einem Film über Franz Klammer in die Rolle von Widersacher Bernhard Russi weiterlesen

Elisabeth Reisinger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ (Foto: © Elisabeth Reisinger / Instagram)
Elisabeth Reisinger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ (Foto: © Elisabeth Reisinger / Instagram)

Peilstein – Die 25-jährige österreichische Skirennläuferin Elisabeth Reisinger kommt nach einer Knieverletzung wieder zurück. Im Skiweltcup.TV-Interview berichtet sie, dass die Rehabilitation länger gedauert hat, als zu Beginn angenommen. Dennoch ist sie motiviert. Da sie auch fit ist, steht einer Rückkehr nichts mehr im Wege. Trotzdem will sie behutsam einen Schritt nach dem anderen setzen. Dann… Elisabeth Reisinger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft.“ weiterlesen

Banner TV-Sport.de