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ÖSV News: Magdalena Egger das große Skitalent aus dem „Ländle“

ÖSV News: Magdalena Egger das große Skitalent aus dem „Ländle“ (Foto: © Magdalena Egger / privat)

ÖSV News: Magdalena Egger das große Skitalent aus dem „Ländle“ (Foto: © Magdalena Egger / privat)

Bei ihrer ersten Junioren-WM im März in Narvik (NOR) kürte sich die 19-jährige Vorarlbergerin Magdalena Egger in der Abfahrt, im Super-G und in der Alpinen Kombination zur dreifachen Junioren-Weltmeisterin.

Und dies, obwohl die Stärken der Allrounderin aus Oberlech eigentlich in den technischen Disziplinen liegen, die allerdings Corona-bedingt abgesagt werden mussten. Trotzdem gelang ihr ein Husaren-Stück, welches ihresgleichen sucht: Drei Goldmedaillen bei ein und derselben Junioren-WM, das ist nicht einmal ihren Vorbildern Marcel Hirscher und Mikaela Shiffrin gelungen. „Mäggy“ möchte aber keinesfalls mit ihnen verglichen und als neuer aufgehender Stern bezeichnet werden. Sie geht sehr bedacht und gezielt an ihre Karriere-Planung heran, möchte sich vorerst im Europacup etablieren, ehe der nächste Schritt auf ihrer Erfolgsleiter in Richtung Ski Weltcup gemacht werden soll.

SKI AUSTRIA : Hast du dir je erträumt, mit drei Goldmedaillen von der Junioren-WM nach Hause zu reisen?

Magdalena Egger: Nein, ich habe das überhaupt nicht erwartet oder zu hoffen gewagt, da ich doch zu den Jüngeren im Starterfeld gehörte und immerhin noch zwei Mal bei der JWM fahren darf. Meine erste Goldmedaille habe ich auf mein Nachtkästchen gelegt und am nächsten Tag sofort danach gegriffen, ob sie auch wirklich da ist, weil es einfach so unerwartet kam. Unbeschreiblich schön, dass mir das dann sogar dreimal gelungen ist!

Mit welchem Ziel bist du überhaupt nach Narvik (NOR) gereist?

Vor der Junioren-WM ist es eine Zeit lang nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich bin nach den letzten Europacup-Rennen mit keinem guten Gefühl nach Hause gefahren, bevor die Reise zwei Tage später nach Norwegen weiter ging. Aufgrund der schlechten Form bin ich ohne Erwartungen oder große Ziele in den Flieger gestiegen. Ich wusste nicht, was mich erwartet und habe es einfach auf mich zukommen lassen.

Wie lange hat es gedauert, bis du diese Erfolge realisiert hast?

Sehr lange! Durch den Corona-bedingten Abbruch und der vorzeitigen Abreise war keine Zeit, um richtig darüber nachdenken zu können. Als ich zu Hause zur Ruhe gekommen bin, habe ich es dann aufarbeiten können. Ich war auch froh, dass ich daheim war und viel Zeit für mich hatte, um nicht nur die Junioren-WM, sondern die ganze vergangene Saison reflektieren zu können. Somit war die Corona-Zeit in dieser Hinsicht positiv für mich, um alles in Ruhe Revue passieren und sacken lassen zu können.

Hat sich durch den Erfolg für dich etwas geändert?

Für mich persönlich nicht. Mein skifahrerisches Niveau ist noch genau das gleiche. Wenn ich an die Spitze möchte, muss ich dieses Niveau steigern. Die drei Medaillen sind sehr schön, aber mir ist sehr wohl bewusst, dass jetzt nicht alles geritzt ist. Der Weg ist noch lang. Das bedeutet für mich dranbleiben und hart weiterarbeiten, denn ich habe noch einiges vor.

Arbeitest du auch auf der mentalen Ebene an dir?

Der mentale Aspekt ist mit Sicherheit ein sehr wichtiger. Ich reflektiere sehr viel und lasse mich von meinem Instinkt leiten. Darauf vertraue ich, das gibt mir Stärke. In der Kindheit war ich mit den Skiern sehr viel im Gelände unterwegs. Da habe ich sehr viele Bewegungserfahrungen mitnehmen können, die mir jetzt zugutekommen.

Welche Eigenschaften muss man deiner Meinung nach mitbringen, um es bis ganz nach oben zu schaffen?

Wichtig sind ein starker Wille und der Spaß am Sport. Mit Talent allein kommst du nur bis zu einem gewissen Punkt, aber mit konsequenter Arbeit und ständigem Training wirst du dich weiterentwickeln. Auch Leidenschaft und Emotionen gehören meiner Meinung nach zu einem Erfolgsrezept. Ohne Freude kann man nicht ans Limit gehen und neue Grenzen ausloten.

Was zeichnet dich als Skirennfahrerin aus?

Ich bin sehr konsequent, zielstrebig und weiß genau, was ich will. Dafür gebe ich alles. Dabei versuche ich aber, meine Lockerheit zu bewahren. Ich denke diese gesunde Mischung ist es, die mich auszeichnet.

An welchen Schwächen musst du noch arbeiten?

Ich muss sicher noch daran arbeiten, mir meiner Stärken bewusster zu werden. Perfektionismus ist kaum, wenn überhaupt, zu erreichen. Deshalb sollte man sich mehr darauf fokussieren, was man gut macht und nicht die Schwachstellen zu sehr in den Vordergrund rücken.

Eigentlich liegen deine Stärken in den technischen Disziplinen. Sieht man dich in Zukunft auch in Speed-Bewerben?

Ich möchte mich weithin auf die technischen Disziplinen konzentrieren, weil das einfach die Basis ist und später im Speed-Bereich sicher weiterhelfen wird. Es war bei der JWM auch der Schlüssel zum Erfolg. Das sieht man auch im Weltcup. Immer mehr Technikerinnen können in der Abfahrt und im Super-G vorne mitfahren. Deshalb ist es für mich entscheidend, die Speed-Rennen langsam anzugehen und mich dabei mit den Trainern gut abzustimmen.

Was sind deine sportlichen Vorhaben und Erwartungen für die kommende Saison?

Ich möchte mich generell weiterentwickeln, mich so gut und breit aufstellen, dass ich meine Leistung abrufen kann, egal welche Kurssetzung, Schneeverhältnisse oder Bedingungen vorliegen. Ich will mich im Europacup vorne etablieren und vor allem konstanter werden, damit man immer mit mir rechnen muss. Und ich möchte alle weiteren Weltcupstarts, die sich mir als Chance bieten, nutzen, um zu zeigen, was ich kann.

Und deine Ziele für die nächsten Jahre?

Es war immer schon ein Kindheitstraum von mir, zu den besten Skirennläuferinnen der Welt zu gehören. Mir ist klar, dass das noch ein weiter Weg ist, aber die Richtung stimmt. Ich muss dranbleiben und möchte das Ziel stressfrei Schritt für Schritt in Angriff nehmen. Das hat bisher immer am besten funktioniert. Und wenn ich mein Ziel erreicht habe, möchte ich vielleicht gerne jungen Athleten und Kindern die Faszination des Skisports näher bringen Es geht nicht nur um rot-blau-rot-blau oder ums Gewinnen, es gibt so viel mehr, was dahintersteckt.

Welche Schlagzeile würdest du gerne von dir lesen?

Natürlich möchte man über sich lesen, wie erfolgreich man ist. Da zählen Stockerl-Plätze im Weltcup und Medaillen bei Großereignissen dazu. Dafür arbeitet man ja sehr hart. Für mich ist aber auch der Weg bis hin zum Erfolg entscheidend. Deshalb wäre eine Schlagzeile wie: „Mit viel Leidenschaft, Begeisterung und Eifer zur Spitze“ genauso schön zu lesen.

 

WISSENSWERTES ÜBER MAGDALENA EGGER:

Lieblingsdiziplin: Slalom
Lieblings-Skigebiet: Lech am Arlberg
Vorbilder: Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher
Hobbys: Snowboard, Slackline, eigentlich alles rund um den Sport, Familie und Freunde
Lieblingsspeise: Käsespätzle
Lieblings-Song: Remember the name von Fort Minor

 

Quelle: www.OESV.at

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