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Reto Schmidiger im Skiweltcup.TV Interview: „Was ich brauche, ist Geduld!“

© EMMI  /  Reto Schmidiger

© EMMI / Reto Schmidiger

Hergiswil – Der eidgenössische Skirennläufer Reto Schmidiger erblickte am 21. April 1992 das Licht der Welt. Der Slalom- und Riesentorlaufspezialist nahm ab 2005 an interregionalen und nationalen Rennen teil, ehe er Ende 2007 sein Debüt bei FIS-Rennen feierte. Schon früh spezialisierte sich der Absolvent der Sportschule in Engelberg auf die technischen Disziplinen. 2010 siegte er erstmals bei einem FIS-Rennen. Im gleichen Jahr gewann er bei der Junioren-WM in Chamonix im Slalom. Bei seinem ersten Weltcupeinsatz schied der Schweizer aus.

2010 wurde er von der Stiftung Schweizer Sporthilfe als Nachwuchsathlet des Jahres ausgezeichnet. Im Jahr 2011 konnte Schmidiger erstmals auf ein Europacuppodium klettern. In Zouz wurde er im Torlauf sehr guter Dritter. Wenige Tage danach siegte er in Oberjoch in derselben Disziplin. 2011 war überhaupt ein sehr gutes Jahr, denn er wurde erneut Junioren-Weltmeister. Dazu gesellte sich eine weitere Goldene in der Kombination. Im Weltcup gewann er in der Super-Kombination von Bansko mit Rang zwölf seine ersten Punkte. Beim Saisonfinale vor heimischer Kulisse in Lenzerheide fuhr er sogar in die Top-10 und fuhr auf Rang acht. Zudem rundete er seine mehr als gute Saison mit den Titeln des Schweizermeisters sowohl im Slalom als auch im Riesentorlauf ab.

Bei der Junioren-WM 2012 im italienischen Roccaraso erzielte er mit der Bronzemedaille wiederum eine Medaille im Slalom. Trotz wechselhafter Resultate während der WM-Saison 2012/13 durfte der Eidgenosse bei den Welttitelkämpfen in Schladming teilnehmen. Im ersten Lauf des Torlaufs verlor er einen Stock und wurde am Ende 28.

Wir von skiweltcup.tv unterhielten uns mit dem fast 22-jährigen Skisportler über seine abgelaufene Saison, seine Vorbereitungspläne im Hinblick auf die neue Saison, Sport als Gesellschaftsfaktor und vieles mehr.

skiweltcup.tv: „Reto, der Olympiawinter 2013/14 ist vor nicht allzu langer Zeit zu Ende gegangen. Wie würdest du in wenigen, aber dennoch präzisen Worten deinen persönlichen Saisonrückblick skizzieren?“

Reto Schmidiger: „Da meine Leistungen im Weltcup ungenügend waren, habe ich auch das Ziel Olympia klar verpasst. Im Europacup jedoch konnte ich mit guten Resultaten einen Slalom-Fixplatz für den Weltcup herausfahren. Das war sicher ein Ziel, das ich erreichen konnte. Ende Saison lief es aber auch im Weltcup wieder in die richtige Richtung.“

© EMMI  /  Reto Schmidiger

© EMMI / Reto Schmidiger

skiweltcup.tv: „Deine Paradedisziplinen sind die technischen Bewerbe, folglich Slalom und Riesentorlauf. Könntest du dir eines Tages zutrauen, auch in den Speeddisziplinen an den Start zu gehen?“

Reto Schmidiger: „Ja, das möchte ich sicher nicht abschreiben! Zuerst möchte ich mich aber im Slalom zurückkämpfen und im Riesenslalom Fuß fassen.“

skiweltcup.tv: „Nach der Saison ist vor der Saison: Was machst du im Frühling und im Sommer, bevor es wahrscheinlich nach Übersee zum ersten Schneetraining geht?“

Reto Schmidiger: „Zuerst stehen einmal einige Tage Ferien an. Anfangs Mai geht es dann bereits wieder los mit dem Konditionsaufbau. Die Trainingslager in Mallorca, Gstaad und Magglingen stehen auf dem Programm.“

skiweltcup.tv: „Wie schaut ein klassischer Trainingsalltag in den warmen Jahreszeiten aus, und auf was legst du dabei besonders wert?“

Reto Schmidiger: „Im Sommer wird besonders auf die Ausdauer und auf das Krafttraining geachtet. Der klassische Trainingsalltag wird mit vielen Stunden im Kraftraum und vielen Ausdauereinheiten von unserem Konditionstrainer gestaltet.“

skiweltcup.tv: „Bei den Juniorenweltmeisterschaften konntest du vier Medaillen, von denen drei in Gold glänzten, gewinnen. Was fehlt dir noch, um auch im Weltcup an diesen Erfolgen quasi nahtlos anknüpfen zu können?“

Reto Schmidiger: „Ich denke, dass das, was ich brauche, Geduld ist. Wenn ich weiter an mir arbeite und an mich glaube, wird es auch wieder im Weltcup klappen.“

skiweltcup.tv: „Mit welcher Erwartungshaltung gehst du in die bevorstehende WM-Saison, und falls die ‚gute Fee‘ mit den bekannten drei Wünschen vorbeikommt, was wünschst du dir?“

Reto Schmidiger: „Es ist natürlich ein Ziel, mich für die WM zu qualifizieren. Für das trainiere ich hin. Meine Wünsche wären: Gesund bleiben, meine Ziele zu erreichen und weiterhin Spaß am Skifahren zu haben.“

skiweltcup.tv: „US-Altstar Bode Miller hört vor seinen Rennen manchmal AC/DC. Was hörst du, oder was unternimmst du zwischen den zwei Läufen, um den Konzentrationspegel einigermaßen gleich konstant hoch zu halten?“

Reto Schmidiger: „Das ist ganz unterschiedlich: manchmal höre ich Musik und einige Male ‚witzle‘ ich mit den Teamkollegen. Ganz einfach, worauf ich gerade Lust habe…“

skiweltcup.tv: „Sport ist ein Phänomen, das immer mehr Raum in unserer Gesellschaft einnimmt. Warum kannst du dir ein Leben ohne Spitzensport im Allgemeinen und Skirennsport im Besonderen nicht mehr vorstellen?“

Reto Schmidiger: „Es ist meine Leidenschaft. Skifahren bereitet mir sehr viel Spaß, und ohne das könnte ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen. Das Adrenalin würde mir extrem fehlen!“

skiweltcup.tv: „Inwiefern sind Spitzensportler für die Gesellschaft wichtig, zumal sie Grenzen ausloten, uns Siege und Niederlagen bescheren und an ihren Emotionen teilhaben lassen?“

Reto Schmidiger: „Ich denke, dass Spitzensportler gute Botschafter sind. Man kann sich mit den einzelnen Athleten identifizieren und leidet mit.“

skiweltcup.tv: „Reto, aufgeben tut man nur einen Brief! Aus welchem Grund könnte dieses oft zu hörende Motto auch aus deinem Mund stammen?“

Reto Schmidiger: „Ich hatte zum Glück noch nie größere Verletzungen. Vor einigen Jahren aber hatte ich einen rasanten Aufstieg im Europacup bis in den Weltcup. Danach stand ich rund zwei Jahren völlig neben den Schuhen, und es lief gar nichts mehr. Aus dieser Negativspirale herauszukommen ist ein Kampf!“

© Kraft Foods  /  Reto Schmidiger

© Kraft Foods / Reto Schmidiger

skiweltcup.tv: „Nun zehn Fragen im Schnelldurchlauf, die bei Möglichkeit mit einem „Ja“ oder einem „Nein“ beantwortet werden sollen. Ein ‚Jein‘ ist im Ausnahmefall erlaubt.

  1. „Wirst du bei den technischen Disziplinen bei der WM im nächsten Jahr an den Start gehen?“ „Ja.“
  2. Haben City Events wie etwa in München oder Moskau eine Zukunft im Weltcup? „Ja.“
  3. „Kann der dreimalige Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher von dir noch etwas lernen?“ „Diese Frage sollte Marcel beantworten…“ (lacht).
  4. „Musstest du in deiner jungen Karriere schon einmal einen Sieg teilen?“ „Ja.“
  5. „Würdest du gerne einmal mit Lara Gut im Aufzug steckenbleiben, wenn der Strom ausfällt?“ „Ich nehme immer die Treppe. Sorry!“
  6. „Würdest du 10.000 Schweizer Franken auf einen eidgenössischen Slalomweltmeister 2015 setzen?“ „Wie stehen die Quoten?“
  7. „Gibt es innerhalb des Schweizer Skiteams einen Kollegen, mit dem du auch gern Streiche spielst bzw. dich – im positiven Sinne – neckst?“ „Ja.“
  8. „Bleiben wir beim US-Amerikaner Bode Miller: Würdest du gerne einmal mit ihm eine Stunde oder mehr in einer Gondel steckenbleiben?“ „Ja.“
  9. „Übersteht die Schweizer Fußballnationalmannschaft bei der WM in Brasilien die Vorrunde?“ „Ja.“
  10. „Wenn du auf eine einsame Insel reisen würdest und drei Gegenstände mitnehmen würdest, sind neben Skischuhen, Stöcken auch ein Paar Skier dabei?“ „Ja, was soll ich mit Skischuhen und Stöcken, wenn ich keine Skier dabei hätte?“ (lacht)

skiweltcup.tv: „Abschließend zwei Fragen: Zuerst möchte ich von dir in Erfahrung bringen, was du gemacht hättest, wenn du jetzt nicht Skifahrer geworden wärest?“

Reto Schmidiger: „Wahrscheinlich wäre ich als Sportartikelverkäufer tätig.“

skiweltcup.tv: „Wo sieht sich Reto Schmidinger in zehn Jahren sportlich, wie privat?“

Reto Schmidiger: „Ich sehe mich in zehn Jahren als hoffentlich erfolgreicher Skisportler.“
Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner 

 

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