31 Mai 2020

Roberto Nani und der steinige Weg zurück in den Ski Weltcup

Roberto Nani und der steinige Weg zurück in den Ski Weltcup (© Roberto Nani / Facebook)
Roberto Nani und der steinige Weg zurück in den Ski Weltcup (© Roberto Nani / Facebook)

Livigno – Roberto Nani kämpft weiterhin wie ein Löwe. Der italienische Riesentorlauf-Spezialist weiß, dass es in den letzten Jahren nicht immer rund bei ihm lief. Trotzdem schaut er positiv in die Zukunft und begann seine Trainingseinheiten auf dem Schnee von Carosello 3000 in Livigno. Er kann und will nicht aufgeben.

Der 31-Jährige blickt auf ein sehr schwieriges Jahr zurück. Es begann mit dem Ausschluss aus der Nationalmannschaft und damit mit der Entscheidung, in die südliche Hemisphäre zu ziehen, um seine FIS-Punkte zu verbessern. Der Weg zurück begann mit den ersten Podestplatzierungen im Europacup und mit der Einladung zu den Weltcuprennen in Alta Badia/Hochabtei, Garmisch-Partenkirchen und Hinterstoder. Ohne Punkte, aber viel Selbstvertrauen, ging es zurück in den Europacup. Dort feierte er am 8. Februar – acht Jahre nach seinen beiden ersten Erfolgen, in Berchtesgaden – einen Sieg, der jedoch im Slalom zustande kam.

Die Entscheidung des Wintersportverbandes, den routinierten Athleten nur mit dem Prädikat „von nationalem Interesse“ aufzunehmen, war überraschend. Durch den Podestrang im Europacup hatte er sich doch einen dauerhaften Platz für die Weltcuprennen gesichert. Sicher war er weit von den Top-Platzierungen der früheren Jahre entfernt (2015 fuhr er auf den vierten Platz in Sölden und bei der Weltmeisterschaft im gleichen Jahr auf den sechsten Rang), entfernt, aber er tut alles, um wieder seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. An Motivation fehlt es ihm nicht. Er möchte bald wieder an die Spitze zurückkehren.

Nani verfolgt klare Ziele, auch wenn er nicht bei den Trainingseinheiten Anfang Juni auf dem Stilfser Joch mit von der Partie sein wird. Aber zwischen Juli und August will er zur Mannschaft stoßen. Auch wenn er weiß, dass er den Anschluss etwas verlieren könnte, hat er die Zeit nutzen, um in Livigno zu trainieren.

Dessen ungeachtet weiß er zwischen Presseaussendungen und Auftritten in den sozialen Medien, welchen Weg er einschlagen muss, um erfolgreich zu sein. Seine Leidenschaft zum Skirennsport ist nach wie vor groß, und er ist sich sicher, dass er noch einige Jahre mitfahren kann.

Im Sommer des letzten Jahres hat er sich, nach fast zehn Jahren im Ski Weltcup, auf eigene Kosten wieder ins Spiel gebracht. In Australien und Neuseeland bereitete er sich auf die Saison 2019/20 vor. Von den gesammelten Erfahrungen konnte er unter der Saison profitieren.

Sein Nahziel ist das Riesenslalom Ski Weltcup Opening in Sölden, wo er sich zunächst für das Finale qualifizieren, und danach in die Top 15 stürmen möchte. Nach wie vor ist er überzeugt, dass er auch im Ski Weltcup unter die besten Drei fahren kann.

Auch wenn er nicht zum Training auf das Stilfser Joch eingeladen wurde, nutzt er die Möglichkeiten, die ihm Carosello 3000 bietet. Unterstützt von seinem Bruder trainiert er dort, wo im Mai bereits der Franzose Alexis Pinturault, seine ersten Schwünge zog. Trotz der Frühsommer-Temperaturen fand er hier optimale Bedingungen vor. Statt dem Lift ging es mit dem Schneemobil auf den Berg. Der Riesentorlauf-Spezialist konnte knapp zwei Wochen das Material testen, was im Hinblick auf die neue Saison ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein kann.

Jetzt steht eine einmonatige Skipause auf dem Programm. Dann wird er sehen, welche Optionen auf den Gletschern am Stilfser Joch, in Saas-Fee und Les Deux Alpes überhaupt möglich sein werden.

Der Rücktritt von Roberto Saracco, der die Trainerposition innerhalb der Riesenslalom-Gruppe inne hatte, war sehr überraschend. Sein Bezugspunkt für die kommende Saison wird weiterhin Roberto Lorenzi sein. Nani glaubt, dass die Mannschaft nach den Errungenschaften in der Zeit von Davide Simoncelli und Max Blardone wieder zu Erfolgen zurückkehren kann.

So gab es in der Vergangenheit bereits gute Ansätze, wenn man sich die Doppelführung von Luca De Aliprandini und Giovanni Borsotti nach dem ersten Durchgang von Adelboden ins Gedächtnis ruft.

Diese starke Vorstellung verfolgte der 31-Jährige krank von zuhause aus. Er fieberte mit seinen Teamkollegen, und hofft darüber hinaus, dass es in den nächsten  Jahren denkbar ist, kontinuierlich gute Ergebnisse seitens der azurblauen Techniker zu sehen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: neveitalia.it

Verwandte Artikel:

LIVE: Abfahrt der Herren in Lake Louise am Samstag - Vorbericht, Startliste und Liveticker - Start 20.15 Uhr
LIVE: Abfahrt der Herren in Lake Louise am Samstag - Vorbericht, Startliste und Liveticker - Start 20.15 Uhr

Lake Louise – Hoffentlich hat am Samstag das lange Warten der Speedspezialisten ein Ende. Den Anfang soll die zweite Abfahrt in Lake Louise machen; nachdem die erste am Freitag abgesagt wurde. Wegen anhaltenden Schneefalls und aufgrund der ungünstigen Vorhersage für den Tag entschied sich die Jury bereits zweieinhalb Stunden vor dem Rennstart, dass ein Einsatz… LIVE: Ski Weltcup Abfahrt der Herren in Lake Louise am Samstag – Vorbericht, Startliste und Liveticker – Start 20.15 Uhr weiterlesen

Der Ski Weltcup Riesenslalom der Damen in Killington wurde abgebrochen
Der Ski Weltcup Riesenslalom der Damen in Killington wurde abgebrochen

Killington – Der heutige Riesentorlauf der Frauen in Killington, gelegen im US-Bundestaat Vermont, wurde nach neun Läuferinnen abgebrochen. Zu jener Zeit führte die routinierte Französin Tessa Worley, die in dieser Disziplin bereits zweimal Weltmeisterin wurde. Als Begründungen für den Entscheid der Jury, die den Rennstart nach unten verlegte und schon die Startzeit verschob, wurden das… Der Ski Weltcup Riesenslalom der Damen in Killington wurde abgebrochen weiterlesen

Ski Weltcup News: Was sie über den Riesenslalom der Damen in Killington wissen sollten. (Foto: © Denis Dietrich (Atomic Marketing))
Ski Weltcup News: Was sie über den Riesenslalom der Damen in Killington wissen sollten. (Foto: © Denis Dietrich (Atomic Marketing))

Im US-amerikanischen Killington steht am Samstag der zweite Riesenslalom der Ski Weltcup Saison 2021/22 auf dem Programm. Insbesondere Mikaela Shiffrin freut sich auf die beiden Heimrennen und will zweimal auf das Podium stürmen. Beim Riesentorlauf kommen mit Lara Gut-Behrami und Marta Bassino die größten Konkurrentinnen aus der Schweiz bzw. Italien. Mit zwei Slalomsiegen in Levi… Ski Weltcup News: Was sie über den Riesenslalom der Damen in Killington wissen sollten. weiterlesen

Was sie über den Abfahrtslauf der Herren in Lake Louise wissen sollten. (HEAD/Christophe PALLOT-AGENCE ZOOM)
Was sie über den Abfahrtslauf der Herren in Lake Louise wissen sollten. (HEAD/Christophe PALLOT-AGENCE ZOOM)

Der Saisonstart der Speed-Herren am Freitag ist leider ins Wasser, bzw. in den Schnee gefallen. Nun hofft man in Lake Louise, dass sich am Samstag die Bedingungen verbessern und ein für alle Athleten fairer Abfahrtslauf ausgetragen werden kann. Das Starttor soll sich am Samstag um 20.15 Uhr für den ersten Rennläufer öffnen. Zu den Topfavoriten… Ski Weltcup News: Was sie über den Abfahrtslauf der Herren in Lake Louise wissen sollten. weiterlesen

Michelle Gisin lässt die Speedrennen in Lake Louise aus
Michelle Gisin lässt die Speedrennen in Lake Louise aus

Engelberg/Lake Louise – Auch wenn die Formkurve steil nach oben zeigt, möchte die eidgenössische Ski Weltcup Rennläuferin Michelle Gisin nichts überstürzen. Daher verzichtet sie auf die Reise zu den Speedrennen nach Lake Louise. Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist zwar abgeklungen, aber Probleme gibt es nach wie vor – so unter anderem beim Fliegen. In Killington, gelegen… Michelle Gisin lässt die Speedrennen in Lake Louise aus weiterlesen

Banner TV-Sport.de