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Sabrina Simader im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe wieder Spaß!“

© mustermix werbeagentur / Sabrina Simader

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Haus im Ennstal – Im Alter von drei Jahren kam die Kenianerin Sabrina Simader mit ihrer Mutter nach Österreich, genau genommen nach St. Johann am Wimberg in Oberösterreich. Schon in ihrem ersten Winter in Österreich lernte ihr ihr Vater, wie man Ski fährt. Bereits als kleines Mädchen war Sabrina fasziniert von dem weißen glitzernden Schnee und dem wunderbaren Gefühl, wenn man mit Skiern den Berg hinunterfährt.

So bestritt Sabrina ihre ersten Zwergerl-Rennen. Zuerst waren alle Mädchen schneller als sie, aber sie wollte immer gewinnen. So war sie enttäuscht, wenn es nicht klappte. Ihr Vater sagte, dass das Gewinnen nicht so wichtig sei. Es soll Spaß machen! Diese Worte nahm sich Sabrina zu Herzen und ging mit Freude an die Sache heran und dies brachte ihr schnell den ersten Vereinsmeistertitel.

Schon damals träumte Sabrina von Weltcupsiegen, olympischen Goldmedaillen und Kristallkugeln. Nach der Volksschule wechselte sie an die Schladminger Skihauptschule. Dort hat man neben der schulischen Ausbildung auch die Möglichkeit und die Zeit, sich sportlich zu verbessern. Im Frühling 2012 konnte sie die ersten größeren Erfolge für sich verbuchen und wurde dreifache steirische Meisterin (Super-G, Riesenslalom, Kombination) und holte zudem die Silbermedaille im Torlauf.

Sabrinas Vater war ein leidenschaftlicher Skifahrer und teilte mit seiner Tochter seine Leidenschaft. Sie war sein größter Stolz und er nahm sich viel Zeit für die Trainings und seine Tochter. Er begleitete sie zu jedem Rennen und begab sich stundenlang in den Keller, um die Skier bestmöglich zu präparieren.

Doch im Sommer 2012 schlug das Schicksal grausam zu. Sabrinas Vater wurde leider all zu früh aus dem Leben gerissen. Für die junge Skirennläuferin und ihre Mutter brach die Welt zusammen. Es folgte ein schwarzes Loch, und das darauffolgende Jahr war sehr schwierig. Sabrina sagt, dass ihre Mutter eine große Stütze ist und sie nach dem tragischen Verlust ihres Vaters aufgefangen hat. Die schwere Zeit hat das Mutter-Tochter-Gespann noch enger zusammengeschweißt.

Langsam geht es wieder bergauf. Trainiert wird Sabrina Simader, die für Kenia startet, von ihrem Privatcoach Christian Reif. Reif und Sabrinas Vater waren lange befreundet und schon in früheren Tagen trainierte die am 13. April 17 Jahre alt werdende Athletin mit ihm. Sabrina spürt einen Halt, eine Sicherheit, wenn sie mit jemandem trainieren kann, der ihr volles Vertrauen genießt. Reif ist Ski- und Konditionstrainier in Personalunion und präpariert ihr die Skier.

Sabrina steckt in ihrer ersten FIS-Saison. Dass die Leistungen besser werden, zeigt der siebte Platz im Rahmen der deutschen Meisterschaften. In der Abfahrt belegte sie diese gute Platzierung. Bei den Juniorinnen wurde sie 13. Das Wichtigste, und da würde ihr Vater auf sie stolz sein, ist der Fakt, dass sie wieder Spaß hat.

© www.paulfoto.de / Sabrina Simader

© www.paulfoto.de / Sabrina Simader

skiweltcup.tv: „Sabrina, fasst du es als Kompliment auf, wenn man dich als ‚schwarze Perle des weißen Sports‘ bezeichnet?“

Sabrina Simader: „Ja! Welche Frau wird nicht gerne als Perle bezeichnet!“ (lacht)

skiweltcup.tv: „Im Rahmen der Deutschen Ski-Meisterschaften hast du positiv überrascht. Kannst du uns ein bisschen deinen Lebensweg nachskizzieren, und wie bist du überhaupt zum Skirennsport gekommen?“

S. S.: „Durch meinen Papa. Er war ein leidenschaftlicher Skifahrer, und so stand ich schon mit drei Jahren erstmals auf dem Schnee. Nach Erfolgen in kleinen Bezirksrennen besuchte ich die Skihauptschule in Schladming, um mehr Zeit für den Skisport zu haben. Gegenwärtig besuche ich die zweite Klasse der Ski-Akademie in Schladming.“

skiweltcup.tv: „Der Sport zeichnet sich durch seine gesellschaftsprägenden und kulturbildenden Funktionen aus. Im Sportverein trifft man zusammen und lernt voneinander. Warum ist für dich der Sport auch so etwas wie eine Schule fürs Leben?“

S. S.: „Ja, man lernt täglich Neues dazu, sowohl über sich selbst als auch im Umgang mit anderen Menschen. Es gibt leider immer wieder Menschen, die dir Steine in den Weg legen. Da muss man drüber stehen, lächeln und seinen eigenen Weg gehen.

Aber nicht nur das, man sieht einiges von der Welt, weil man so viel unterwegs ist. Das ist toll!“

skiweltcup.tv: „Was machst du, wenn dir die ‚weiße Grundlage‘ sprichwörtlich ‚unter dem Boden dahinschmilzt‘? Wie hältst du dich in den warmen Jahreszeiten fit, und wann beginnt das intensive wie in der gleichen Weise auch durchaus zeitaufwändige Training für den kommenden Winter?“

S. S. „Ich liebe die Berge nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer. Dann genieße ich beim Berggehen oder -laufen das wunderbare Gefühl von Freiheit.

Es ist auch ein tolles Konditions-, Koordinations- und Kraftausdauertraining.

Nach der Rennsaison gehört mein Schwerpunkt erstmals der Schule, bevor es wieder voll mit den Vorbereitungen für die nächste Saison losgeht.“

skiweltcup.tv: „Die Saison 2014/15 mit dem sportlichen Höhepunkt in Vail/Beaver Creek ist gerade zu Ende gegangen. Was muss alles passen, damit du die kenianischen Farben bei den nächsten Welttitelkämpfen 2017 in St. Moritz oder bei den Olympischen Winterspielen im Jahr danach in Korea zeigen kannst?“

S. S.: „Das Wichtigste ist für mich, dass ich gesund bleibe und weiterhin mit viel Freude Ski fahre. Dann wird das schon klappen.“ (lacht)

skiweltcup.tv: „Der Sport ist schon lange kein einheitliches Gebilde mehr, manche sprechen auch von einem Phänomen im Wandel. Kannst du diese These teilen, oder wie würdest du ihn mit deinen eigenen Worten beschreiben?“

S. S.: „Ich glaube, ich bin ein Teil dieses Wandels. ‚The New Generation‘ sozusagen. Es wird noch sehr interessant, wohin sich das alles entwickeln wird. Ich hoffe, nur positiv, und wir können in 15 Jahren noch Freude am Alpinen Skisport haben.“

skiweltcup.tv: „Ein kleiner Schwenker zum alpinen Skirennsport. In welchen Disziplinen bist du zuhause, in welchen bist du erfolgreich und welche sagen dir weniger zu? Begründe bitte deine Ausführungen!“

S. S.: „Meine Leidenschaft gehört auf jeden Fall dem Speedbereich, denn dieser Geschwindigkeitsrausch ist unbeschreiblich und macht eine Menge Spaß. Aber ich versuche mich, noch nicht zu sehr festzulegen und genieße es auch, wenn ich einmal die kürzeren Bretter anschnallen kann. Im Training arbeiten wir auch sehr vielseitig.“

skiweltcup.tv: „Bei einem deiner Fotos sehen wir dich, wie du einen Kopfstand machst. Willst du mit deiner liebenswerten Wesensart und deiner Fähig- und Fertigkeit, schnell Ski zu fahren, eines Tages den Skiweltcupzirkus wortwörtlich ‚auf den Kopf‘ stellen?“

S. S.: „Klar! Wenn man auf dem Kopf steht, sieht man die Welt von zwei Seiten. Das ist sicher ein Vorteil!“

© Martin Fuchs / Sabrina Simader: "Wenn man auf dem Kopf steht, sieht man die Welt von zwei Seiten."

© Martin Fuchs / Sabrina Simader: "Wenn man auf dem Kopf steht, sieht man die Welt von zwei Seiten."

skiweltcup.tv: „Manche ziehen den rechten Schuh zuerst an, andere den linken Handschuh. Gibt es für dich ein besonderes Ritual vor dem Rennstart oder hängt vieles damit zusammen, mit welchem Fuß du aufgestanden bist?“

S. S.: „Nein, ich habe kein richtiges Ritual. Ich versuche mich auf jeden Tag so positiv wie möglich einzustellen!“

skiweltcup.tv: „Was macht Sabrina Simader in ihrer Freizeit, wenn sie nicht an die Skier denkt, den Kampf um Platzierungen und gegen die Uhr im Kopf hat? Die einstige Biathlon-Ikone Magdalena Neuner hat sogar ihr Hobby, das Stricken, über ein Buch bekannter gemacht. Gibt es etwas, was du gerne tust, und über das du eines Tages auch vielleicht etwas schreibst?“

S. S.: „Ich liebe es, zu tanzen, zu schwimmen und Golf zu spielen. Auch mag ich die Natur mit ihren vielen Möglichkeiten, die sie bietet!“

skiweltcup.tv: „Apropos Buch: Auch wenn es jetzt weniger mit einem Hobby als solches zu tun hat: Welchen Titel hätte eine mögliche Autobiografie von dir, wenn du eine solche ins Auge fassen würdest, und welche Kernbotschaft müsste in dieser enthalten sein?“

S. S.: „Mein Buch hätte einen Titel. Das ist eine gute Frage. Darüber sollte ich einmal nachdenken. Momentan fällt mir gar nichts ein.“

skiweltcup.tv: „Nun zu den zehn Fragen im Kurzformat. Hier kannst du ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ sagen, ein ‚Jein‘ ist im Ausnahmefall auch erlaubt. Bitte begründe kurz deine Antworten!“

Sabrina, wirst du Ski-Geschichte schreiben und den ersten Weltcupzähler für Kenia erzielen?

Ja.

Ist gemäß Wolfgang Ambros auch für dich Skifahren das ‚Leiwandste, was man sich nur vorstellen kann?

Ja.

Fährst du auch hie und da mit dem Snowboard den Berghang hinunter?

Nein.

Tina Maze ist eine der Letzten ihrer Art. Findest du es schade, dass es keine Allrounderinnen mehr gibt?

Ja.

Achtest du als Sportlerin auch auf die Ernährung?

Ja

Du bestichst durch dein sonniges Gemüt. Kannst du auch lachen, wenn es einmal nicht so rund läuft?

Ja

Wirst du 2018 bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die kenianische Flagge bei der Eröffnungsfeier tragen?

Ja, das wär ziemlich cool!

Hast du ein Vorbild im Skiweltcupzirkus?

Ja, Lindsey Vonn.

Musstest du schon einmal einen Sieg teilen?

Nein.

Würdest du dich freuen, falls du einmal Kinder hast, wenn auch sie in deine Fußstapfen treten würden?

Ja.

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner
Bilder zur Verfügung gestellt von Sabrina Simader 

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