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SASLONG-NEWS: FIS Rennchef Markus Waldner im Interview mit der Saslong-Redaktion

FIS-Renndirektor Markus Waldner

FIS-Renndirektor Markus Waldner

Markus Waldner, FIS-Rennchef, spricht mit der Saslong-Redaktion über das Niveau der Sicherheitsstandards bei den Weltcuprennen und darüber wie wichtig eine gute Pistenpräparierung ist.

Herr Waldner, die Sicherheit bei Skirennen ist derzeit in aller Munde. Wie sicher kann ein Weltcuprennen denn überhaupt sein?

Schauen Sie, ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass bei den Weltcuprennen derzeit die allerhöchsten Sicherheitsstandards erfüllt werden. Sicherheit ist ein sehr komplexer Begriff, zu dem neben den Netzen noch mehrere Faktoren gehören, wie beispielsweise die Pistenpräparierung. Was aber die sicherste Situation darstellen würde, wären breite Pisten mit viel Sturzraum, die wir aber leider nicht immer haben. Besonders die älteren Weltcuppisten sind enger und schmäler. Wenn wir heute neue Pisten homologieren, müssen diese eine Mindestbreite von sechzig Metern vorweisen. Die älteren Weltcuppisten haben teilweise auch nur zwanzig Meter breite Pisten.

Ist der Standard auf allen Weltcuppisten derselbe?

Zum größten Teil, ja. Es gibt verschiedene Firmen, die die Netze herstellen, die Qualität kann da manchmal etwas variieren. Alle sind aber mit Zertifikaten ausgezeichnet und sind darum bemüht, sich stetig zu verbessern. Es macht allerdings viel aus, wie die Netze aufgestellt werden. In dieser Hinsicht bin ich ein sehr großer Kritiker und beobachte jede noch so Kleinigkeit mit Adleraugen. Bevor nicht alles perfekt ist, werde ich kein Rennen starten.

Ein Restrisiko bleibt aber immer bestehen …

Ja natürlich. Der Skisport ist ein Geschwindigkeitssport, da kann man nie eine hundert prozentige Sicherheit garantieren. Die beiden Unfälle letzthin beweisen dies. Wir haben daraus gelernt und versuchen die Pisten für die Athleten so sicher wie nur möglich zu gestalten. Auch bei den Aufwärmpisten, auf denen sich die Fahrer vor dem Rennen aufwärmen können, geben wir darauf Acht. Diese haben aber nicht denselben Sicherheitsstandard wie eine Rennpiste. Hier entscheide ich, gemeinsam mit den Trainern, von Rennen zu Rennen, wie wir vorgehen. Wenn eine Aufwärmpiste nicht sicher scheint, weil sie beispielsweise von einer Waldgruppe umgeben ist, müssen sich die Athleten kurzerhand auch schon mal auf der Weltcuppiste aufwärmen – oder „nur“ ein Riesentorlauftraining absolvieren. Hier versuchen wir bewusst, jedem Risiko aus dem Weg zu gehen. Mit etwas Gefühl und Voraussicht kann man eine Piste auch etwas entschärfen – mit der richtigen Kurssetzung beispielsweise.

Warum kann auf Aufwärm- oder Trainingspisten nicht derselbe Sicherheitsstandart wie auf Rennpisten garantiert werden?

Ganz einfach: weil dies aus technischen, logistischen und finanziellen Gründen nicht möglich ist. Die Hochsicherheit, die ein Weltcuprennen bieten muss, kostet hunderttausende von Euros und hunderte Leute, die die Zäune und Pisten präparieren müssen.

Eine perfekt funktionierende Rettung in Notfällen muss aber möglich sein, oder?

Jein. Das ist leider nicht ganz so. Die Rettung funktioniert in Europa wesentlich besser wie beispielsweise in Amerika. Bei den Rennen in Gröden, Kitzbühel, Wengen und mittlerweile auch Kvitfjell ist innerhalb weniger Minuten ein Arzt und auch ein Hubschrauber vor Ort, wenn ein Unfall passiert. In Kitzbühel hatten wir sogar während eines Rennens drei Hubschrauber bei drei Stürzen. Das ist absolutes Top-Niveau, wie ich es mir wünsche. In Amerika und in Kanada gelten aber leider andere Gesetze, die nicht immer zu unserer Zufriedenheit sind. Wir arbeiten aber daran, damit wirklich alles für die Sicherheit der Athleten getan wird. Aber wie gesagt, ein Restrisiko bleibt immer – auf der Saslong, wie auch auf der Streif.

Quelle:  www.Saslong.org

 

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