9 Oktober 2021

Ski Weltcup Saison 2021/22: Wie geht es den verletzten Skirennläuferinnen?

Ski Weltcup Saison 2021/22: Wie geht es den verletzten Skirennläuferinnen?
Ski Weltcup Saison 2021/22: Wie geht es den verletzten Skirennläuferinnen?

Sölden – In gut zwei Wochen beginnt in Sölden der alpine Ski Weltcup Winter 2021/22. Die Damen eröffnen die neue Saison mit einem Riesentorlauf. Blicken wir einmal auf die verletzten und wieder genesenen Athletinnen. Dabei erkennen wir, dass bei einigen ein Comeback ansteht, während bei anderen noch nicht damit zu rechnen ist.

Die Österreicherin Elisabeth Kappaurer hat eine Leidensgeschichte hinter sich, die Ihresgleichen sucht. Sie brach sich mehrere Male das Schien- und Wadenbein. An einen Start in den Saisonen 2019/20 und 2020/21 konnte sie nicht denken. Seit Mitte August fiebert sie ihrer Rückkehr entgegen.

Lisa Hörnblad aus Schweden verletzte sich beim Sommertraining im Jahr 2019 so schwer am rechten Knie, dass sie eineinhalb Saisonen auslassen musste. Im März 2021 bestritt sie ihre ersten Wettkämpfe nach dem Kreuzbandriss. Nathalie Gröbli ist keineswegs eine Dame fürs Grobe. Doch der Bruch des Schien- und Wadenbeins im Februar 2020, zugezogen bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen, sorgte dafür, dass die Schweizerin die gesamte Saison 2020/21 zuschauen musste. Seit August trainiert sie fleißig auf ihr Comeback hin.

Elisabeth Reisinger aus Österreich riss sich im ersten Training von Crans-Montana im fernen Februar 2020 das linke, vordere Kreuzband. Nachdem sie sich ein Jahr zurückkämpfte, nahm sie im Februar 2021 das Training wieder auf. Die Eidgenossin Charlotte Chable riss sich im September 2020 das rechte, vordere Kreuzband. Die WM-Saison 2020/21 war schneller zu Ende als ihr lieb war. Im Sommer dieses Jahres schnallte sie wieder die Skier an.

Die Französin Clara Direz ließ die ganze letzte Saison aus, um sich von einer im September 2020 erlittenen Lungenembolie zu erholen. Im April 2021 stand sie das erste Mal wieder auf den Brettern, in der warmen Jahreszeit begann sie mit regelmäßigen Trainingseinheiten. Stephanie Resch stürzte vor einem Jahr bei einer Trainingsfahrt in Sölden und verletzte sich am rechten Knie. Die Österreicherin, die im Sommer 2021 wieder zu ihren Teamkolleginnen stieß und trainiert, musste den ganzen Winter 2020/21 auslassen.

Die Swiss-Ski-Dame Elena Stoffel stürzte im November 2020 und riss sich das vordere, linke Kreuzband. Die Saison 2020/21 war zu Ende; seit Juni 2021 trainiert sie fleißig auf ihre Rückkehr hin. Die Südtirolerin Nicol Delago riss sich bei einer Trainingseinfahrt im Dezember 2020 die Achillessehne des linken Beins. Das Ganze trug sich in Sulden am Fuße des Ortlers zu. Die Grödnerin weinte bittere Tränen, denn an einen Start bei der Heim-WM in Cortina d’Ampezzo war nicht zu denken. Seit Juni steht sie wieder auf den Skiern und trainiert mit ihren Begleitern und Teamkolleginnen.

Die Schweizerin Andrea Ellenberger stürzte Mitte Dezember 2020 und zog sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Die Kämpfernatur gibt nicht auf und steht seit August 2021 auf den Skiern. Auch sie trainiert fleißig. Romane Miradoli aus Frankreich hatte bei ihrem Heim-Riesentorlauf in Courchevel Pech. Bei einem Sturz im ersten Durchgang kam sie zu Sturz. Der Riss des vorderen Kreuzbandes hieß nichts Gutes. Seit dem diesjährigen Sommer ist sie wieder im Einsatz.

Die österreichische Speedspezialistin Nicole Schmidhofer riss sich bei einem furchterregenden Sturz bei der Abfahrt von Val d’Isère die Kreuzbänder im linken Knie. Nach vier Operationen folgten eine Rehabilitation und das athletische Training. Am Freitag kehrte die die Super-G-Weltmeisterin von 2017 wieder auf die Skier zurück. Die Schwedin Anna Swenn Larsson brach sich im letzten Monat des letzten Kalenderjahres bei einem Trainingssturz den Knöchel. Die WM-Saison ging ohne sie weiter; sie übt fleißig und möchte bald ihr Comeback feiern.

Die Eidgenossin Juliana Suter riss sich im Ziel des Super-G’s von St. Anton das linke Kreuzband. Für die Swiss-Ski-Dame kam dieses Malheur im Januar zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, denn die mögliche Teilnahme an den Welttitelkämpfen in den bellunesischen Dolomiten zerplatzte wie eine Seifenblase. Seit Anfang August hat sie wieder mit dem Trainieren begonnen.

Marta Rossetti aus Italien kam bei einer Trainingsfahrt im Januar zu Sturz. Dabei riss sie sich das linke Kreuzband. Seit August steht sie wieder auf den Brettern und drei Wochen später berichtete sie von den ersten Trainingseinheiten. Die Niederländerin Adriana Jelinkova kam beim Riesentorlauf von Kranjska Gora zu Sturz. Die Athletin mit tschechischen Wurzeln riss sich das Kreuzband. Die Saison war gelaufen; seit der ersten Augusthälfte steht das „flying Dutch Girl“ wieder auf den Skiern.

Nina Ortlieb aus Österreich verletzte sich beim ersten Abfahrtstraining von Crans-Montana schwer. Die Tochter von Olympiasieger und Weltmeister Patrick Ortlieb riss sich im Januar das Kreuzband, das Innenband, den Außenmeniskus und die Patellasehne. Die Vorarbergerin biss die Zähne zusammen und spulte viele athletische Einheiten ab. Anfang Oktober stand sie jedoch noch nicht auf den Brettern.

Ricarda Haaser vom ÖSV-Team musste Anfang Februar die Saison 2020/21 wegen eines Bandscheibenvorfalls vorzeitig beenden und steht seit Mitte August wieder auf den Skiern. Die Tirolerin weiß durch ihren Trainingsfleiß zu überzeugen. Katharina Truppe, auch sie startet für Österreich, musste wenige Tage vor dem vergangenen saisonalen Höhepunkt in Cortina d’Ampezzo wegen einer Adduktorenverletzung aufgeben. Die Bauchmuskulatur schmerzte auch und so konnte nicht teilnehmen. Im Sommer schnallte sie die Skier wieder an.

Lisa Grill ist der Pechvogel im rot-weiß-roten Team. Nach dem sie bei der Europacup-Abfahrt von Santa Caterina als Erste abschwang, kam sie aufgrund des zu kleinen Zielraums zu Sturz. Dabei brach sie sich das rechte Schienbein. Der Sieg in der Europacup-Disziplinenwertung nutzte wenig, denn ihr Heilungsprozess läuft nicht nach Plan. Ende September 2021 musste sie sich erneut unters Messer begeben. Ein Marknagel musste entfernt und durch eine größeren ersetzt werden. Die Salzburgerin hat sehr starke Schmerzen und wird auch im kommenden Winter fehlen.

Julia Scheib aus Österreich stürzte Ende Februar im Training. Ein Kreuzbandriss war die Diagnose. Nach der Operation folgten die Rehabilitation und das athletische Training. Im Juli musste sie sich abermals einen chirurgischen Eingriff über sich ergehen lassen, zumal die Narben und das Gewebe um das Knie Schmerzen verursachen. Mit Stand Anfang Oktober wurde sie noch nicht bei den Trainings gesehen.

Die azurblaue Athletin Lara Della Mea stürzte bei der Heim-WM 2021 im Rahmen des Teambewerbs schwer und riss sich dabei das linke Kreuzband. Nach einer langen Rehabilitationsphase und einigen athletischen Trainingseinheiten kehrte sie in der zweiten Septemberhälfte endlich zurück und begann wieder zu trainieren. Jacqueline Wiles aus den USA verletzte sich beim Aufwärmtraining vor der WM-Abfahrt in Italien schwer. Ende August stand sie wieder auf den Skiern. Mit ihren Begleitern war sie in Saas Fee unterwegs.

Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen flog Ende Februar beim Super-G auf der „La Volata“-Piste im Fassatal derart ab, sodass sie in den Fangnetzen landete. Sie brach sich das Schien- und Wadenbein. Der postoperative Verlauf war nicht so gut; zwei Folge-OP’s waren notwendig, um Knochenfragmente zu entfernen. Im Juni wurden die Platten durch Nägel ersetzt. Die Wikingerin stand im Oktober noch nicht auf den Skiern.

Rosina Schneeberger aus Österreich stürzte beim gleichen Rennen wie die Nordeuropäerin. Sie touchierte ein Tor und landete auch in den Fangnetzen. Sie brach sich das Schien- und Wadenbein. Michele Gisin aus der Schweiz musste im Juli die Trainingseinheiten wegen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers abbrechen. Die Allrounderin stand im September wieder auf den Skiern. Ein Comeback in Sölden ist möglich.

Franziska Gritsch aus Österreich brach sich bei einem Trainingssturz Anfang August den rechten Unterarm. Die Tirolerin stand vier Wochen später wieder auf den Brettern und setzte ihre sommerlichen Einheiten fort. Alice Merryweather aus den USA hatte gerade eine Magersucht überstanden, ehe sie sich bei einem Trainingssturz in der Schweiz Anfang September das Schien- und Wadenbein des rechten Beines brach, und sich zusätzlich eine schwere Knieverletzung zuzog. Die Olympiasaison 2021/22 findet definitiv ohne sie statt.

Corinne Suter, die eidgenössische Speedspezialistin, berichtet von Knochenprellungen nach einem Trainingssturz Ende September. Für die ersten Speedrennen im bevorstehenden Winter wird sie wohl bereit sein. Ihre Landsfrau Wendy Holdener stürzte bei Trockentrainingseinheiten blöd und brach sich beide Hände. Sölden ist tabu, hoffentlich werden wir sie in den Startlisten von Levi sehen, wenn in Finnland oberhalb des Polarkreises die ersten Slaloms der Damen auf dem Programm stehen.

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quellen: fantaski.it, eigene Recherchen

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