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Ski-WM 2021: Das waren die Tops und Flops der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo

Ski-WM 2021: Das waren die Tops und Flops der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo

Ski-WM 2021: Das waren die Tops und Flops der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo

Cortina d’Ampezzo – Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo sind zu Ende gegangen. Auch wenn coronabedingt keine Fans dabei sein konnten, waren die diesjährigen Welttitelkämpfe reich an Emotionen. Wir zählen Ihnen hier einige Tops der Weltmeisterschaften in den bellunesischen Dolomiten auf.

Katharina Liensberger: Die Österreicherin, die bis heute noch kein Weltcuprennen für sich entschieden hat, war in Cortina d’Ampezzo in den technischen Rennen unschlagbar. Neben der Goldmedaille im Parallelbewerb gewann sie auch im Slalom. Die Vorarlbergerin, die sich zudem die Bronzemedaille im Riesenslalom sicherte, wird nun topmotiviert in die letzten Einätze des Winters 2020/21 gehen und auch hier um den Sieg mitfahren. Die 1997 geborene Athletin träumt zudem noch von einer Kristallkugel.

Lara Gut-Behrami: Mit ihren zwei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille ist auch Lara Gut-Behrami eine der Gewinnerinnen der diesjährigen Ski-Weltmeisterschaften. Sie hat wirklich gute Leistungen abrufen können und kämpft nun um die große Kristallkugel. Zudem ist die Tessinerin die erfolgreichste Eidgenossin in der alpinen WM-Historie.

Petra Vlhová: Die Slowakin, die ein Mammutprogramm abspulte, kann sich über den Gewinn von zwei Silbermedaillen freuen, auch wenn sie im Riesentorlauf als Titelverteidigerin im abgeschlagenen Feld landete. Vlhová konzentriert sich nun auf den Gesamtweltcup, auch wenn Gut-Behrami aufgrund ihrer Top-Form gefährlich nahekommen kann.

Mikaela Shiffrin: Rein von den Medaillen her hat die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin am meisten abgeräumt. Im Super-G verhinderte ein grober Schnitzer die mögliche Goldmedaille, und das, obwohl sie ein Jahr kein Speedrennen mehr bestritt. Im Slalom musste sie nach vier WM-Titeln in Folge die Überlegenheit von Kathi Liensberger anerkennen. Trotzdem sind vier Medaillen sehr gut.

Corinne Suter: In den Speeddisziplinen konnte sich die Teamkollegin von Lara Gut-Behrami über den Gewinn von einer Gold- und einer Silbermedaille freuen. Ob die verletzungsbedingte Abwesenheit von Sofia Goggia aus Italien dafür gesorgt hat, lassen wir einmal dahingestellt. Trotzdem will sich die Schweizerin nicht auf den Lorbeeren ausruhen und weiterhin erfolgreich sein.

Vincent Kriechmayr: Der Österreicher gewann beide Speedrennen und kann sich ohne Zweifel als schnellster Mann der Welt angesehen werden. Der Oberösterreicher kann mit seinen Leistungen mehr als zufrieden sein und möchte seine gute Form auch auf die noch ausstehenden Weltcupeinsätze übertragen.

Mathieu Faivre: Der Franzose hat auch zwei Goldmedaillen gewonnen. Endlich ist er am Ziel seiner Träume angekommen. Nachdem er bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang vorzeitig nach Hause geschickt wurde, ist er persönlich wie auch sportlich gereift. Wir werden auch weiterhin von ihm hören.

Alexis Pinturault: Der Angehörige der Equipe Tricolore, der in diesem Jahr die große Kristallkugel im Visier hat, hätte fast einen ganzen Medaillensatz abgeräumt. Im Riesentorlauf lag nach einem fulminanten Lauf die Goldene zum Abholen bereit. Doch der Athlet, der auf den Spitznamen „Pintu“ hört, wollte etwas zu viel. So gewann eben Faivre.

Marco Schwarz: Der Kärntner, der im Slalomweltcup souverän führt und so gut wie sicher die kleine Kristallkugel gewonnen hat, hat bei den diesjährigen Ski-Weltmeisterschaften zwei Medaillen gewonnen. Im Torlauf, seiner Lieblingsdisziplin, lief es nicht so nach Wunsch. Er wäre lieber aufs Podest geklettert als auszuscheiden. So blieb der Glückwunsch an seinen jungen Teamkollegen Adrian Pertl.

DSV-Speedteam: Eine große Überraschung lieferten die DSV-Speed-Asse. Romed Baumann, Andreas Sander und Kira Weidle gewannen jeweils eine Silbermedaille. Sander lag am Ende nur eine Hundertstelsekunde hinter Kriechmayr, obwohl er gar nicht mit einem Edelmetall rechnete. Die Technikspezialisten, und hier ist Linus Straßer hervorzuheben, gingen bis auf den dritten Rang im Teambewerb leer aus.

Das waren die Flops der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo

Cortina d’Ampezzo – Neben einigen Tops gab es auch einige Flops bei den diesjährigen Ski-Welttitelkämpfen in Cortina d’Ampezzo. Diese werden Ihnen nun hier präsentiert.

Squadra Azzurra: Italien, die Gastgebernation, konnte nur im Riesentorlauf der Herren und im Parallelrennen der Damen überzeugen. Ansonsten verlief die Heim-WM für die azurblaue Auswahl sehr nüchtern. Federica Brignone blieb weit hinter den Erwartungen zurück, und Riesentorlauf-Seriensiegerin Marta Bassino wurde knallhart auf den Boden der Realität zurückgeholt. Es ist müßig zu diskutieren, ob es bei einer gesunden Sofia Goggia besser verlaufen wäre.

ÖSV-Speeddamen: Die österreichischen Speeddamen fuhren brav mit, die Medaillen holten aber die anderen. Auch hier lässt sich streiten, ob bei einem Antreten von Nina Ortlieb und Nicole Schmidhofer bessere Ergebnisse im Bereich des Möglichen gewesen wären. Stephanie Venier, noch vor vier Jahren Vizeweltmeisterin in der Abfahrt, fährt derzeit hinterher. Dass im Riesentorlauf just Ramona Siebenhofer die Beste ist, lässt vielleicht tief blicken.

Blech: Eigentlich sind zwei vierte Plätze im Weltcup sehr gut, aber bei Welttitelkämpfen oder bei Olympischen Winterspielen will niemand diesen undankbaren Platz belegen. Ester Ledecká verpasste jeweils als Vierte im Super-G und in der Abfahrt um wenige Hundertstelsekunden den Sprung aufs Podest. Trotzdem muss man den Hut vor ihr ziehen; sie zählt sowohl im Snowboard und im Skirennsport zu den Größten. Ihre zwei vierten Positionen als Flop zu bezeichnen, würde ihrem Talent nicht gerecht werden.

Wetter zu Beginn: Zuerst brachte das Wetter die Veranstalter ins Schwitzen. Aber dann zeigte sich die Sonne. Die Organisatoren können froh sein, dass alles gut verlaufen ist. Von den Athleten wurde niemand auf das Coronavirus positiv getestet, sodass man trotz allem von einer gelungenen Ski-WM sprechen kann.

Stimmung: Es ist klar, dass coronabedingt die Fans in Cortina d’Ampezzo nicht für Stimmung sorgen konnten. Das Zielstadion inmitten der stolzen und erhabenen Gipfel der Dolomiten wäre dazu wie prädestiniert gewesen. Aber das Leben findet nicht im Konjunktiv statt. Mehr noch: Die Stimmung wird kommen; man muss nur auf das Ende der Corona-Pandemie warten.

Termine: Fast an jedem Tag gab es ein Rennen. 13 Rennen in 14 Tagen sind nicht ohne. Nicht jeder Athletin und jedem Athleten schmeckt so ein Mammutprogramm. Erholungspausen waren Mangelware. Und trotzdem konnte beispielsweise Kathi Liensberger mit ihrer mehr als zufriedenstellenden Medaillenausbeute auch positive Seiten dieser wahrlichen Terminhatz abgewinnen. Es bleibt freilich abzuwarten, ob bei den nächsten Welttitelkämpfen in Frankreich eine ähnliche Ochsentour auf die Ski-Asse wartet oder nicht.

Morddrohungen: Die Morddrohungen, die im Zuge des Parallelbewerbs an die E-Mail-Adresse von FIS-Renndirektor Markus Waldner gingen, sind aufs Schärfste zu verurteilen. Das hat nichts mehr mit Sport zu tun. Auch wenn dieser Disziplin nicht jedem passt oder auch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist (siehe Regularien und den später erst ermittelten ex aequo-Sieg von Kathi Liensberger und Marta Bassino), sollen kriminelle Machenschaften den sportlichen Begebenheiten keinesfalls den Rang ablaufen.

Folgen des Dopingskandals: In Folge des russischen Dopingskandals mussten die Athleten des osteuropäischen Riesenreichs unter einer neutralen Fahne an den Start gehen. Bereits in Pyeongchang, als die Olympiafamilie in Südkorea gastierte, war das der Fall.

Rückblick auf die Ski-Weltmeisterschaft 2021 in Cortina d'Ampezzo

Rückblick auf die Ski-Weltmeisterschaft 2021 in Cortina d’Ampezzo

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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