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Ski-WM 2021: ÖSV-Speed-Ass Vincent Kriechmayr holt sich auch die WM-Abfahrtskrone

Vincent Kriechmayr nach dem Super-G WM Titel, jetzt auch Abfahrts-Weltmeister 2021

Vincent Kriechmayr nach dem Super-G WM Titel, jetzt auch Abfahrts-Weltmeister 2021

Cortina d’Ampezzo – Zugegeben, man könnte auch sagen: Veni, vidi, Vinc… Der Österreicher Vincent Kriechmayr gewann wenige Tage nach dem WM-Super-G in Cortina d’Ampezzo auch die heutige Abfahrt. Ohne Zweifel kann der Oberösterreicher, der für seinen Erfolg eine Zeit von 1.37,79 Minuten brauchte, als einer der Helden der diesjährigen Welttitelkämpfe in den bellunesischen Dolomiten angesehen werden. Auf Position zwei landete nach einer, vor allem im Schlussabschnitt gezeigten, bärenstarken Vorstellung der Deutsche Andreas Sander. Sein Rückstand von lediglich 0,01 Sekunden zeigte leider, dass der minimalste Rückstand ausreicht, um nicht Weltmeister zu werden. Aber trotzdem kann die DSV-Skidelegation glücklich sein. Drei Silbermedaillen in vier Rennen – Chapeau! Auf Rang drei schwang mit dem Eidgenossen Beat Feuz (+0,18) der derzeitige Führende in der Disziplinenwertung ab.

 

Vincent Kriechmayr: „Ich kann das noch nicht realisieren. Ein verrücktes Rennen. Oben bin ich richtig gut gefahren. Im Flachen hat es mich ein paar Mal aus der Hocke gerissen. Im Mittelteil habe ich es aber richtig gut erwischt. Ich habe auch mit ein paar Läufern geredet und die haben gemeint, es war schon Wind. Von daher hat der Herrgott vielleicht „runtergeschaut“ auf mich. Das Warten war nicht so tragisch. Wie der Andi nach mir im Ziel war und eine Hundertstel hinten war, habe ich mir gedacht: Ist eh gleich, wir werden beide nicht am Podium sein.“

Andreas Sander: „Man kann es sich nicht besser aussuchen, mein erstes Podium und das bei einer WM. Ich bin schon noch richtig sprachlos. Ich hab nicht mit einer Medaille spekuliert nach meiner Fahrt, das Gefühl war nicht so gut wie gestern im Training. Aber es war für die anderen auch schwer zu fahren. Die Hundertstel tut mir nicht weh, gar nicht! Normalerweise verliere ich unten raus noch, heute habe ich aufgeholt. Ein Dank an meinen Servicemann. Da unten haben wir heute Silber gewonnen.“

Beat Feuz: „Ich werde auch heute sicher gut schlafen. Es war ein schwieriges Rennen. Eine neue Abfahrt, die sich jeden Tag anders präsentiert hat. Am Schluss ein verdienter Gold-Medalist. Wenn man 18 Hundertstel hinten ist, dann wäre Gold möglich gewesen. Ich weiß schon, wo ich die aufholen hätte können. In den Super-G-Kurven und auch danach, da war Vinc einfach besser. Dafür habe ich die Traverse besser erwischt. Es wird sicherlich nicht meine Lieblingsstrecke werden, dazu sind mir zu viele enge Kurven dabei.“

 

Daten und Fakten zur SKI WM 2021 –
Die WM Abfahrt der Herren in Cortina

FIS-Startliste: 1. Abfahrtstraining in Cortina
FIS-Liveticker: 1. Abfahrtstraining in Cortina
FIS-Endstand: 1. Abfahrtstraining in Cortina
FIS-Startliste: 2. Abfahrtstraining in Cortina
FIS-Liveticker: 2. Abfahrtstraining in Cortina
FIS-Endstand: 2. Abfahrtstraining in Cortina
FIS-Startliste: WM-Abfahrt der Herren in Cortina
FIS-Liveticker: WM-Abfahrt der Herren in Cortina
FIS-Endstand: WM-Abfahrt der Herren in Cortina

Bei der WM werden keine Punkte für den
Ski Weltcup und Nationencup vergeben

Gesamtweltcupstand der Herren 2020/21
Weltcupstand Abfahrt der Herren 2020/21

Nationencup: Herrenwertung
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Außerhalb der Medaillenränge landete das Duo Marco Odermatt aus der Schweiz und Dominik Paris (+je 0,65) auf Position vier. Letztgenannter dominierte die Trainings. Doch ein Fehler im Riesentorlaufteil machte dem Ultner einen gehörigen Strich durch die Rechnung, sodass er heute leer ausging und sich mit „Blech“ begnügen musste. Zweitbester Südtiroler wurde Christof Innerhofer, der als Sechster neun Zehntelsekunden auf Kriechmayr einbüßte. Der Pusterer konnte zufrieden sein, denn er war nach seinem WM-Super-G-Auftritt auf der Vertigne mehr als nur enttäuscht. Der Franzose Nils Allegre (+0,97) positionierte sich auf Platz sieben. Der Mann aus den Reihen der Grand Nation war der letzte Athlet, der weniger als eine Sekunde Rückstand auf den jubelnden Doppel-Weltmeister aufriss.

 

Dominik Paris: „Ich habe im Riesentorlauf-Teil die Medaille verloren. Es war ein unruhig, und ich habe ein bisschen die Linie verloren. Ich wollte wie gestern sicher durchkommen, aber das ist mir nicht gelungen. Ich hatte dort ein bisschen Gegenwind gespürt, dadurch war der Speed geringer. Und sobald ich unter einer gewissen Geschwindigkeit bin, geht bei mir gar nichts mehr.“

 

Kjetil Jansrud (8.; +1,02) aus Norwegen, Swiss-Ski-Routinier Carlo Janka (9.; +1,08) und das zeitgleiche Duo, bestehend aus dem US-Boy Bryce Bennett und dem jungen Wikinger Henrik Roea (10.; +je 1,10) komplettierten die besten Zehn der heutigen WM-Abfahrt von Cortina d’Ampezzo. Max Franz aus Österreich, der in den Probeläufen gut abschnitt und in seinen Träumen von einem Edelmetall träumte, konnte mit dem 13. Rang und 1,25 Sekunden Rückstand auf seinen Landsmann nicht einmal ansatzweise eine Realisierung seiner Träume angehen.

 

Max Franz: „Wirklich zum Verhängnis geworden ist es mir vom Sprung bis zur Traverse. Ich habe zu viel rausgenommen. Der Vinc ist das viel geschmeidiger auf Zug gefahren. Ich musste lange kämpfen, wo andere schon auslassen konnten. Ich habe alles probiert, aber es war nicht so ein schöner, runder Lauf wie die letzten zwei Tage. Es ist schade, aber so ist es. Der Vinc hatte einen richtig guten Lauf und man kann ihm gratulieren!“

 

Romed Baumann (+1,30) aus Deutschland, seines Zeichens frischgebackener Vizeweltmeister im Super-G, kam als 14. nach der Zieldurchfahrt zu Sturz und verschwand unter den Sicherheitsluftmatratzen. Laut einer DSV-Meldung zog er sich lediglich eine Schnittwunde zu und sollte ansonsten unverletzt sein. Sein Mannschaftskollege Thomas Dreßen (+1,68) sammelte indessen wertvolle Rennpraxis. Der Athlet, der nach einer Hüftoperation in diesem Winter kein Rennen bestreiten konnte, zeigte eine den Umständen entsprechend gute Leistung, und schwang als 18. ab.

Der Österreicher Otmar Striedinger (+1,84) klassierte sich gleich dahinter auf Platz 19 ein. Mit einem Rückstand von 2,11 Sekunden auf Kriechmayr klassierte sich der nächste Deutsche, und das war Dominik Schwaiger, auf Rang 21. Für die Showeinlage des Tages sorgte unfreiwillig Maxence Muzaton von der Equipe Tricolore. Er flog bei Tempo 125 ab, fabrizierte eine Pirouette in der Luft und fuhr anschließend 50 Meter auf den Skiern rückwärts, ehe er zum Stehen kam. Ein Wechsel zu den Freestylern ist in naher Zukunft nicht ausgeschlossen.

 

Otmar Striedinger: „Meinen Plan, den ich mir im Mittelteil vornahm, habe ich nicht ganz durchgezogen. Ich habe es nicht geschafft, auf Zug zu bleiben. Ich beiß mir ein bisserl in den A…! Wenn man oben ein bisschen taktisch rausgenommen hätte, wäre die nächste Passage feiern zu fahren gewesen.“

 

Kein Glück hatte der ÖSV-Athlet Matthias Mayer. Der zuletzt in den Weltcupabfahrten so stark fahrende Kärntner gewann auch im 13. WM-Rennen seiner Laufbahn kein Edelmetall. Mehr noch: Er kam vor der Traverse zu weit runter, erwischte einen Schlag und verpasste folglich das nächste Tor, was zum direkten Ausfall führte. Der junge Südtiroler Florian Schieder, der im gestrigen Probelauf auf der Vertigne mehr als nur überzeugte, kam bei seinem WM-Debüt heute zu Sturz. Aller Wahrscheinlichkeit nach zog er sich dabei eine schwere Knieverletzung zu; sein Schmerzschrei war nicht zu überhören. Der Eidgenosse Niels Hintermann kam ebenfalls nicht ins Ziel.

 

Matthias Mayer: „Ich habe einen Schlag voll erwischt. Die Traversen-Ausfahrt ist eine wichtige Kurve, da wollte ich nochmal alles reinlegen, damit ich das Tempo mitnehme. Der obere Teil ist mir nicht so schlecht vorgekommen. Vor dem Vertigine-Sprung habe ich etwas Wind gespürt, und hatte da Problem, da ich zu spitz war. Es nutzt nichts, das Rennen ist vorbei. Ich wollte ganz vorne mitfahren, das ist nicht gelungen.“

 

Zurück zu Vincent Kriechmayr: Der Oberösterreicher legte nach dem Gewinn der WM-Goldmedaille im Super-G heute in der Abfahrt nach und krönte sich zum Doppelweltmeister. Das schafften vor ihm bei den Männern bloß Hermann Maier vor 22 Jahren in Vail und sechs Jahre danach der US-Amerikaner Bode Miller im norditalienischen Bormio.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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