3 April 2020

Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute Eva-Maria Brem

Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute Eva-Maria Brem (Foto: © Eva-Maria Brem / privat)
Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute Eva-Maria Brem (Foto: © Eva-Maria Brem / privat)

Münster in Tirol – Die österreichische Riesentorlaufspezialistin Eva-Maria Brem schaut auf einen eher durchwachsenen Winter 2019/20 zurück. Die Siegerin der Disziplinenwertung früherer Tage will die positiven Ansätze mitnehmen. Anschließend schaut sie im Gespräch auf die Corona-Krise und die Trainingseinheiten daheim. Zudem konnten wir das Lebensmotto der 31-jährigen Tirolerin in Erfahrung bringen. Dieses kann man ohne Weiteres auf den skilosen Alltag übertragen.

Eva-Maria, seit einiger Zeit ist die Ski Weltcup Saison 2019/20, wenn auch abrupt, zu Ende gegangen. Wie würdest du deinen Winter mit all seinen Höhen und Tiefen und mit emotionalen Worten beschreiben? Kann man unterm Strich sagen, dass es langsam mit dir aufwärts geht?

Zusammengefasst ist in diesem Winter wenig wirklich gut gelaufen. Ein mäßiger Start, dann ein paar Rennen mit guten Ansätzen, aber auch vielen Fehlern meinerseits. Trotzdem denke ich, dass ich viele Erfahrung aus dieser Saison mitnehmen und davon in Zukunft profitieren kann.

Normalerweise werden die Monate März und April für die letzten Saisonrennen, die Austragung der nationalen Meisterschaften und die Testfahrten mit dem neuen Material herangezogen. In diesem Jahr ist durch die Corona-Pandemie alles anders. Nachdem die Saison frühzeitig beendet wurde, ist fast jeder daheim und versucht sich irgendwie die Zeit totzuschlagen. Was machst du in dieser schweren Zeit und was rätst du jenen, die nicht wissen, was mit der Zeit anzufangen?

Das Problem, dass ich nicht wüsste was ich mit meiner Zeit anfange, kenne ich gar nicht, bei mir gibt’s einfach immer was zu tun. Wenn man so rausschaut und sieht wie schön weiß die Berge sind und wie gut die Bedingungen wahrscheinlich gerade zum Trainieren wären, tut das Zuhause sitzen schon ein bisschen weh im Sportlerherz.

Trotzdem ist mir auch bewusst, dass in der momentanen Situation, und so ehrlich denke ich
müssen wir uns schon sein, der Sport absolut unwichtig ist, zurzeit gilt es andere Herausforderung zu bewältigen.

Eva-Maria Brem: „Zusammengefasst ist in diesem Winter wenig wirklich gut gelaufen."
Eva-Maria Brem: „Zusammengefasst ist in diesem Winter wenig wirklich gut gelaufen.“

Wie schaut dein gegenwärtiges Training im „Homeoffice“-Stil aus und auf welche Einheiten setzt du in diesen, im wahrsten Sinn des Wortes sehr individuellen Einheiten? Glaubst du, dass man im Spätsommer wieder auf den Skiern stehen kann oder planst du von Tag zu Tag neu? Schließlich geht es der Konkurrenz ja auch nicht anders…

Momentan bin ich in einer Phase, in der das Aufbautraining für die kommende Saison noch nicht begonnen hat. Ich absolviere zwar schon täglich ein bis zwei Einheiten, aber die sind noch locker und dienen eher dem Ausgleich und dazu die vergangene Saison aus dem Körper zu bekommen.

Mit meinem Fitnessraum zuhause bin ich flexibel und kann unabhängig trainieren, auch wenn ich dann in die konkrete Saisonvorbereitung starte. Was das Skitraining im Sommer angeht, so denke ich, dass wir das alle auf uns zukommen lassen müssen und dann entscheiden ob dies schon Sinn macht und überhaupt vertretbar ist.

Bleibt die Frage nach dem Lebensmotto: Welches Lebensmotto hast du und aus welchem Grund ist es nicht verkehrt, nach diesem in einer so angespannten und dennoch entschleunigten Zeit wie heute zu leben und das Positive für den keineswegs einfachen Alltag zu sehen?

Wer helle Dinge denkt, zieht helle Dinge an. Daran versuche ich mich soweit es geht immer zu halten. Was für mich in der aktuellen Situation bedeutet, die Zeit zu nützen für all die Dinge, die sonst oft zu kurz kommen. Ausgiebige Telefongespräche mit meinen Lieben, zuhause ein bisschen Ordnung schaffen, ein gutes Buch lesen usw.

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Eva-Maria Brem: "Wer helle Dinge denkt, zieht helle Dinge an."  (© Eva-Maria Brem / Facebook)
Eva-Maria Brem: „Wer helle Dinge denkt, zieht helle Dinge an.“ (© Eva-Maria Brem / Facebook)

Verwandte Artikel:

Der offizielle Ski Weltcup Kalender 2021/22 besticht durch seine Ausgeglichenheit (Foto: © FISI/ Pentaphoto/ Alessandro Trovati)
Der offizielle Ski Weltcup Kalender 2021/22 besticht durch seine Ausgeglichenheit (Foto: © FISI/ Pentaphoto/ Alessandro Trovati)

Oberhofen am Thunersee – Der Internationale Weltskiverband (FIS) hat die Austragung von je 37 Ski Weltcup Einsätzen pro Geschlecht im kommenden Winter bestätigt. Das erste Rennen beginnt am 23. Oktober. Die Damen eröffnen die bevorstehende Saison in Sölden mit einem Riesentorlauf, am Folgetag carven die Herren am Rettenbachferner zu Tal. Insgesamt werden wir, wenn das… Der offizielle Ski Weltcup Kalender 2021/22 besticht durch seine Ausgeglichenheit weiterlesen

Volles Haus beim Saison Opening in Sölden?
Volles Haus beim Saison Opening in Sölden?

Sölden – In fünf Wochen ertönt am Rettenbachferner hoch ober Sölden der Startschuss für die Olympiasaison 2021/22. Sowohl die Frauen als auch die Herren bestreiten im Ötztal einen Riesentorlauf. Eine große Party gibt es für die Fans noch nicht, aber man möchte langsam, aber sicher in die Normalität zurückkehren. Im vergangenen Winter gab es vor… Volles Haus beim Saison Opening in Sölden? weiterlesen

Alice Robinson ist das jüngste Mitglied der Red Bull-Familie (Foto: © Alice Robinson / Instagram)
Alice Robinson ist das jüngste Mitglied der Red Bull-Familie (Foto: © Alice Robinson / Instagram)

Fuschl am See – Die neuseeländische Ski Weltcup Rennläuferin Alice Robinson berichtet auf ihrem Instagram-Account, dass ihr Kindheitstraum wahr geworden ist. Sie ist aufgeregt, aber auch dankbar, als sie die Partnerschaft mit dem österreichischen Energydrinkherstellers Red Bull erwähnt. Der rote Stier auf dem Helm soll der jungen Athletin im Olympiawinter 2021/22 Flügel verleihen. Überdies will… Alice Robinson ist das jüngste Mitglied der Red Bull-Familie weiterlesen

Die Super-G Rennen der Herren in Wengen sind einer der Höhepunkte der kommenden Europacupsaison
Die Super-G Rennen der Herren in Wengen sind einer der Höhepunkte der kommenden Europacupsaison

Oberhofen am Thunersee – Der internationale Skiverband FIS hat die Termine für die bevorstehende Skieuropacupsaison 2021/22 bekanntgegeben. Die Herren bestreiten 38 Rennen. Zehn Slaloms und zehn Riesentorläufen stehen neun Abfahrten und neun Super-G’s gegenüber. Zwischen Zinal, Spindlermühle, Obereggen und Kvitfjell reisen die Männer viel umher. Das Finale geht in Soldeu, gelegen im pyrenäischen Zwergstaat Andorra… Die offiziellen Termine für den Europacupkalender der Herren in der Saison 2021/22 weiterlesen

Die Europacup-Damen sind in der Saison 2021/22 auch in Maribor am Start
Die Europacup-Damen sind in der Saison 2021/22 auch in Maribor am Start

Bozen/Trient – Der Skieuropacupwinter 2021/22 steht vor der Türe. In der Region Trentino-Südtirol sind die Ski-Asse gleich viermal im Einsatz. In Andalo wird sowohl am 11. als auch am 12. Dezember ein Riesentorlauf der Damen ausgetragen. Ein paar Tage später, am 15. und 16. Dezember, bestreiten die Frauen im Ahrntal zwei Slaloms. Kurz vor Weihnachten… Die offiziellen Termine für den Europacupkalender der Damen in der Saison 2021/22 weiterlesen

Banner TV-Sport.de