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Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute mit Elisa Mörzinger

Elisa Mörzinger stand beim Parallel-Riesenslalom in Sestriere erstmals auf einem Ski Weltcup Podest!

Elisa Mörzinger stand beim Parallel-Riesenslalom in Sestriere erstmals auf einem Ski Weltcup Podest!

Altenfelden – Die junge österreichische Skirennläuferin Elisa Mörzinger erfreute uns alle mit dem zweiten Platz im Ski Weltcup Parallelrennen von Sestriere, das im letzten Winter ausgetragen wurde. Die 23-Jährige Athletin aus dem Mühlviertel konnte in dieser Disziplin ihre Größe ausspielen und belegte am Ende der coronabedingt allzu früh vergangenen Saison den vierten Endrang. Es liegt auf der Hand, dass sie noch viel höher hinaus will. Wir unterhielten uns mit ihr über die Arbeit in den warmen Jahreszeiten, die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die neue Saison und vieles mehr.

Elisa, wenn man die Parallel-Wertung der Saison 2019/20 ansieht, erkennt man, dass du aufgrund des zweiten Platzes in Sestriere den sehr guten vierten Endrang belegt hast. Wie war dein Sommer, und wie groß ist die Vorfreude auf den Parallel-Bewerb in Lech/Zürs?

Aufgrund von COVID-19 habe ich den Großteil des Konditionstrainings zuhause alleine absolviert. Gemeinsam mit meinem Athletiktrainer haben wir Alternativen geschaffen und ein gutes Trainingsprogramm zusammengestellt, damit ich für die Rennsaison wieder topfit bin.

Dank des ÖSV und der Söldner Bergbahnen konnten wir unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen bereits im Mai und Juni einige wertvolle Tage auf Schnee trainieren, um Material zu testen und den Fokus auf die Skitechnik zu legen. Ab Mitte August startete dann die Vorbereitung auf die neue Saison und wir absolvierten einige Schneekurse in Saas-Fee, am Stilfser Joch und in der Skihalle Wittenburg. Seit September sind wir wieder auf Österreichs Gletschern und in den heimischen Skigebieten unterwegs.

Auch wenn ich zurzeit noch an meiner Form arbeite, ist die Vorfreude auf den Parallel-Bewerb Ende November in Lech-Zürs doch groß. Der Adrenalinkick ist bei diesem Format nochmals größer, da hinsichtlich Reaktionsschnelligkeit, Risikobereitschaft und Konstanz alles von mir abverlangt wird, und auch ein bisschen Glück gehört dazu.

Elisa Mörzinger: „Die Vorfreude auf den Parallel-Bewerb in Lech-Zürs ist groß.“ (Foto: © ÖSV)

Elisa Mörzinger: „Die Vorfreude auf den Parallel-Bewerb in Lech-Zürs ist groß.“ (Foto: © ÖSV)

Mikaela Shiffrin, auch wenn sie im vergangenen Winter ohne Kristallkugel auskommen musste, ist im Ski Weltcup der Damen das Maß aller Dinge. Was macht sie in deinen Augen so schnell und phasenweise mehr als nur dominierend? Und gibt es etwas, was die US-Amerikanerin von dir lernen kann?

An Mikaela Shiffrin begeistert mich vor allem ihre Arbeitsweise. Auf mich wirkt sie sehr fokussiert und arbeitet stetig an ihrer Skitechnik und Fitness. Sie besticht mit Gelassenheit, und ihr Skifahren sieht sehr spielerisch und leicht aus.

Ich denke, dass Mika sehr genau weiß, was zu tun ist, und sie hat sich ein Umfeld geschaffen, das für sie perfekt ist.

Die Corona-Pandemie hält die Welt und den Skirennsport in Atem. Aufgrund verschiedenster Gesetzeslage gibt es in vielen Ländern einen zweiten Lockdown. Wie beurteilst du das aus deiner Sicht als Skirennläuferin? Gibt es den einen oder anderen Grund einer nachvollziehbaren Existenzangst?

Natürlich ist es schwierig, nochmal so einen Lockdown zu bewältigen. Das betrifft vor allem diejenigen, die vom Tourismus leben. Daher finde ich es für die Zukunft umso wichtiger, regional bzw. in Österreich einzukaufen oder beispielsweise Heimaturlaub zu machen, damit wir uns gegenseitig unterstützen und damit so helfen

Was unseren Sport anbelangt, haben wir das große Glück, dass wir trotzdem weiterhin die Möglichkeit bekommen, um trainieren und Rennen bestreiten zu können. Natürlich fehlen uns die Zuschauer und somit die Stimmung im Zielraum, aber zurzeit gibt es Regeln, an die wir uns alle halten und mit denen wir noch länger leben müssen. Die Hauptsache ist aber, dass wir die Chance bekommen, unseren Beruf ausüben zu dürfen.

Was muss alles passieren, dass du nach einem hoffentlich ordentlichen Winter 2020/21 mit halbwegs normalen Rennbedingungen ein zufriedenes Lächeln zeigst und zufrieden auf die alles andere als einfache Saison zurückblickst? Mit anderen Worten: Was sind deine realistischen Nahziele?

Zunächst ist mir vor allem wichtig, dass ich wieder zu meinem Können finde und vollstes Vertrauen in mich und mein Material habe. Dafür heißt es trainieren, trainieren, trainieren…

Der Fokus liegt nach wie vor auf dem Riesentorlauf, und mein Ziel für diese Saison ist das Sammeln von Weltcuppunkten, um mich mit der Startnummer innerhalb der Top-30 zu platzieren.

Elisa Mörzinger möchte im Riesenslalom,  bis zum Ende der Saison 2020/21, eine Startnummer innerhalb der Top-30 (Foto: © ÖSV)

Elisa Mörzinger möchte im Riesenslalom, bis zum Ende der Saison 2020/21, eine Startnummer innerhalb der Top-30 (Foto: © ÖSV)

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

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