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Steffi Köhle im Skiweltcup.TV Interview: Eva Maria Brem und ich sind fast wie ein altes Ehepaar

© Gerwig Löffelholz  /  Steffi Köhle

© Gerwig Löffelholz / Steffi Köhle

Fließ – Stefanie „Steffi“ Köhle ist eine sympathische Athletin. Sie wird am 6. Juni 27 Jahre alt und ist am besten im Riesentorlauf unterwegs. Das beweist der dritte Rang beim Auftaktrennen im Oktober 2012 in Sölden. Im Interview spricht die Siegerin der RTL-Europacupwertung 2007/08 über ihre Busenfreundin Eva Maria Brem, ihr Sommertraining und wie sie das Olympia-Ticket für Sotschi 2014 lösen möchte.

Skiweltcup.TV: Steffi, die Saison 2012/13 begann mit dem dritten Platz beim Auftaktrennen am Rettenbachferner in Sölden sehr überraschend. Wie würdest du deinen weiteren Saisonverlauf in eigenen Worten nachskizzieren?

Steffi Köhle: Das Podium in Sölden war insofern eine Überraschung für mich, weil es gleich beim ersten Rennen geklappt hat. Schon in der Saison davor war das Podium in greifbarer Nähe, doch speziell nach der sehr guten Vorbereitung auf die letztjährige Saison war ich mir sicher, dass ich es draufhabe. In der Folge lief es meist nur in einem Durchgang gut, und das war für ein weiteres Podium zu wenig. Mit dem Podestplatz beim Riesenslalom in Sölden und meiner ersten Top-10-Platzierung im Super-G von St. Moritz wurden Teilziele für die Saison erreicht, jedoch fehlte leider die Konstanz.

Skiweltcup.TV: Gibt es innerhalb des ÖSV-Teams auch eine Busenfreundin, mit der du abseits der Skipiste einen großen Teil der Freizeit verbringst oder etwas unternimmst?

Steffi Köhle: Eva Maria Brem ist meine Zimmerkollegin, wenn auch nur bei den Rennen. Wir sind in unterschiedlichen Trainingsgruppen, aber wenn wir gemeinsam trainieren, sind wir auch auf dem gleichen Zimmer. Wir kennen uns mittlerweile schon so gut wie ein altes Ehepaar. (lacht)

Skiweltcup.TV: Nehmen wir an, du würdest einem Ski-Laien deinen Fahrstil und deine Person in jeweils drei Eigenschaften charakterisieren. Welche Worte würdest du dafür finden?

Steffi Köhle: Fahrstil: risikobereit, aggressiv, direkteste Linie – Person: kämpferisch, ehrgeizig, sensibel

Skiweltcup.TV: Deine Disziplinen sind der Riesentorlauf, der Super-G und die Super-Kombination? Ist die Abfahrt bloß etwas für mutige bzw. der Slalom etwas für technisch versiertere Mädchen?

© Gerwig Löffelholz / Steffi Köhle

© Gerwig Löffelholz / Steffi Köhle

Steffi Köhle: Aufgrund meiner chronischen Rückenprobleme macht mir der Slalom leider Probleme. Aus diesem Grund wurde die Disziplin gestrichen. Was die Super-Kombination betrifft, da reizen mich diese zwei Rennen eigentlich weniger, denn aufgrund dieser beiden Rennen wieder mit dem Torlauftraining zu beginnen, spricht nicht für sich. Bei der Abfahrt bin ich mit meinem Gewicht und den fehlenden Abfahrtskilometer sicher nicht begünstigt, wobei mir das Abfahrtstraining extrem hilft,  mit der Geschwindigkeit umzugehen, was wiederum für den Super-G notwendig ist. Momentan konzentriere ich mich auf die Disziplinen Riesenslalom und Super-G, bei denen ich auch vorne mitfahren möchte.

Skiweltcup.TV: Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn durchtrennte sich beim Öffnen einer Sektflasche einmal die Beugesehne des Daumens. Kurios, aber schmerzhaft. Gibt es auch ein Hoppala aus deiner Ski-Laufbahn? Wenn ja, welches?

Steffi Köhle: Als Hoppala kann man wohl meinen ersten Weltcup-Einsatz 2007 in Sölden bezeichnen bzw. das, was vor dem Rennen passierte. Ich habe die Besichtigungszeit mit der Zeit zum Einfahren verwechselt. Ich absolvierte also einen Einfahrlauf nach dem anderen und das komplett allein. Als es mir dann doch zu kurios wurde, fuhr ich zur Talstation der Gondel hinunter und sah sämtliche Athletinnen und Trainer den ersten. Durchgang besichtigen. Die Besichtigungszeit lief schon dem Ende zu und somit musste ich den einen Lauf bewältigen, ohne den Lauf vorher besichtigt zu haben. Trotz diesem Malheur konnte ich mich für den Finallauf qualifizieren und somit meine ersten Weltcup-Punkte einfahren. Von dort an wurde mir das Programm aber immer zweimal gesagt. (lacht)

Skiweltcup.TV: Blicken wir in die Gegenwart und die nahe Zukunft: Nach einem gemütlichen Urlaub in Bali bist du wieder wohlbehalten daheim in Tirol angekommen. Wann stehen die ersten Sommertrainingslager auf dem Programm, und wie sehen Sie aus?

Steffi Köhle: Kaum bin ich um sechs Uhr von Bali aus gelandet, begab ich mich sofort in die Klinik auf den OP-Tisch. Um zehn Uhr ließ ich mir die Schraube von meiner Kreuzband-Operation entfernen. Daher werde ich am Samstag nicht zu unserem ersten Konditionskurs nach Mallorca fliegen. Gegenwärtig beschäftige ich mich mit Topfenumschlägen, um meinem Knie etwas Gutes zu tun. Beim nächsten Konditionstraining möchte ich mit von der Partie sein. Bis dorthin bereite ich mich mit meinem Konditionstrainer Gerhard Außerlechner vor.

Skiweltcup.TV: Wie weit reichend sind bei deiner Sportart sowohl das analytische Denken als auch das Bauchgefühl? Und welche Rolle gehört dem Umfeld und der Infrastruktur, die dich umgeben?

© Gerwig Löffelholz / Steffi Köhle

© Gerwig Löffelholz / Steffi Köhle

Steffi Köhle: Ich bin ein Bauch-Typ. Das bedeutet, dass ich sehr auf mein Gefühl vertraue. Nach den vielen Verletzungen habe ich gelernt, auf meinen Körper und auf seine „Zeichen“ zu hören und dementsprechend zu reagieren. Mein Umfeld ist mir sehr wichtig, meine Familie steht zu 100 Prozent hinter mir und hilft mir auch in schwierigen Lagen. Das ist auch ein Grund, warum ich mich von meinem Heimatort Fließ nicht so einfach trennen kann. Rein logistisch gesehen wäre wohl ein in Österreich zentral gelegener Ort feiner zum Wohnen, aber im Laufe der Zeit habe ich mir hier optimale Trainingsbedingungen zu Recht gelegt, und meine Liebsten habe ich auch immer in der Nähe.

Skiweltcup.TV: Als alpine Skirennläuferin musst du bei deinen Rennen immer ein hohes Risiko eingehen, das Letzte aus dir herausholen. Wie gehst du eine „private“ Steffi Köhle auf die Piste, und gibt es große Unterschiede in Bezug auf das Sicherheitsbedenken?

Steffi Köhle: Wenn ich mit meinen Freunden oder meiner Familie Skifahren gehe, dann bin ich meistens diejenige, auf die man warten muss. Ich bin es als Skifahrerin gewohnt, dass ich allein die Piste herunterfahre, dass alles abgesperrt und abgesichert ist und ich dadurch freie Fahrt habe. Das ist bei einem gemütlichen Skitag nicht so. (lacht) Ich schaue immer, ob mich ja kein anderer Skifahrer über den Haufen fährt und bin da eigentlich viel lieber abseits der präparierten Piste beim Freeriden, denn da fühle ich mich wohler. Helm und Rückenprotektor gehören da natürlich genauso zur Ausstattung wie beim Training.

Skiweltcup.TV: Blicken wir nun abschließend auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Mit welcher Erwartungshaltung gehst du in die neue Saison, und wie froh wärest du, wenn du im Kreise der ÖSV-Auswahl für diesen Saison-Höhepunkt nominiert werden würdest?

Steffi Köhle: Wenn ich eines aus der letzten Saison gelernt habe, ist es das, dass ich mir nichts mehr erwarte, sei es sowohl bei Ergebnissen als auch bei bestimmten Leuten. Ich will mir meinen Startplatz anhand der erzielten Resultate erarbeiten. Das soll ja eigentlich auch Sinn der Sache sein.

Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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