6 Oktober 2010

Stephan Görgl: „Ein neuer Trainer bringt immer neuen Input.“

Neu Herrenchef Matthias Berthold ist die Bürde seines Amtes bewusst: „Als Cheftrainer steht man in so einer Situation natürlich besonders im Vordergrund. Aber ich hab’ Druck sogar gern“, erklärte der 45-jährige Vorarlberger. Einmal mehr stellte er sich vor sein Team. Als deutscher Damen-Chef hatte er von „verwöhnten Österreichern“ gelesen. „Aber davon kann keine Rede sein.“ 

Auch wenn man im ÖSV Herrenlager in der letzten Saison bittere Momente erleben musste, wie die medaillenlosen Olympischen Spiele, gab es auch einige Lichtblicke: . „Ich habe vergangenen Winter meine bisher beste Saison gehabt“, sagt etwa Slalom-Weltcupsieger Reinfried Herbst, „ich lasse mich davon nicht anstecken.“ Stephan Görgl, der bei Olympia verletzungsbedingt nicht dabei war, sagt: „Ein neuer Trainer bringt immer einen neuen Input. Den habe ich für mich ganz gut genützt.“ 

Mit dieser Motivation will Stephan Görgl in der neuen Saison Erfolge feiern: „Ich bin wahrscheinlich sensibler als viele meiner Kollegen. Die Sensibilität ist gut fürs Skirennfahren, aber ich habe erkannt, dass ich auch zu offen für Umwelteinflüsse bin – und das ist im Spitzensport mitunter kontraproduktiv. Im Sommer habe ich sehr intensiv an mir gearbeitet – nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Ich bin ein Weltklasseathlet. Ich habe die Rückkehr nach einer schweren Verletzung 2006 geschafft, wo man froh sein muss, wenn man wieder grade gehen kann. Ich weiß, dass ich mit den Besten der Besten mithalten kann.“ 

Bei den ÖSV Herren laufen nun die Vorbereitungen auf die WM Saison 2010/11 auf Hochtouren, wenn auch das Wetter nicht immer mitspielt. Die Winterlandschaft auf dem Mölltaler Gletscher war dem Fön und Regen zum Opfer gefallen. Ab heute steht die Feinabstimmung und das Training für den in zwei Wochen stattfinden Weltcupauftakt am Gletscher in Sölden auf dem Programm.