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Stephanie Brunner kämpft wie eine Löwin

© Ch. Einecke (CEPIX) / Stephanie Brunner

© Ch. Einecke (CEPIX) / Stephanie Brunner

Tux – Die Österreicherin Stephanie Brunner ist nicht zu beneiden. Zweimal riss sie sich innerhalb eines Jahres das Kreuzband. Nun wagt die Skirennläuferin ihren dritten Anlauf. Wenn man die Zillertalerin auf diese Zeit anspricht, berichtet sie, dass es anfangs schon schwierige Bedingungen waren. Doch die Riesentorlaufspezialistin kämpft sich zurück.

In der Reha gab es keine Rückschläge. Brunner kann laufen, sprinten und wieder alles machen. Im Innsbrucker Olympiazentrum spult sie Intervall- und Zirkeltrainings ab. Sie arbeitete unter anderem auch mit ihrem Teamkollegen Stefan Brennsteiner. Denn nach einer gewissen Zeit war auch das Einzeltraining langweilig. Mitte Juli will die Skirennläuferin in den heimischen Zillertaler Alpen wieder auf den Skiern stehen.

Die 25-Jährige blickt trotz der Verletzung auf einen sehr guten Winter 2018/19 zurück. Brunner landete in den ersten vier Saisonrennen viermal unter den besten Sechs. In Killington kletterte sie als Dritte auf die niedrigste Stufe des Podests. Die Tirolerin gibt nicht auf und weiß, dass es ihr vor sieben Jahren noch schlechter ging. Trotz eines Nagels im Bein (Ergebnis der Operation nach einem Schien- und Wadenbeinbruchs) wurde sie Junioren-Weltmeisterin im Slalom. Also ging es ihr gut.

Die Erfahrungen, Schicksalsschläge wegzustecken, können ihr helfen. Dass der Kopfsponsor den Vertrag mit der Skirennläuferin um zwei weitere Jahre verlängert hat, gibt ihr zusätzlich Kraft. Und wenn in Sölden die Saison 2019/20 eröffnet wird, will sie wieder dort sein, wo sie war. Der eiserne Willen und der Glaube an sich selbst werden der Zillertalerin, die von allen „Stephi“ gerufen wird, den notwendigen Auftrieb geben. Die Fahrt vor unzähligen, frenetisch feiernden und fanatischen Fans sorgt sowieso für Nervenkitzel, Anspannung und jede Menge Emotionen.

Auch deshalb erzählt die junge Athletin, dass sie Rennen gewinnen will. Dazu nimmt sie sogar Verletzungen in Kauf. Ferner kritisierte sie, dass die Aufbautrainingszeit zu kurz sei. Man ist schon im Juni und es bleibt nicht viel Zeit für die Vorbereitung auf den nächsten Winter. Die Reisen, das Material und die Trainingseinheiten können durchaus dafür sorgen, dass es viele Verletzte gibt. Diskussionen über das Material, das bei einer Regeländerung nach kurzer Zeit erneut aggressiv wird, lässt sie nicht zu.

Aber jetzt steht mal die Jetztzeit auf dem Programm. Sie arbeitet an einem Plan auf dem Weg zurück. Mit dem neuen Trainer Christian Mitter, der von den norwegischen Herren kam, gab es schon ein gutes und konstruktiv-vertrauensvolles Gespräch. Brunner weiß nicht, ob sie mit den Teamkolleginnen nach Südargentinien fliegt. Und alle sind sich einig: Die Tiroler Kämpfernatur, die sich in absehbarer Zeit eine zweite Tätowierung stechen lässt, ist allemal mit ihrer bodenständig-sympathischen Art ein Gewinn für den Damenweltcup.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.tt.com

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