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Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann macht sich Gedanken über die Zukunft des Skirennsports

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann macht sich Gedanken über die Zukunft des Skirennsports

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann macht sich Gedanken über die Zukunft des Skirennsports

Muri bei Bern – Schenkt man dem früheren Ski Weltcup Rennläufer und gegenwärtigen Swiss-Ski-Präsidenten Urs Lehmann Glauben, so hat er sich so einige Thesen rund um die Zukunft des alpinen Skirennsports gemacht. Für ihn haben Parallel-Rennen ausgedient. Während das erste Rennen in Lech-Zürs gut bis sehr gut war, ließ die Veranstaltung beim saisonalen Höhepunkt in Cortina d’Ampezzo zu wünschen übrig. Will man diese Disziplin, die viele Kritiker hat, retten, muss man rasch reagieren.

Lehmann zieht die Möglichkeit, den Ski Weltcup aus nur vier Disziplinen zu bestreiten, in Erwägung. Wenn aber die Kombination und die Parallel-Rennen aus dem Raster fallen, muss man bedenken, dass sowohl die nationalen Verbände und die FIS weniger Gelder bekommen. Im Umkehrschluss würde sich das auch auf die teilnehmenden Athletinnen und Athleten negativ auswirken.

Ein ausgeglichener und fairer Weltcupkalender könnte die Chancen einer Speedspezialistin oder eines -spezialisten erhöhen, die große Kristallkugel zu gewinnen. Werden aber mehr technische Rennen ausgetragen, wird das Ganze schwer bis unmöglich. Ein Gleichgewicht soll daher in Betracht gezogen werden. Der Schweizer Skiverband hat bereits vor einiger Zeit dafür plädiert, doch mehr als ein wohlwollendes Nicken ist zu wenig, um für mehr Fairness zu sorgen.

Es gibt die Idee, dass immer die gleichen und guten Hände gefragt sind, wenn es um die Präparierung der Skipisten geht. Experten können ja die lokalen Veranstalter vor Ort unterstützen. Und wenn die Strecke perfekt ist, kann die Sicherheit gewährleistet und maßgeblich verbessert werden. Auch hier könnten die Sportlerinnen und Sportler nur profitieren.

Innovationen sind auch im Skirennsport vonnöten. Wenn man die jungen Fans vor den Bildschirm lotsen möchte, muss man die Gedanken weiter fortführen. Ein Beispiel ist die FIA Formel E, die realen Sport mit jenem in der digitalen Welt zeitnah unter einen Hut bringt. Die Mischung zwischen Tradition und Moderne könnte durchaus ein denkbarer Ansatz sein, der unbedingt auch umgesetzt werden soll.

Des Weiteren findet Lehmann, seines Zeichens 1993 im japanischen Morioka Abfahrtsweltmeister, dass Abendrennen mehr Zuschauer vor das TV-Gerät lockt und mehr Gelder in die Kassen spült. Ein Champions-League-Spiel wird ja bekanntlich auch am Abend und nicht zur Mittagsstunde angepfiffen. Findet ein Abendrennen unter der Woche statt, gibt es auch weniger Druck für die schon vollen Wochenenden.

Das Starterfeld ist in den Augen des Eidgenossen nicht groß. Es ist nur wichtig, dass alles kompakt und spannend rüberkommt. Hier sind die Medienunternehmen gefragt, diesen Anforderungen Folge zu leisten. Der Weltcupkalender soll auch so konzipiert werden, dass man weniger reisen muss. Denn es kann aufgrund der viel zitierten Nachhaltigkeit nicht sein, dass man von Åre nach Bansko und dann nach Kvitfjell fährt.

Lehmann hat eine Idee. Er will die Skicrosser in den Alpinzirkus integrieren. Dessen ungeachtet wäre es nicht richtig, die Disziplin, die mehr mit den Alpinen als mit den Freestylern zu tun hat, in den WM-Pool unterzubringen.

Hinsichtlich der sehr langen Verletztenliste muss man viel in die Prävention investieren und in diesbezügliche Projekte lancieren, da auch im Jugendbereichen Knieverletzungen leider viel zu oft an der Tagesordnung stehen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: blick.ch

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