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Tamara „Tami“ Tippler im Skiweltcup.TV-Interview: „Das Skirennfahren ist nicht nur mein Beruf, sondern eine Berufung!“

Tamara „Tami“ Tippler im Skiweltcup.TV-Interview: „Das Skirennfahren ist nicht nur mein Beruf, sondern eine Berufung!“ (Foto: Tamara Tippler /privat)

Tamara „Tami“ Tippler im Skiweltcup.TV-Interview: „Das Skirennfahren ist nicht nur mein Beruf, sondern eine Berufung!“ (Foto: Tamara Tippler /privat)

Mautern – Die junge ÖSV-Skirennläuferin Tamara „Tami“ Tippler ist eine sehr couragierte und ehrgeizige Athletin. Wir baten sie zu einem Sommerinterview. Die Steirerin erzählte uns über ihr Sommertraining als Basis für eine erfolgreiche Saison, ihre Hobbys, die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin und vieles mehr.

Skiweltcup.TV: Tamara, man sagt, dass der Grundstein für einen erfolgreichen Winter mit mehr als zufriedenstellenden Ergebnissen und Errungenschaften im Sommer gelegt wird. Warum steckt in diesem skisportbezogenen Satz mehr als ein Körnchen Wahrheit, und was können wir über deinen Ist-Zustand in der warmen Jahreszeit in Erfahrung bringen?

Tamara Tippler: Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Für uns Speedfahrer beginnt die Rennsaison Ende November mit den ersten Abfahrten und Super G’s in Amerika oder Kanada. Danach geht es aber beinahe jede Woche Schlag auf Schlag – mit zumindest zwei Rennen – und das bis Mitte März.

Das heißt, dass uns während der Rennsaison relativ wenig Zeit bleibt Kondition zu trainieren, da wir die meiste Zeit auf Schnee unterwegs sind. Wir müssen alles daran setzen, bereits in einem konditionellen Topzustand zu den ersten Rennen zu kommen, damit wir die anstrengende Saison möglichst fit überstehen können. Ferner heißt es, dass für uns von April bis September schweißtreibende konditionelle Einheiten auf der Tagesordnung stehen. Ganz egal ob in der Kraftkammer, auf dem Ergometer, dem Fahrrad oder auch beim Laufen.

Ich muss sagen, dass ich mich momentan wirklich nicht schlecht fühle. Wir haben bereits einige Schneetage hinter uns. Mit dem Material bin ich sehr zufrieden, und gemeinsam mit meinem Servicemann Rainer haben wir bereits einige Abstimmungsvarianten ausprobiert– Skifahrerisch läuft es auch bereits sehr gut. Konditionell bin ich echt in einem tollen Zustand. Sorgen bereitet mir momentan das Kreuz, aber das werden wir hoffentlich auch wieder in den Griff bekommen.

Der Südtiroler Skirennläufer Christof Innerhofer modelt in seiner Freizeit gerne. Zudem sammelt er gerne Pilze und befasst sich mit dem Einmaleins der Börse. Das sind neben seiner Tätigkeit als aktiver Leistungssportler drei Hobbys, die konträrer nicht sein können. Hast du auch mehrere Freizeitbeschäftigungen, die untereinander selten eine oder gar keine Schnittmenge verfügen?

Nein, eigentlich nicht. Es schaut fast so aus, als ob er da etwas konservativer wäre. Ich spiele gerne Tennis und Fußball. Das ist vielleicht das Einzige, was nicht frauentypisch ist bzw. war. Denn nach den sensationellen Erfolgen der österreichischen Damen-Fußballnationalmannschaft und dem dritten Platz bei der Europameisterschaft ist ja auch dieser Sport bei uns salonfähig geworden. Ich hoffe, dass er wirklich den Stellenwert bekommt, den er sich auch verdient.

Ansonsten entspanne ich auch gut und gerne bei Almwanderungen. Hier bei uns zu Hause in der Steiermark haben wir so viele wunderschöne Berge, die nicht nur im Winter zum Ski fahren oder Tourengehen einladen, sondern auch im Sommer zum Wandern und Klettern traumhaft sind. Als Beispiel kann die Region Schladming-Dachstein angesehen werden, und für alle, die nicht so ganz fit sind, gibt es ja auch Gondeln, die im Sommer auf die Planai fahren.

Was ich natürlich noch gerne mache, ist – sonst wäre ich wohl auch keine Frau, shoppen.

© Kraft Foods / Tamara „Tami“ Tippler

© Kraft Foods / Tamara „Tami“ Tippler

Auch wenn ihr euch von den Disziplinen kaum begegnet, möchte ich von dir in Erfahrung bringen, aus welchem Grund die blutjunge US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin in deinen Augen eine würdige Gesamtweltcupsiegerin ist. Und dazu: Was kann Shiffrin von der ebenfalls ehrgeizigen und zielstrebigen Tamara Tippler lernen?

Was kann ich von ihr lernen? Mikaela ist eine würdige Weltcupsiegerin, nicht nur weil sie heuer die Beste gewesen ist, sondern weil sie einfach eine komplette Skifahrerin ist. Was sie mit ihren erst 22 Jahren bereits erreicht hat, ist einfach sensationell und fast unvorstellbar. Aber hinter ihren Erfolgen steht nicht nur ein perfektes Team, sondern auch eine perfekte Athletin. Sie weiß ganz genau, was sie will. Was das ist, würden auch viele andere Athleten wissen. Sie weiß aber auch ganz genau, wie sie ihre Ziele gemeinsam mit ihrem Team, das perfekt auf sie abgestimmt ist, erreichen kann.

Ich glaube, von Mikaela kann jeder von uns sehr viel lernen, so beispielsweise ihre einzigartige Skitechnik. Von mir kann sie vielleicht von den langgezogenen Kurven etwas abschauen, sofern sie noch mehr auf die Speedrennen setzen will.

Man muss aber auch dazu sagen, dass ihre Voraussetzungen doch etwas anders als etwa unsere sind. Sie arbeitet seit vielen Jahren mit dem fast identen Team – jeder in ihrem Team liest ihr wahrscheinlich jeden Wunsch von den Augen ab, alle konzentrieren sich voll auf sie – zusammen.

Auch wenn der ÖSV für uns versucht, ideale Trainingsbedingungen auf die Füße zu stellen und viele Trainer, Physiotherapeuten für und mit uns arbeiten, sind wir doch ein relativ großes Team mit vielen sehr unterschiedlichen Charakteren, und außerdem ist es so etwas einfacher, in den technischen Disziplinen wie Slalom und Riesentorlauf Einzeltrainings zu organisieren und zu trainieren.

Der Skirennsport ist ohne Zweifel eine Schule fürs Leben. Du wirst noch lange im Weltcup fahren und eines Tages eine Athletin werden, die konstant unter die ersten Fünf fährt. Damit will ich sagen, dass du noch lange nicht dein hundertprozentiges Leistungspotential erreicht hast. Denkst du trotz aller rosigen Zukunftsperspektiven hie und da darüber nach, weshalb du dich für den Leistungssport entschieden hast und weshalb du auf andere Dinge des Lebens verzichten musst?

Darüber denke ich nicht nach, denn dann hätte ich den falschen Beruf gewählt. Ich wollte schon immer Skifahrerin werden, auch wenn ich zugeben muss, dass der Weg in den Weltcup beileibe kein einfacher gewesen ist. Aber für mich ist das Skifahren nicht nur mein Beruf, sondern eine Berufung, da Skifahren auch eines meiner Lieblingshobbys ist.

Ganz egal, welchen Beruf man hat: Um erfolgreich zu sein, muss man hart arbeiten. Man muss an seine Grenzen gehen und manchmal auch auf etwas verzichten. Umso schöner ist es dann aber, wenn man Erfolge feiern kann. Diese Erfolge helfen einem dann auch, schwierige Zeiten zu überstehen, in denen es nicht nach Wunsch läuft. Man übersteht auch psychisch physische anstrengende Wochen nach einer Verletzung. Ich mache meinen Beruf gerne; ich liebe ihn, und deshalb kann ich auch gerne auf so manches verzichten.

Warum sind Skifahrer glücklichere Menschen?

Ob Skifahrer glücklichere Menschen sind, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich ein glücklicher und fröhlicher Mensch bin.

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

Tamara Tippler: Ich kann nur sagen, dass ich bin ein glücklicher und fröhlicher Mensch bin. (Foto: Tamara Tippler / privat)

Tamara Tippler: Ich kann nur sagen, dass ich ein glücklicher und fröhlicher Mensch bin. (Foto: Tamara Tippler / privat)

 

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