27 November 2019

Thomas Dreßen will Schritt für Schritt wieder aus dem Vollen schöpfen

© hahnenkamm.com / Thomas Dreßen gewann in der Saison 2017/18 die Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel
© hahnenkamm.com / Thomas Dreßen gewann in der Saison 2017/18 die Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel

Beaver Creek – Der deutsche Skirennläufer Thomas Dreßen hat das Tempo in der DNA. Am heutigen Mittwoch verkündete Rossignol, dass der DSV Rennläufer seinen Ausrüstervertrag bis ins Jahr 2022 verlängert hat. Dementsprechend motiviert bereitet sich der Speedspezialist auf sein Comeback im Ski Weltcup vor. Nach einem Sturz in Beaver Creek Ende November 2018 war er lange verletzt. Nun will er angreifen und zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist.

Bei dem schweren Sturz, bei dem er bei hoher Geschwindigkeit ins Sicherheitsnetz krachte, riss er sich das Kreuzban, den Innenmeniskus, den Außenmeniskus, das Innenband und zum Drüberstreuen die linke Schulter. Aber Dreßen ist kein Kind von Traurigkeit. Er mag den Schnee im Norden Amerikas, auch wenn er es selbstredend etwas langsam angehen muss und seine Rückkehr von einigen Fragezeichen begleitet ist.

Rein körperlich gesehen ist der 26-Jährige, der u. a. in Kitzbühel gewonnen hatte, wieder ganz der Alte. Doch der Meniskus meldet sich ab und zu, sodass der ehrgeizige Skirennläufer von Baustellen im Knie spricht. Druck will sich der Mittenwalder keinen auferlegen, auch wenn er weiß dass man nach seinem Comeback wieder Erfolge erwartet.

DSV-Alpinchef Wolfgang Maier glaubt, dass der Triumph auf der Streif eine richtige Belastung für seinen Schützling darstellen kann. Die Erwartungshaltung und die Messlatte sind dementsprechend hoch; die Betreuer haben Angst, dass Dreßen daran zerbricht. Und das wollen Christian Schwaiger, Andi Evers und Co. aufs Tunlichste vermeiden.

Alle sehen das Ganze als eine Comebacksaison. So will man die Erwartungshaltung der Fans an Dreßen etwas dämpfen. Man möchte ihn behutsam wieder an die Errungenschaften früherer Tage bringen. Und alle wissen, dass nach dem Karriereende von Felix Neureuther die Aktie des Speedspezialisten noch mehr gestiegen ist. Die letzten Trainingseinheiten stimmen positiv, doch muss der Skirennläufer etwas an seiner Konstanz arbeiten. Ein Platz unter den besten 15 in der Disziplinenwertung wäre schon ein guter Schritt auf dem Weg zurück. Mehr noch: Man sieht das Ganze als Grundlage, sodass er, wenn die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking auf dem Programm stehen, um Edelmetall mitkämpfen kann.

Dreßen hat das Zeug für eine Medaille, keine Frage. Doch zuerst muss er im Weltcup wieder erfolgreich sein. Auch wenn das Knie manchmal schmerzt, muss der DSV-Starter die Zähne zusammenbeißen. Der Ritt auf einer völlig vereisten Abfahrtsstrecke gepaart mit dem atemberaubend hohen Tempo und dem Adrenalinkick können als Lebensexilier des Deutschen angesehen werden. Das Starthaus wartet bereits.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: rp-online.de

Verwandte Artikel:

Herbert Mandl und der ÖSV betreiben großen Aufwand und senden viel Material nach Südamerika
Herbert Mandl und der ÖSV betreiben großen Aufwand und senden viel Material nach Südamerika

Innsbruck – Am gestrigenDienstag wurden die Container für das chilenische ÖSV-Trainingslager verladen. Die Herren nehmen zehn Tonnen Material mit; für gut 60 Athleten werden 1000 Paar Skier nach Südamerika geflogen. Neben Torstangen, Zeitmessungsanlagen wird auch das Material für die optimale Präparierung der Latten auf die weite Reise geschickt. Alpinchef Herbert Mandl spricht davon, dass die… Herbert Mandl und der ÖSV betreiben großen Aufwand und senden viel Material nach Südamerika weiterlesen

In Kürze beginnt die Ushuaia-Mission für Marta Bassino
In Kürze beginnt die Ushuaia-Mission für Marta Bassino

Cuneo/Ushuaia – Nach den mitunter katastrophalen Bedingungen auf den europäischen Gletschern sehen sich die Ski Weltcup Gruppen der italienischen Ski-Nationalmannschaften gezwungen, nach Südamerika zu reisen. In Ushuaia erleben sie winterliche Verhältnisse; ein mehr als zufriedenstellendes Training, auch wenn sie beinahe unzählige Flugkilometer abspulen müssen, ist hier möglich. Marta Bassino und Federica Brignone werden die ersten… In Kürze beginnt die Ushuaia-Mission für Marta Bassino weiterlesen

ÖSV Talent Lukas Feuerstein geht mit viel Optimismus in die kommende Ski Weltcup Saison
ÖSV Talent Lukas Feuerstein geht mit viel Optimismus in die kommende Ski Weltcup Saison

Saas-Fee – Wenn man in der vergangenen Saison im Team Austria von einem Aufsteiger sprechen kann, trifft diese Aussage wohl auf den 21-jährigen Vorarlberger Lukas Feurstein zu. Der Skirennläufer, der mit Head-Skiern unterwegs ist, spulte in erfolgreicher Manier die ersten Schneetage auf dem Gletscher von Saas-Fee ab. Gemeinsam mit seinem Cousin Patrick teilt er das… ÖSV Talent Lukas Feurstein geht mit viel Optimismus in die kommende Ski Weltcup Saison weiterlesen

Clément Noël arbeitet in Saas-Fee an seiner Form
Clément Noël arbeitet in Saas-Fee an seiner Form

Saas-Fee – Die französischen Techniker um Slalom-Olympiasieger Clément Noël schlagen ihre Trainingszelte im schweizerischen Saas-Fee auf. Ursprünglich wollte das Kollektiv nach Zermatt reisen, doch dieser Gletscher mit dem Blick auf das stolz-erhabene Matterhorn wurde vorzeitig geschlossen. So müssen die Angehörigen der Equipe Tricolore in Saas-Fee ihre Spuren in den Schnee zaubern. Die US-Lady Mikaela Shiffrin… Clément Noël arbeitet in Saas-Fee an seiner Form weiterlesen

Dave Ryding, Charlie Raposo und Co. leiden unter der Finanzschwäche von UK Sport
Dave Ryding, Charlie Raposo und Co. leiden unter der Finanzschwäche von UK Sport

London – Wir erinnern uns alle noch an den Sieg des Ski Weltcup Rennläufers Dave Ryding, der mit seinem sensationellen Erfolg auf dem Kitzbüheler  Ganslernhang britische Skigeschichte geschrieben hat. Nun muss der Slalomspezialist eine bittere Pille schlucken. Im bevorstehenden Winter muss der britische Verband finanzielle Einschränkungen vornehmen; die Sportorganisation UK Sport kündigte an, die finanziellen… Dave Ryding, Charlie Raposo und Co. leiden unter der Finanzschwäche von UK Sport weiterlesen