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Verena Gasslitter hat von der Verletzungshexe mehr als nur genug

Verena Gasslitter hat von der Verletzungshexe mehr als nur genug (Foto: privat)

Verena Gasslitter hat von der Verletzungshexe mehr als nur genug (Foto: privat)

Kastelruth – Die 23-jährige Skirennläuferin Verena Gasslitter schaut zuversichtlich nach vorne. Das geschieht aus einem gewissen und guten Grund. Vor zweieinhalb Jahren bestritt die junge Dame aus Kastelruth ihr letztes Rennen. Nun will sie nach einer ebenso langen Pause, die durch viele Verletzungen und noch mehr Operationen gekennzeichnet war, durchstarten.

Blicken wir zurück ins Jahr 2016. Beim letzten Sprung des Super-G’s von Lake Louise riss sich die hoffnungsvolle Athletin das Kreuzband im linken Knie, das überdies noch verdreht wurde. Die Verletzungshexe hatte somit mehr als nur gemein zugeschlagen. Gasslitter begab sich in Innsbruck unters Messer. Die Verletzung verheilte gut. Beim Sommertraining gab es nie ein verzerrtes Gesicht, ehe sich beim Sommertraining im südargentinischen Ushuaia das Bein verdrehte. Dabei zog sie sich einen Schien- und Wadenbein zu.

Dabei wurde die Südtirolerin gleich vor Ort operiert. Mit Schmerzmitteln aufgeputscht und einem lädierten Bein trat sie die Heimreise an, die sehr lange dauerte. Lange war auch das Gesicht, als ihr eröffnet wurde, dass sie in Argentinien falsch operiert wurde. So wurde sie abermals unters Messer gelegt. Da die Verletzung nicht richtig heilte, gab es im April des letzten Jahres eine weitere Operation. Mit einer neuen Platte ging es bei der Pferdeliebhaberin aufwärts.

Im November 2018 stand erneut ein kleiner Eingriff an. Die Schrauben mussten entfernt werden. Zu Weihnachten stand sie erstmals richtig auf den Brettern. Es fühlte sich toll an. Ein leichtes Training mit den Kolleginnen in Bormio sowie auf dem San-Pellegrino-Pass stand an. Vor einiger Zeit war sie auch auf den Gletschern am Stilfser Joch im Einsatz. Ein hundertprozentiges Training ist noch nicht möglich, aber die Sicherheit und das Vertrauen in sich selbst stehen an erster Stelle.

So hat die 23-jährige eine lange Leidenszeit hinter sich. Natürlich dachte sie auch über ihre Zukunft nach. Nach dem schweren Sturz in Argentinien lag sie lange flach. Außerdem hatte sie die Befürchtung nie mehr Ski fahren zu können. Gut fünf Monate konnte sie nicht mit dem Fuß auftreten. Einige Gedanken schwirrten Gasslitter durch den Kopf. Aber nun sind die positiven Stimmungen wieder da. Und schließlich hoffen wir, dass die Südtirolerin für immer die Verletzungshexe wegschickt und durch gute Ergebnisse aufhorchen und im Ski Weltcup punkten kann.

Familie, Freunde und Betreuer, aber auch die Teamkolleginnen haben der Kastelrutherin Mut gemacht. Alle standen hinter hier und halfen ihr, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die Skirennläuferin, die aus dem gleichen Dorf wie Peter Fill und Denise Karbon stammt, kann ohne Schmerzen aufstehen. Im Hinblick auf die schier endlose Leidensgeschichte bedeutet das schon sehr, sehr viel.

Was macht Gasslitter nun? Sie spult Trockentrainingseinheiten ab, um die Schwachstellen am Unterschenkel zu stärken. Ferner ist sie überzeugt, noch in diesem Jahr beim einen oder anderen Rennen an den Start zu gehen. Aber wie vorher angedeutet, ist die Sicherheit das Gebot der Stunde.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.sportnews.bz

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