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Verena Stuffer und Daniel Yule sind die neuen FIS-Athletensprecher

© Gerwig Löffelholz / Verna Stuffer

© Gerwig Löffelholz / Verna Stuffer

Dubrovnik – Die FIS hat auch die Namen der neuen Athletenvertreter bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um die mittlerweile zurückgetretene Südtirolerin Verena Stuffer und den eidgenössischen Slalomspezialisten Daniel Yule. Durch die direkte Anbindung ans Renngeschehen kann das Duo Ideen und Wünsche der Athleten als Sprachrohr direkt an die Verantwortlichen der FIS weitergeben und mit ihnen an der möglichen Umsetzung feilen.

Stuffer hat insgesamt 148 Weltcuprennen bestritten. Sie war hauptsächlich in den Speeddisziplinen im Einsatz und nahm auch an den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 teil. Dazu gesellen sich die Teilnahme an den Welttitelkämpfen in Val d’Isère, Garmisch-Partenkirchen und St. Moritz.

Yule ist – wie gesagt – noch aktiv. Der Schweizer gewann sowohl bei den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang als auch bei den Welttitelkämpfen in Åre die Goldmedaille im Team Event. Als ausgezeichneter Torläufer kletterte er bislang bei fünf Rennen aufs Podest und einmal auf die höchste Stufe desselbigen.

Doch was sagen Stuffer und Yule zu ihrer „Beförderung“?

Verena Stuffer: „Meine erste Teilnahme bei einem FIS-Kongress war sehr gut. Als einstige Athletin hatte ich mir nicht erwartet, dass es hinter den Rennkulissen so eine große Organisation und so unterschiedliche Interessen gibt. Um das Ganze zu verstehen, muss man im Geschehen drin sein. Dann kann man die Ausschüsse, die Arbeitsgruppen und die Dynamik als solche verstehen.

Ich habe mich entschieden, diese Rolle zu übernehmen, weil ich an Verfahren teilnehmen will, die den Athleten helfen, ihre Wünsche, Anfragen und Meinungen an jemanden mitzuteilen, der für sie arbeitet, zuhört und den Glaubwürdigkeitswert des Skirennsports erhöht. Zudem wurde ich vom italienischen Verband gebeten, zu kandidieren. Ich dachte nicht allzu viel darüber nach, ob ich gewählt werden würde oder nicht. Ich will das Beste für die Athleten tun.

Ich habe das Gefühl, dass diese Rolle gut aufgenommen wird und dass die Menschen aus unterschiedlichen Rollen die Athletenmeinung hören wollen. In der Athletenkommission arbeiten die Vertreter in guter Harmonie. So habe ich das Gefühl, dass sich im letzten Jahrzehnt vieles verbessert und dass unsere Rolle eine Wertsteigerung erlebt hat.

Bevor ich zum Kongress kam, haben Daniel und ich bereits zwei Umfragen verschickt, um die Athleten in den Prozess so weit wie möglich einzubinden und wir erhielten eine sehr gute Resonanz. Wir wollen mit konkreten Themen in Kontakt bleiben. Die Meinungen sind bei einigen Themen deckungsgleich, bei anderen variieren die Ansichten stark. So ist es schwer, die beste Lösung für alle zu finden. Die Komitees sind doch interessiert, den Athleten ein Gehör zu schenken, wenn sie mit guten Lösungsansätzen und Begründungen und keinesfalls bloß mit Beschwerden kommen.

In vier Tagen konnte ich erkennen, dass es mehr Interesse an unserem Sport gibt als ich dachte. Man muss mit allen gut umgehen und sie verstehen, um einen guten Blick für das Wesentliche zu haben. Ein großer Schritt nach vorne war es, eine Lösung zu finden, wie man die kommenden Parallel-Bewerbe ins Fernsehen bringen kann. Es gab gar einige Diskussionen, welches wohl die beste Lösung für die Athleten und die Fernsehübertragungszeiten war, wenn die Athletenzahl im Finale feststeht.

Außerdem habe ich auch festgestellt, dass Sport und Politik unterschiedliche Bereiche sind, die aber zusammenarbeiten müssen. Im Sport verändern sich die Dinge schnell, in der Politik langsam. Um eine Änderung in unterschiedlichen Fragen zu erhalten, muss man in der Politik geduldig sein und sie klar ausarbeiten und demgegenüber versuchen, allen zu gefallen.

Daniel Yule liegt der Klimaschutz am Herzen

Daniel Yule liegt der Klimaschutz am Herzen

Daniel Yule: „Um alle Weltcupinteressen zu kompensieren, ist es bedeutend, Kompromisse zu finden und auch einzugehen. Man muss bereit sein, divergierende Meinungen aller zu berücksichtigen und gemeinsam eine Lösung anzusteuern. So warten wir auf die Änderungen über die Startreihenfolge in den Speedrennen.

In meinem ersten Jahr als Athletenvertreter habe ich selbstredend noch keine Ahnung, was im Winter auf mich zukommt. Positiv ist es, dass Verena nicht mehr aktiv ist und somit mehr helfen kann als ich.

Die FIS ist eine sehr große Organisation, in der sich viele politische Interessen widerspiegeln. Es braucht Geduld, wenn es um die Umsetzung von Änderungen geht. Trotzdem konnte ich feststellen, dass die meisten Vertreter an der Meinung der Athleten Interesse bekunden. Selbst habe ich mir nicht viel erwartet, doch ich versuchte, offen zu diesem Meeting nach Kroatien zu gehen, um dann selbst zu entscheiden, wie der Stand der Dinge ist.

Es ist immer besser, wenn man gewisse Dinge andersmachen will, Teil des Entscheidungskollektivs zu sein. Man muss sich Mühe geben, die Dinge auch anzugehen und nicht nur darüber zu klagen. Ich schätze es dessen ungeachtet sehr, dass mich die anderen Athleten ausgewählt, um für sie als Vertreter zu fungieren. Die Arbeit hat erst begonnen. Man kann noch nicht sagen, was genau alles auf mich zukommt. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, Informationen in beide Richtungen zu übermitteln. So sammeln Verena und ich die Meinungen der Sportlerinnen und Sportler und geben sie an den Weltverband weiter. Im Umkehrschluss ist es wichtig, die Athleten über die FIS-Entscheidungen und die Gründe dieser Entscheidungen zu informieren.

Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Dennoch sind die Themenkreise, mit denen Athletinnen und Athleten an uns herantreten, sehr unterschiedlich. Die Arbeit von uns wird leichter, wenn man sich bereits im Vorfeld einigen kann. Trotzdem müssen wir respektieren, wie sich die Mehrheit entscheiden. Es ist ein Trugschluss zu glauben, allen zu gefallen. Aber wir müssen auch die Interessen anderer Gruppierungen im Sport umsetzen und schauen, dass die Rückmeldungen der Skirennläuferinnen und -läufer ernstgenommen werden.“

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.fis-ski.com

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