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Viktoria Rebensburg: „Ich will einfach wieder Spaß haben“

© Gerwig Löffelholz  /  Viktoria Rebensburg

© Gerwig Löffelholz / Viktoria Rebensburg

Interview mit der Doppelsiegerin von 2012, Viktoria Rebensburg, 23 Jahre, vom SC Kreuth 

Frau Rebensburg, mit welchen Gefühlen kommen Sie nach Ofterschwang? Es wird kein Rennen wie jedes andere für Sie, nachdem was letztes Jahr passiert ist… 

Viktoria Rebensburg: Ich habe die positivsten Erinnerungen an letztes Jahr. Das war ein absolutes Traum-Wochenende für mich. Es war ja auch Anfang März und es waren zwei wahnsinnig schöne Tage. Natürlich ist es schwierig, so was zu toppen. Das geht eigentlich gar nicht. Aber ich freue mich, nach Ofterschwang zurückzukehren. Ich will versuchen, am Ende der Saison auch im Riesenslalom noch einmal ein gutes Rennen zu machen und das umzusetzen, was ich eigentlich drauf hab. Und deshalb freue ich mich riesig auf die Rennen in Ofterschwang.

Rechnen Sie insgeheim damit, wieder ganz vorn zu landen? 

Rebensburg: Das werden wir am Ende des Wochenendes sehen. Ich versuche auf jeden Fall,  gut Ski zu fahren, Spaß zu haben und das Drumherum wieder zu genießen – so wie letztes Jahr. Aber natürlich wird es schwierig, auch weil das Material einfach ganz anders ist. Deshalb bin ich schon auch gespannt, ob ich das umsetzen kann, was ich mir für das Heimrennen so vorgenommen habe.

Ist der Druck größer nach dem Doppelerfolg 2012? 

Rebensburg: Nein, den Druck mache ich mir nicht. Ich will das genießen und freue mich auf das Publikum. Dann schauen wir, was dabei rauskommt …

Sie haben das Umfeld in Ofterschwang angesprochen. Sie und viele andere Teams sind im Hotel Resort Sonnenalp untergebracht. Dort, wo andere für viel Geld Wellness-Urlaub machen … Hat man dafür überhaupt Zeit und Muße? 

Rebensburg: Ja klar, so schön haben wir es im Weltcup selten. Da ist die Sonnenalp schon was ganz besonderes. Wie gesagt, genau dieses Drumherum, dieses tolle Ambiente will ich am Wochenende genießen.

Das vergangene Wochenende in Garmisch-Partenkirchen lief mit zwei zehnten Plätzen im Super-G und Rang acht in der Abfahrt aber vermutlich nicht so nach Ihren Wünschen… 

Rebensburg: Ja, das stimmt. So ganz zufrieden war ich nicht. Ich wollte mich nach dem achten Platz in der Abfahrt, wo es gut lief, im zweiten Super-G unbedingt verbessern . Vor allem, weil die Ergebnisse in dieser Saison im Super-G richtig gut waren, vor allem der Sieg im Januar in Cortina. Aber ich habe in Garmisch einfach ein paar Fehler zu viel gemacht, die sich dann halt aufsummieren. 

Wo genau lagen diese Fehler? 

Rebensburg: Man muss immer riskieren und am Limit fahren, wenn man ganz vorne sein will. Das habe ich auch in Garmisch probiert. Aber da hatte ich in ein paar Passagen den einen oder anderen Schnitzer drin, den ich eigentlich im zweiten Super-G unbedingt vermeiden wollte. Aber im Rennen passieren solche Fehler. Geärgert hat’s mich trotzdem.

Sie hatten ja zuletzt zweimal die kleine Kristallkugel im Riesenslalom gewonnen. Die ist heuer auf jeden Fall futsch. Wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie mit dieser bisherigen Saison?  

Rebensburg: : Ja, die Kristallkugel ist weg. Prinzipiell muss ich sagen, dass ich die zwei letzten  Saisonen auf einem sehr, sehr hohen Niveau gefahren bin. Es ist natürlich schwierig, das jedes Jahr aufs Neue zu bestätigen. Ich muss auch damit leben, wenn es mal nicht so perfekt läuft. Das war insgesamt bisher eine gute Saison. Gerade im Riesenslalom habe ich konstant meine Ergebnisse reingefahren, auch wenn ich nicht so dominierend wie im Vorjahr bin. Ich habe die Umstellung auf das neue Material noch nicht ideal hinbekommen. Meine Technik konnte ich nicht so schnell anpassen wie es andere Fahrerinnen geschafft haben. Aber ich werde daran weiter arbeiten – vor allem im Sommer, damit ich dann nächste Saison wieder voll angreifen kann..

Was genau bereitet Ihnen da Probleme – bei  den von der FIS neu genormten Ski? 

Rebensburg: Die Ski sind schmaler geworden, die Taillierung wurde reduziert. Einfach ausgedrückt: Der Ski macht selber nicht mehr so viel. Man muss gerade in der Kurve selber viel, viel mehr tun. Das ist für mich vom Gefühl her nicht so ideal wie davor, vor allem wenn du dich auf alle verschiedenen Untergrundarten vorbereiten willst. Mal aggressiv und eisig, mal eher sulzig. Da muss man sich jedes Mal völlig neu darauf einstellen.

Apropos sulzig. Vergangenes Jahr bruzzelte die Sonne am Ofterschwang Horn und sie sind mit der etwas aufgeweichten Piste hervorragend zurecht gekommen. Heuer sind wieder höhere Temperaturen vorhergesagt… 

Rebensburg: Also letztes Jahr hat alles funktioniert und gepasst. Prinzipiell komme ich mit dem etwas weicheren Schnee gut zurecht. Ich bin gespannt, wie die Verhältnisse dieses Mal sind – und wie ich dann mit dem neuen Material klarkomme – zumal wir dieses Jahr im Weltcup noch keine so warmen Tage hatten.

Wie sehen die letzten Tage vor Ofterschwang aus? 

Rebensburg: Auf dem Hang sind wir sicher nicht mehr. Der ist ja sieben Tage vor der Mannschaftsführersitzung für alle gesperrt. Ich habe jetzt heuer noch gar nie in Ofterschwang trainiert, kenne den Hang aber schon ziemlich gut vom letzten Jahr. Wir werden uns gut auf den Heimweltcup vorbereiten und am ATA in Oberjoch am Mittwoch und Donnerstag noch einmal intensiv trainieren.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter www.weltcup-ofterschwang.de
Interview: Thomas Weiß, Medienteam Ofterschwang  

 

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