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Zan Kranjec will auch im WM-Winter im Riesentorlauf vorne mitmischen

Zan Kranjec will auch im WM-Winter im Riesentorlauf vorne mitmischen

Zan Kranjec will auch im WM-Winter im Riesentorlauf vorne mitmischen

Ljubljana/Laibach – Weniger als zwei Wochen vor Beginn der neuen Ski Weltcup Saison steckt sich der slowenische Riesentorlaufspezialist Zan Kranjec ein hohes Ziel. Er möchte dort weitermachen, wo er im letzten Jahr aufgehört hat. So möchte er die kleine Kristallkugel gewinnen. Er ist überzeugt, dass er in Sölden körperlich noch stärker an den Start gehen wird und dass er seine Fähigkeiten noch eindrucksvoller unter Beweis stellen kann.

Im letzten Winter trug er das rote Trikot des Führenden in der Disziplinenwertung; er siegte bei zwei Rennen und stand noch vier Mal auf dem Podest. Er ist technisch sehr versiert und körperlich fit. So ist es ein wenig verwunderlich, dass er noch nie eine Medaille bei einem Großereignis gewonnen hat. Um dies zu ändern, hat er auch das Rennen in Cortina d’Ampezzo ins Auge gefasst und seine sommerlichen Vorbereitungen in den letzten Wochen verstärkt. Der 27-Jährige will versuchen, immer an seine Grenzen zu gehen.

Auch wenn es am 18. Oktober in Sölden keine Fans und kein Begleitprogramm geben wird, denkt er an den legendären Athleten Rok Petrovic. Dieser sagte einmal, dass das ganze Drumherum nicht ausschlaggebend wäre. Man sei als Skirennfahrer immer alleine auf der Piste. Und Kranjec will versuchen, seine Fertigkeiten schon beim ersten Saisoneinsatz zu bestätigen. Er weiß, dass es viele Covid-19-Tests und besondere Sicherheitsbestimmungen seitens des Weltskiverbandes FIS geben wird. Trotzdem möchte der Athlet unbeirrt seinen Weg einschlagen.

Im letzten Winter fehlten 40 Punkte zur kleinen Kugel. Die Corona-Pandemie verhinderte ein Heimrennen von Kranjec und verwehrte ihm die Möglichkeit, noch einmal in den Kampf um die begehrte Trophäe einzugreifen. In diesem Sommer hat er an seiner Fitness gefeilt und das Training, das ursprünglich in Argentinien über die Bühne gehen würde, mit mehreren Einheiten unter dem wachsamen Auge seiner Trainer in der Schweiz kompensiert. Die meisten Anpassungen gehören zum Alltag; dazu zählen insbesondere das Tragen von Masken in Gondeln und Skizügen, aber auch die Desinfektion von Händen und der Sicherheitsabstand.

Kranjec fährt lieber im Winter; die Fahrten auf den Gletschern sind anders. Die extrem früh angesetzten Trainingsstunden und Höhenlagen sind nicht für jeden geschaffen. Aber damit mussten sich heuer alle abfinden. Niemand fuhr nach Südamerika. Der Slowene beschreibt die diesjährige Saisonvorbereitung als gut. So waren sowohl das Wetter als auch die Schneebedingungen günstig. Ferner meint Kranjec, dass man auch auf europäischen Gletschern eine Qualitätsgrundlage für die Wettkampfsaison bilden kann. Wenn man weiß, dass einige Athleten immer in Europa bleiben und nichts an ihrer Wettbewerbsfähigkeit einbüßen, ist diese Aussage wohl mehr als nur authentisch.

Seit vielen Jahren arbeitet Kranjec auf einem sehr hohen Fitnessniveau, jedoch können kleine Dinge bessere Resultate mit sich bringen. Man muss entschlossen und aggressiv fahren, auch wenn es bei den Gletschertrainings kaum abwechslungsreiche Möglichkeiten gibt, dies unter Beweis zu stellen.

Der 27-Jährige muss noch den Schalter im Kopf auf den Rennmodus umlegen. Die Gefühle und die Stimmung sind gut; hinsichtlich Sölden besteht bei Kranjec eine positive Aufregung. Der Moment des ersten Rennens, das fast schon einer Standortbestimmung nahekommt, rückt immer näher. Dann kann man im direkten Vergleich mit der Konkurrenz sehen, was die sommerlichen Einheiten gebracht haben und was nicht. Nichtsdestotrotz sind für den Slowenen alle Rennen wichtig. Er weiß, dass er hie und da nicht alles aus sich herausholte.

Kranjec weiß, dass der Kreis der üblichen Verdächtigen,nicht kleiner geworden ist. Höchstwahrscheinlich werden die gleichen Athleten im bevorstehenden Winter um Podestplatzierungen kämpfen. Die Messlatte ist hoch, aber der Slowene weiß, mit wem er sich misst und dass er auch mit der Spitze mithalten kann.

Im letzten Winter waren es äußere und vielleicht persönlich-sportliche Umstände, die ihm noch nicht die kleine Kugel bescherte. Aber da nun alles wieder bei null beginnt, kann sich alles zu Kranjecs Gunsten ändern. Abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss, und die Corona-Pandemie kann  allen einen Strich durch die Rechnung machen. Aber daran will vor dem Saisonstart keiner denken, auch wenn dies bei der Nachrichtenlage nicht immer einfach ist.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: siol.net

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