30 November 2010

Zweikampf Swiss-Ski – ÖSV neu lanciert!

Der Winter verspricht ein Spannender zu werden: Nachdem die Österreicher bei der Abfahrt von Lake Louise einen Doppelsieg davontrugen und so den Zweikampf Schweiz-Österreich im Rennen um die Nummer 1 in der Nationenwertung lanciert hatten, doppelte Swiss-Ski tags drauf mit einem ebensolchen nach:

Tobias Grünenfelder gewann im Super-G mit 7 Hundertstel Vorsprung auf Landsmann Carlo Janka. Mit drei weiteren Fahrern in der Top10 – Didier Cuche (5.), Silvan Zurbriggen (9.) und Patrick Küng (10.) zeigte Swiss-Ski wie schon am Tag zuvor eine starke Teamleistung. 

 
Zweikampf Swiss-Ski – ÖSV um die Vorherrschaft im alpinen Skizirkus ist neu lanciert!

Der „Kampf“ zwischen den Skinationen Schweiz und Österreich tobt seit Jahrzehnten. Die Schweiz war in den Achtziger Jahren mit Pirmin Zurbriggen und Co. die dominante Nation im Skizirkus. In den Neunziger Jahren ging dieser Status an Österreich verloren. Seither versuchen die Eidgenossen den Anschluss wieder zu finden. Die Chancen stehen gut, die Österreicher, seit Jahren unangefochtene Nummer 1 in der Nationenwertung, scheinen langsam nervös zu werden: Oder warum sind es dieses Mal vor allem die österreichischen Medien, die den  „Zweikampf Schweiz-Österreich“ zum Thema machen? Schlagzeilen wie „Schweizer Retourkutsche im Super G“ (derStandard.at), „Österreichs Kampfansage folgte Schweizer Antwort“ (nachrichten.at) oder „Schweizer schlagen im Super-G zurück“ (ORF.at) dominierten jedenfalls am Tag nach dem Schweizer Doppelerfolg die österreichische Sportmedienlandschaft. 

Eine gesunde Rivalität tut dem Sport gut 

Laut Bernhard Russi ist diese schon länger andauernde Rivalität „wie Salz und Pfeffer“ im Schneesport und gehören zusammen. Und auch für Michael Walchhofer, Sieger der Abfahrt von Lake Louise, gehören diese ewigen Duelle ebenfalls zum Skizirkus wie das Salz in die Suppe. Martin Rufener, Cheftrainer Herren alpin, geniesst die Rivalität zwischen den beiden Skinationen ebenfalls. „Sie wird jedoch auch gepusht, aber wir haben Freude, wieder näher zu kommen“, so Rufener. (Quelle: 20minuten, 15. Januar 2009). Gesunde Rivalitäten im Sport sind grundsätzlich eine gute Sache. Ohne Rivalität fehlt dem Sport die Würze. Erst eine gesunde Portion Gegeneinander treibt uns an und stimuliert uns zu immer neuen Höchstleistungen. Klassische Rivalitäten wie Österreich gegen die Schweiz (Ski alpin) gibt es im Sport viele: Russland gegen Kanada (Eishockey), England und Australien (Cricket) resp. Australien und Neuseeland (Rugby). 

Von Wunderwachsen und Wunderbindungen 

Oft wird der Zweikampf auch überspitzt ausgetragen, von den Verbands-Offiziellen bis an die Grenze des Fairplays, und von den Medien bis zur Seifenoper. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an die Affäre mit Simon Ammans „Wunderbindung“, mit der er an den Olympischen Winterspielen 2010 ebenfalls einen Doppelsieg davontrug, oder an den „Wunderwachs“ der Schweizer im Jahr 1987 an der Ski WM in Crans-Montana, an welcher die Schweizer sage und schreibe 14 Medaillen gewannen, während Österreich mit nur gerade vier Medaillen nach Hause schlich. 

Wer hat das Sagen im Schnee – Österreich oder die Schweiz? 

Woher aber rührt diese Rivalität? Ein Grund mag darin liegen, dass im Sport jeder in einem gewissen Masse ein Patriot ist und es dabei um die Verteidigung der Landesehre geht. Zudem ist Skirennfahren sowohl ein Einzel- wie auch ein Mannschaftssport, vor allem eben dann, wenn es um Österreich und die Schweiz geht: Zwar riskiert jeder Skirennfahrer auf der Piste seinen eigenen Kopf. Aber beim Skirennfahren geht es auch um Kompetenz, um Berge und Schnee. Um Tourismus und Leistungsausweise, um die Fragen: Wer ist die kleinste Grossmacht? Und wer beherrscht das Element Schnee?

Autor: Diana Fäh
Quelle: www.swiss-ski.ch