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Fabio Renz im Skiweltcup.TV-Interview: „Das Mentaltraining hat mir mehr als nur geholfen!“

Fabio Renz im Skiweltcup.TV-Interview: „Das Mentaltraining hat mir mehr als nur geholfen!“ (Foto: Fabio Renz)

Fabio Renz im Skiweltcup.TV-Interview: „Das Mentaltraining hat mir mehr als nur geholfen!“ (Foto: Fabio Renz)

Schongau/München – Langsam, aber sicher, wächst das Vertrauen des bayerischen Skirennläufers Fabio Renz in seinen Körper und sein Können. Nach seinem schweren Sturz im März 2015, in der Weltcup-Abfahrt im norwegischen Kvitfjell, und einer langen Phase der Rehabilitation geht es ihm wieder gut. Wir sprachen mit dem DSV-Athleten, der sich über den Europacup wieder für höhere Aufgaben empfehlen will, über das aktuelle Sommertraining, die Rolle als „Leitwolf“ in der Mannschaft, gute Freunde im Team und abseits der Piste und vieles mehr.

Skiweltcup.TV: Fabio, nach einer sehr langen Verletzungspause hast du dich wieder zurückgekämpft. Was können wir über deinen gegenwärtigen Gesundheitszustand in Erfahrung bringen? Und kannst du uns auch etwas über deine bisherigen, aktuellen und zukünftigen Trainingseinheiten bis zum Beginn der Saison in groben Zügen berichten?

Fabio Renz: Rein körperlich gesehen bin ich auskuriert, zu 100 Prozent gesund. Beim Ski fahren selbst zwickt noch ein bisschen der Rücken. Aber das ist normal, weil ich lange nicht mehr auf den Brettern stand. Somit mache ich mir diesbezüglich keine Gedanken.

Was das Ski fahren betrifft, war das Sommertraining bis jetzt sehr gut. Im März feierte ich mein Comeback und bin bis April auf den Skiern gestanden. Im Mai und Juni habe ich viel im Konditionsbereich gearbeitet. Dazu zählten einige Einheiten im Krafttraining, welche die Stärkung der Beine, des Rumpfs und des Oberkörpers betrafen. Auch spulte ich mit dem Rad viele Kilometer ab, bin gejoggt und arbeitete an meiner Koordination.

Im Juli verbrachten wir drei Blöcke zu je vier Tagen am Stilfser Joch. Hier standen das freie Ski fahren, aber auch Riesentorlauf und Super-G-Einheiten auf dem Programm. Nach einem 14-tägigen, wohlverdienten Urlaub bin ich nach Zermatt gefahren. Hier genossen meine Teamkollegen und ich acht Tage perfekte Bedingungen. Jetzt geht’s weiter mit zwei Konditions-Blöcken, Einheiten in Saas Fee, in Sölden, im Pitztal und relativ bald beginnt der Europacupwinter 2017/18.

Du bist einer, wenn nicht der erfahrenste Athlet in deiner Trainingsgruppe. Somit kannst du auch einige Erfahrungen weiter geben. Wie ist die Stimmung im Team? Was kannst du uns darüber erzählen?

Also, die Stimmung ist ziemlich gut. Die Jungs verstehen sich, und mit einigen bin ich sehr eng befreundet. Es sind coole Leute, denen man auch näher steht, nicht nur weil sie viel mit einem unterwegs sind und der gleichen Leidenschaft wie ich frönen. Das Klima ist super, und, wie du richtig gesagt hast, bin ich der Älteste im Team. Es macht Spaß, auch ein Sprachrohr zwischen Trainern, Betreuern und Athleten zu sein. Und da wir alle gut miteinander können, können wir alle voneinander profitieren und lernen.

Fabio Renz: "Ohne Ziele kann man nicht leben."  (Foto: Fabio Renz / privat)

Fabio Renz: „Ohne Ziele kann man nicht leben.“ (Foto: Fabio Renz / privat)

Apropos gute Freunde: Wie wichtig sind gute Freunde für dich? Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die, die wie du mit den Skiern den Berg hinunter rasen, sondern auch die, welche abseits der Piste für dich da sind?

Durch meinen Sturz war ich ja skifahrerisch zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden. Ich habe da sehr viel Mentaltraining gemacht. Und es hat mir sehr geholfen. Wir sind alle nur einen kurzen Augenblick auf unserer Erde und sollten die Zeit nutzen, uns mit Leuten zu umgeben, die uns wichtig sind. Jeder ist zwar für sich selbst verantwortlich, aber gute Freunde und eine intakte Familie sind immer Rückzugsorte, auf die man sich verlassen kann.

Von den Freunden zu deinen Erwartungen, Hoffnungen, Zielen und Träumen. Im Spätherbst beginnt die Europacup-Saison 2017/18. Werden wir dich auf kontinentaler Ebene, und wenn alles gut läuft und die Resultate passen, auch im Weltcup sehen?

Erwarten tu ich mir gar nichts. Ich denke eher ein bisschen Schritt für Schritt. Zuerst ist es bedeutend, Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen. Ähnlich, wenn nicht gleich, verhält es sich mit dem eigenen Können. Im Endeffekt spreche ich nicht so sehr von Träumen, sondern von Zielen. Jede noch so zähe und quälende Trainingseinheit hat etwas Positives. Sie kommt meinem Ziel näher. Und das ist ohne Zweifel die Etablierung über kurz oder lang im Weltcup.

Wenn das Skifahren passt und ich sichere Schwünge ziehen kann, dann kommen mit dem nötigen Selbstvertrauen auch die notwendigen Platzierungen. Diese qualifizieren mich dann in der Folge für höhere Aufgaben. Und was meine Person angeht, ich möchte mir da auch keinen notwendigen Druck auferlegen. Erstens ist das nicht gut, und zweitens hindert mich das eher, an meinen Zielen zu arbeiten und diese dann auch anzusteuern.

Bleibt abschließend die Frage: Sind Menschen, die nicht träumen oder sich keine Ziele setzen, für dich eher unerfüllt, gefühlskalt oder ganz salopp formuliert mit sich gar nicht im Reinen? Hast du ein Lebensmotto, das dich zu dem aufstrebenden, ehrgeizigen und sympathischen Skirennläufer und Mitmenschen gemacht hat, den wir kennen?

Auch das habe ich durch das Mentaltraining gelernt. Ohne Ziele kann man nicht leben. In jedem Ziel steckt ein Sinn. Man kann das ganze auf die philosophische Schiene heben und als Sinnfrage definieren. Wenn ich weiß, was ich will, habe ich auch eine Motivation in mir, die ich bewusst steuern kann. natürlich kann ich auch andere Menschen motivieren. Ich bin gut drauf, habe Spaß am Leben, weiß aber auch, dass es morgen ganz anders aussehen kann.

Früher hätte ich den Grundsatz „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“ als Motto gewählt. Heute, nach einer überstandenen, mehr als schweren Verletzung, sehe ich die Sachen anders. Daher würde ich das Motto „Lebe im Hier und Jetzt“ als das meine unterschreiben.

Bericht für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

Das Motto von Fabio Renz: „Lebe im Hier und Jetzt“ (Foto: Heiner Längst)

Das Motto von Fabio Renz: „Lebe im Hier und Jetzt“ (Foto: Heiner Längst)

 

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