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Viktoria Rebensburg im FIS Interview: „Mein Ziel ist es immer, um die Medaillen mitzufahren.“

© Kraft Foods / Viktoria Rebensburg

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Kreuth – Im letzten Jahr lief es für die DSV-Skirennläuferin Viktoria „Viky“ Rebensburg nicht immer ganz rund. Unmittelbar vor dem Saisonauftakt auf dem Rettenbachferner in Sölden verletzte sich das deutsche Ski-Aushängeschild der Damen. Trotzdem konnte sie einigermaßen zufrieden sein,  obgleich sie als Gesamtneunte etwas hinter den eigenen Erwartungen zurückblick. Die Kollegen/innen von FIS-Ski.com baten die 1989 geborene Skirennläuferin zum Interview und sprachen über ihren abgelaufenen Winter, die bevorstehende Olympiasaison, die Karriere in Zahlen und die daraus resultierende Motivation für neue Aufgaben und vieles mehr.

FIS-Ski.com: „Im vergangenen Oktober hast du dich kurz vor dem Saisonauftakt verletzt und musstest auf wichtige Trainingswochen und den Saisonauftakt in Sölden verzichten. Was kannst Du uns über die Verletzung und die  Rehabilitationszeit vor dem Beginn der WM-Saison erzählen?“

Viktoria Rebensburg: „Bereits in der Vorbereitungsphase im August 2016 hatte ich mit Rückenproblemen zu kämpfen, so dass ich nur drei Trainingstage für die Speed-Disziplinen in dieser Zeit zu meiner Vorbereitung zählen konnte. Die schlechten Wetterbedingungen im anschließenden Camp in Saas Fee haben dazu geführt, dass ich auch hier nur einen Tag zum Training hatte. Aber der nachfolgende Sturz kurz vor Saisonstart und die Fraktur meines Schienbeinkopfs sowie die sich anschließende Reha haben eine gute Vorbereitung der Saison unmöglich gemacht.“

FIS-Ski.com: „Nach dem dritten Platz in der Gesamtweltcupwertung der vergangenen Saison waren deine Erwartungen für die letzte Saison wohl etwas höher. Inwieweit hat dich die suboptimale Vorbereitung ausgebremst?“

Viktoria Rebensburg: „Die Planungen des Sommers 2016 waren für mich nicht umsetzbar – ich konnte nicht meinen Rhythmus finden und diesen dann in der Saison weiterführen. Es hat mich im Laufe der Saison immer wieder an meine Grenzen gebracht. Nachdem die ersten Rennen für mich schwierig waren, konnte ich vor allem in Garmisch-Partenkirchen eine klare Steigerung bis zur WM in St. Moritz sehen. Ich hatte einen guten Speed, gute Zwischenzeiten, aber im Laufe der nächsten Rennen hat dann immer wieder die Konstanz gefehlt, weil der Rhythmus von der Vorbereitung an nicht stimmte. Leider kamen dann auch die undankbaren Hundertstel hinzu – insbesondere mit den 4. Plätzen in Cortina d’Ampezzo, St. Moritz und Aspen.“

FIS-Ski.com: „Trotzdem gab es in der vergangenen Saison auch gute Ergebnisse. Du konntest dich beim Riesenslalom am Semmering und bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen über zwei Podiumplätze freuen. In Aspen, St. Moritz und Cortina d’Ampezzo hast Du einen Top 3 Platz nur knapp verpasst. Was war dein Persönliches Highlight in dieser Saison und warum?“

Viktoria Rebensburg: „Es war schon ein gutes Gefühl, auf dem Semmering und in Garmisch-Partenkirchen wieder auf dem Podest zu stehen. Ein Highlight wäre sicherlich eine Medaille bei der WM gewesen – aber das blieb in diesem Jahr leider aus!“

© Kraft Foods / Viktoria Rebensburg

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FIS-Ski.com: „Du bist bereits Olympiasiegerin (Riesenslalom Goldmedaille in Vancouver 2010), wie sind deine Erwartungen für die Olympischen Winterspiele in PyeongChang im Februar?“

Viktoria Rebensburg: „Natürlich will ich vorne mit dabei sein – darum geht es in meinem Sport: Mein Ziel ist es immer, um die Medaillen mitzufahren.“

FIS-Ski.com: „Wie waren deine Erfahrungen bei der Olympia-Generalprobe in Jeongseon. Wie wohl fühlst du dich auf der Olympiastrecke?“

Viktoria Rebensburg: „Es war auf jeden Fall eine sehr gute Erfahrung, dass ich den Hang schon einmal kennenlernen und ein Rennen fahren konnte. Es hat Spaß gemacht, der Hang ist gut und deshalb freue ich mich natürlich schon auf Olympia.“

FIS-Ski.com: „Wenn wir auf das Sommertraining blicken, läuft die Vorbereitung so wie alle Jahre, oder passt Du das Training auf die Olympischen Winterspiele an. Wie ist dein Fokus und wirst Du Aufgrund der letztjährigen Erfahrungen etwas ändern?“

Viktoria Rebensburg: „Jede Saison braucht die bestmögliche Vorbereitung, und deshalb nutze ich wie immer die Zeit für ein intensives Training. Wir haben einen klaren und intensiven Sommer-Trainingsplan.“

FIS-Ski.com: „Auch wenn junge Athletinnen nachrücken, bist du die einzigen DSV-Rennläuferin die zur Zeit auf höchstem Niveau mitfahren kann. Du arbeitest nun auch mit anderen Teams zusammen (u.a. Norwegen und Schweden). Kannst Du uns etwas über die Zusammenarbeit erzählen. Wie funktioniert das Training und welche Vorteile hast Du dabei?“  

Viktoria Rebensburg: „Ich hatte die Möglichkeit, jetzt direkt nach Saisonende in Norwegen zu trainieren: Wir haben ein gutes Verhältnis zu den dortigen Trainern und Athleten, deshalb habe ich diese Chance genutzt, gleich wieder zu trainieren! Für mich ist es immer gut, mit internationalen Top-Athleten trainieren und unterschiedliche Mentalitäten kennenlernen zu können.“

FIS-Ski.com: „Ein Olympiasieg (Riesentorlauf 2010), eine olympische Bronzemedaille (Riesentorlauf 2014), eine WM-Silbermedaille (Riesentorlauf 2015), zwei kleine Kristallkugeln (Riesentorlauf 2010 und 2011), 13 Weltcuprennsiege und 33 Podestplatzierungen… Diese Karrierezahlen sind hervorragend? Was gibt dir die Motivation, nach zwölf erfolgreichen Jahren immer weiter zu machen? Was magst du an deinem Beruf und dem Leben als Skirennläuferin am liebsten?“

Viktoria Rebensburg: „Ich versuche, in meinem Sport jeden Tag besser zu werden, mich selbst zu übertreffen, noch mehr aus mir herauszuholen. Das ist meine Motivation. In meinem Sport mag ich den Wettkampf, und dieses schon seit meiner Kindheit: Ich habe in manchen Situationen meine Eltern überzeugen müssen, dass ich die Rennen fahren darf. Natürlich liebe ich in meinem Sport auch die Umgebung, die Berge und den Schnee. Es gibt nichts Schöneres, auf dem Berg zu stehen – egal, ob zu Hause, Kanada oder Argentinien – und die Weite zu erleben. Das ist für mich Freiheit.“

Quelle:  www.FIS-Ski.com

© Kraft Foods / Viktoria Rebensburg

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