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Auch für Mikaela Shiffrin ist Druck kein Fremdwort

Auch für Mikaela Shiffrin ist Druck kein Fremdwort (Foto: Skiweltcup.TV / Walter Schmid)

Auch für Mikaela Shiffrin ist Druck kein Fremdwort (Foto: Skiweltcup.TV / Walter Schmid)

Wer Mikaela Shiffrin beim Atomic Media Day in Altenmarkt beobachtet hat, sah eine lockere, sympathische junge Damen, die trotz ihrer vielen Erfolge mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist. Bereitwillig stand sie für Interviews und Fotoaufnahmen zur Verfügung und hatte nebenbei noch Zeit für ihre jungen Fans.

Eine 23-jährige Sportlerin die in ihrer jungen Laufbahn eigentlich schon alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt.  Doppel-Olympiasiegerin (2014 im Slalom, 2018 im Riesenslalom), dreifache Slalom-Weltmeistern (2013, 2015, 2017), zweifache Gesamtweltcupsiegerin (2016/17, 2017/18), fünfmalige Siegerin der Slalom-Weltcup-Disziplinenwertung (2012/13, 2013/14, 2014/15, 2016/17, 2017/18), 43 Weltcupsiege (32 x Slalom, 6 x Riesenslalom, 3 x Parallelrennen, 1 x Kombination, 1 x Abfahrt).

Wenn man die lange Liste der Erfolge liest, könnte man denken, dass Mikaela Shiffrin nun ihren Sport ohne Druck genießen kann. Aber weit gefehlt. In einem Interview mit dem schwedischen TV-Sender SVT gab die US-Amerikanerin einen Einblick in ihr Seelenleben.

Es war bei den olympischen Winterspielen in Südkorea. Nach der Olympischen Goldmedaille im Riesenslalom, stand einen Tag später der Slalom auf dem Programm. Für die Wintersportexperten stellte sich nur die Frage, wer holt hinter Mikaela Shiffrin die Silber- und Bronzemedaille. Doch es kam anders als erwartet. Die Goldmedaille ging an die Schwedin Frida Hansdotter, für Mikaela blieb der undankbare vierte Rang.

Shiffrin analysierte die Situation. Bereits vor dem ersten Lauf war sie „völlig leer von Gefühlen“. Zunächst dachte sie an einen Virus, der ihren Erfolgslauf ausgebremst hat. Sie ging in sich und erkannte dass das Problem tiefer liegt, in ihrer Psyche.

In den ersten erfolgreichen Jahren ging ihr alles leicht von der Hand. Der Spaß am Skifahren stand im Vordergrund. In PyeongChang erwartet jeder, dass sie die Olympiakönigin wird. Medaillen waren vorprogrammiert. Bereits während der strapaziösen Skiweltcup-Saison musste sie sich anhören, dass bis zu fünf Medaillen möglich wären.

„Alle sprachen über die fünf Medaillen und ich sagte nichts, aber hatte selbst nie solche Erwartungen. Ich habe es nicht als sicher gesehen eine Medaille zu gewinnen“, sagte Shiffrin, die die Heimreise mit einer Gold- und einer Silbermedaille (Kombination) antrat. „Es war ein großer Erfolg“, ordnete Shiffrin das Ergebnis richtig ein.

Trotzdem konnte sie die negativen Gedanken an den Olympiaslalom, wo sie als Titelverteidigerin an den Start ging, nicht einfach abstreifen. Sie suchte sich Hilfe und fand diese bei einer befreundeten Psychologin, die sie bereits von früher gut kannte.

„Sie versteht mich und weiß, wie ich arbeite und kann mich dazu bringen, über die richtigen Dinge nachzudenken. Ich versuche, mir die Zeit zu nehmen und wirklich zu schätzen, was ich im Sport habe. Es wäre dumm wenn ich mich von den Erwartungen anderer Leute blockieren lasse“, blickt Shiffrin positiv in die Zukunft.

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